Sylvia Ubbens

getrennt lebende Eltern - warum ist sie bei ihm wie ausgewechselt? Teil 2

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Guten Morgen Frau Ubbens,

danke für die Tipps.

Meine Maus lebt bei ihm wie bei mir zu gleichen Teilen.

Und ja wir können dem Papa Tipps geben, das Verhältnis ist insoweit sehr gut.

Ihr Papa ist nicht so geduldig wie wir und ist auch durch seine Arbeit oft genervt. Wir haben vermutet, dass es daran liegen könnte, dass sie bei uns jeden (freien) Tag Mittagsschlaf macht bzw. im Mindestmaß nach dem Mittagessen das Ritual kennt Minimum eine Stunde in ihrem Bettchen zu ruhen (Buch ansehen, CD hören). Sie braucht diese Ruhe und meist schläft sie auch gleich ein :-) Ebenso heißt es abends gegen 18 Uhr Abendbrot und 19 Uhr-19:30 Uhr liegt sie im Bettchen. Sie ist sie bedeutend ausgeglichener und wir haben Zeit für uns (was ja für eine glückliche Familie sehr wichtig ist).

Das kennt sie dort alles nicht. Sie kann nur schlecht einschlafen (sie meint die Katzen kratzen immer an der Tür, was aber ihr Papa verneint). Und sie kommt wohl öfter nochmal raus (das gab es in meiner Gegenwart zuletzt vor vier Jahren, seit dem schläft sie immer sofort ein (wir schauen immer nach ihr)). Mittags streikt sie und will nicht schlafen (bei uns gibt es nie einen Ansatz einer Diskussion - manchmal muss Mittagsschlaf wegen kleinen Ausflügen gestrichen werden - da erkundigt sie sich nur morgens aber wenn es heißt heute wird Mittagsruhe gehalten nimmt sie es ohne Murren an).

Das was wir tun haben wir dem Papa und seiner Freundin schon alles erzählt (in Phasen der Verzweiflung berufen wir immer eine große Familiensitzung ein wo alle fünf sich beisammen setzen und wir über alles reden).

Sie bringen sie seitdem wohl auch schon manchmal öfter eher ins Bett, aber eigentlich wollen sie es nicht weil die Maus dann morgens schon 5 Uhr alle wach macht (Kettenreaktion: sie ist wach, Katzen sind wach, alle sind wach).

Weglaufen ist auch nicht mehr, dahingehend habe ich ihr ganz deutlich vor Augen gehalten, dass das wahnsinnig gefährlich ist.

Seit gestern hat sie auch uns gegenüber in Situationen wo sie zu Wort kommen möchte auch eine Art an sich die nicht schön ist. Aber wir sind lockerer - wir sagen einfach sofort: Stopp! Und dass genau das eine Art ist, die nicht geduldet wird und erklären ihr wie es besser geht. Das funktioniert.

Beim Papa gibt es so eine Gelassenheit nicht. Er plustert sich sofort auf wie ein keifender Gockel und wird nicht fertig mit sich darüber aufregen.

Es gab auch schon die Situation dass die Maus vom Papa gesagt bekommen hat sie solle sich die bestimmten Sachen anziehen. Die Maus geht an dem Stapel zurechtgelegter Sachen vorbei ins Bad und ruft ihre "Ziehmama" sie solle ihr die Sachen man ins Bad bringen und sie anziehen. Dem Papa schlackern dann natürlich ordentlich die Ohren.

Ich muss einerseits schmuntzeln wie die beiden sich behandeln lassen und denke: Selbst schuld. Aber jetzt ist ein Punkt wo sich etwas verändern muss und ich nicht mehr nur Tipps geben kann. Denn sie ist dabei sich von ihm zu trennen wegen der kleinen Maus und ihr Papa hat mir schon gesagt dass wenn dies passiert wird er dies der Maus nie verzeihen.

.... Es tut weh so etwas aus dem Mund ihres Papas zu hören... Drum muss ich einschreiten und die Maus irgendwie dazu bringen dass unsere Regeln auch da gelten.

Ist ja im Grunde nichts anderes wie wenn sie Urlaub bei ihrer Omi macht und ich ihr sage wie es zu laufen hat, dass sie hören muss, etc. pp.. Dann klappte das doch früher auch. Heute irgendwie nur noch, wenn ich ihr zB sage "Wenn das nicht klappt, bringt dich dein Papa zurück und du darfst nicht mit in den Freizeitpark fahren." Das ist aber nicht der richtige Weg und schon gar keine Dauerlösung. Derzeit weiß ich nicht wie ich sie sonst dazu bringen kann.

Sie schreiben ihr Papa soll wenn sie nicht hört sofort die Aktivität abbrechen. Das haben sie auch schon einmal getan - aber etwas bewirkt hat es nicht. Und immer das abbrechen was sie selbst gerade wollen werden sie nicht. Ihr Papa hat die kleine Maus immer an seinen freien Tagen was ca. 50 % der Woche aus machen und da möchte er natürlich etwas unternehmen, gerade mit der noch frischen Beziehung.

von Fannitastisch am 04.11.2014, 08:43 Uhr

 

Antwort auf:

getrennt lebende Eltern - warum ist sie bei ihm wie ausgewechselt? Teil 2

Liebe Fannitastisch,

der Papa und seine Freundin sollten mit Ihrer Tochter Regeln festlegen, die für alle gleichermaßen gelten. Jeder darf benennen, wie er sich etwas wünscht. Gemeinsam kann besprochen werden, wie dies umzusetzen ist. Ein gemeinsamer Plan kann kindgerecht aufgeschrieben werden (evtl. mit selbsterklärenden Zeichnungen). Am entsprechenden Plan können sich alle langhangeln und in ruhigem Ton an die Absprachen erinnert werden.

Viel mehr, als dem Papa einen entsprechenden Vorschlag zu machen, können Sie nicht. Ihre Tochter muss es von ihrem Vater erfahren, welche Vorstellungen er hat und wie er sich die Umsetzung und die Konsequenzen vorstellt. Aus der Ferne können Sie schlecht agieren.

Ein womögliches Zerwürfnis zwischen Ihrem Expartner und seiner Freundin sollte nicht auf dem Rücken Ihrer Tochter ausgetragen werden. Auch wenn er enttäuscht ist und es aus seiner Sicht am Verhalten seiner Tochter liegt, sollte sie es nicht zu spüren bekommen. Ihre Tochter ist hin- und hergerissen. Hier gelten diese Regeln, dort andere. Natürlich probiert sie sich aus. Was in dem einen Haushalt nicht erlaubt ist, könnte ja im anderen funktionieren. Wie gesagt, das Verhalten Ihrer Tochter werden Sie nicht an den Tagen, an denen sie bei Ihnen ist, für die Tage, an denen sie beim Papa ist, steuern können. Dafür sind der Papa und seine Freundin zuständig.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 04.11.2014

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