Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Mein Sohn, 17 Monate, isst nichts und bevorzugt Muttermilch

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Guten Tag,
Mein Sohn ist 17 Monate alt und wird immer noch gestillt. Als er 6 Monate alt war fingen wir mit Beikost an, er aß Gemüsebrei mit Fisch oder Fleisch zu mittag (nur paar Löffel da er nie begeistert war) und Getreidebrei mit Obst ( dass mochte er). In den folgenden Monaten fing er dann auch an Brot, Yogurt und Frucht in Stückchen zu essen. Leider wollte er ab den 10. Monat keine Nudeln, Reis, Fisch oder Fleisch mehr essen, nicht mal paar Löffel, und er war noch nie neugierig von meinem Teller zu probieren. Er bevorzugt immer die Muttermilch. Mitlerweile mit 17 Monaten besteht sein Tages-Menü aus:
- Frühstück: kindermilch (ca 40ml) mit Müsli oder kinderkekse oder Vollkorntoast mit frischkäse oder Marmelade. Davon isst er immer nur paar Stücke.
- Zwischenmahlzeit: einen yogurt oder paar Bisse von einer Banane oder Apfel oder Birne
- Mittagessen: paar Bissen vom Brot oder von Pizza die ich ihm selbst vorbereite.
- Zwischenmahlzeit: yogurt oder Obst
-Abendessen: Brot/ Pizza oder Kindermilch (ca 40 ml) mit Kekse (bereite ich selbst vor mit einem Hauch Zucker).
Dazwischen kommen immer wieder Stillmahlzeiten vor (auch Nachts). Natürlich versuche ich ihn nicht vor den Mahlzeiten zu stillen.
An sonsten will mein Sohn nichts anderes Essen und er ist auch nicht neugierig. Ich biete ihm alles an was auch wir in der Familie essen. Beim kochen ist er immer dabei. Es kommt auch schon vor das er beim Vorbereiten aus dem Topf probiert aber danach beim Essen am Tisch will er nichts davon wissen. Er bleibt auch nur kurz in seinem Stuhl oder auf dem Schoß und will dann eher spielen.
Mein Sohn entwickelt sich gut, er ist im Gewicht und in der Größe entsprechend seines Alters. Ich bin nur verzweifelt weil ich alles ausprobiere um ihm Spaß und Neugier beim essen zu geben. Habe es auch schon spielerisch versucht in dem wir seine Autos füttern oder er mich.
Ich würde mich sehr über einen Rat freuen wie ich meinem Sohn Nudeln, Fleisch und all die wichtigen Lebensmittel anbieten kann ohne das er direkt alles verneint.

Danke
Liebe Grüße
MeineInsel

von MeineInsel am 15.02.2021, 14:43 Uhr

 

Antwort auf:

Mein Sohn, 17 Monate, isst nichts und bevorzugt Muttermilch

Hallo MeineInsel
im Rahmen meiner Arbeit hier im Forum Kochen für Kinder kann ich dir leider nicht gut weiterhelfen. Zunächst einmal möchte ich dir das Nachbarforum von Biggi Welter empfehlen. Hier kannst du sämtliche Fragen zum Thema Stillen einstellen.
Sie kann dich bezüglich eurer Stillpraxis bestimmt sehr gut beraten und dir sinnvolle Vorschläge für die weitere Vorgehensweise nennen. Denn vielleicht und bestimmt ist es sinnvoll, wenn ihr das Stillen in mehr geordnete Bahnen lenkt. Evtl regelmäßige (2x am Tag) Stillmahlzeiten einführt und nachts ggf deutlich reduziert oder aufhört.
Im zweiten Lebensjahr ist Stillen noch immer eine ganz wunderbare Sache. Der Löwenanteil der zugeführten Energiemenge sollte im zweiten Lebensjahr jedoch möglichst aus anderen Speisen als Muttermilch (oder Milch) stammen. Kalorien und Energie sollten jetzt zumindest durch deutlich mehr Lebensmittel als durch Milch zugeführt werden. Bei euch nimmt Milch (Muttermilch, Kindermilch, Joghurt, Frischkäse) einen großen Anteil der täglichen Ernährung ein. Neben Muttermilch, welche dein Sohn auch nachts zu sich nimmt, erhält dein Kind auch weitere Milchprodukte regelmäßig und über den Tag verteilt.
Dein Kind hat dadurch eine gewisse Grundsättigung. Es fehlt ihm an Hunger und Appetit.
Um nun auf deine Frage zu antworten, kann ich somit nur sagen:
weniger stillen und weniger Milchprodukte. Wie genau diese Punkte nun umsetzbar wären und ob es überhaupt erstrebenswert ist, das kannst du bei Biggi Welter nachfragen. Sie ist die Expertin für Fragen rund ums Stillen.
Du du schreibst, dass dein Sohn sich gut entwickelt und alles soweit passt.
Er hat bisher Beikost gegessen. Er isst Stückchen und nascht auch manches Mal direkt aus dem Topf. Dein Kind isst. Er isst zwar nur kleine (subjektiv wahrgenommene) Mengen, aber er isst und gedeiht dazu prächtig.

Es gibt für scheinbar lustlose Esser natürlich mehrere Möglichkeiten, welche das Verhalten erklären. Die eine ist, wie ich bereits geschrieben habe, eine Grundsättigung durch stetige Energiezufuhr wie bspw stillen.
Ein anderes Szenario können beginnende Machtkämpfe, Unsicherheiten, etc sein.
Auch mögliche Gründe sind bspw medizinisch indiziert. So kann ein möglicher Eisenmangel bspw auch den Appetit drosseln. Beim Eisenmangel sind jedoch viele weitere Punkte auffällig, nicht nur das Essverhlaten, wie z.B. häufig eine insgesamt nicht ganz optimal altersentsprechende Entwicklung u.a. Bei euch doch eher unwahrscheinlich, oder? Zur Vollständigkeit weise ich nur noch einmal darauf hin.
Auch andere gesundheitliche Aspekte wie bspw Schluckstörungen, das Gebiss, das Sehen, Unverträglichkeiten, motorische Entwicklungsverzögerungen etcetc , all das kann mit einer verlängerten oder erschwerten Einführung von Beikost/Familienkost im Zusammenhang stehen.
Ggf lohnt ein zweiter Bilck auf genannte Thematiken, wenn ein Kind partout keine oder kaum feste Nahrung zu sich nehmen möchte.
Da dein Sohn aber isst, nur eben nicht die Mengen welche du erwartest oder wünschst oder erhoffst, musst du einmal prüfen was in eurem Fall am meisten wahrscheinlich ist.
Bestimmt wird dir auch hierbei Biggi Welter sinnvolle, richtungsweisende Argumente geben.
Wenn du sehr verunsichert bist, solltest du alles natürlich noch einmal mit dem KiA besprechen.

Bestimmt wird dein Sohn, so wie du alles geschildert hast, aber bald durch den Erhalt von weniger Milch nachfolgend mehr Hunger und auch mehr Appetit und Neugier entwickeln.
Setzt euch also entspannt zu den üblichen, rhythmisch in den Tag eingegliederten Mahlzeiten, zusammen an den Esstisch. Setzt euch so, dass dein Kind dich gut sehen und beobachten kann. Esst gemeinsam die gleichen Sachen.
Sei ein Vorbild. Ohne Worte.
Leite die Mahlzeiten mit einem Ritual ein. Achte bei deinem Kind auf einen guten Sitz (Füße müssen aufstehen) im Hochstuhl. Biete ihm von allem an. Stelle es vor ihn hin und lass ihn damit spielen.
Der Geschmackssinn darf gefordert werden. Schenke deinem Kind schöne Essmomente mit leckerem Essen und gewöhne ihn an Basics.
Das bedeutet: alle essen zusammen, alle essen alles.
Bei der Familienkost geht es nun nicht mehr nur darum, dass du dein Kind mit Nahrung versorgst, um primär Kalorien und Nährstoffe zu geben. Es geht um vieles mehr. Auch die Ernährungserziehung nimmt jetzt einen großen Platz ein. Es geht um den Spaß und Genuß (beim Essen), um das Warten und Anpassen an gemeinschaftliche Interessen bei Tisch Bspw: "Wir beginnen gemeinsam zu essen", bspw nach dem Sprechen eines Tischspruchs.
So vermittelst du deinem Kind von klein auf eure/unsere Esskultur.
Bei der Familienkost geht es um das eigenständige Entdecken von Lebensmitteln und gleichzeitig um das Dabeisein am Familientisch. Bei den breifreien (kleinkindgeeigneten) Angeboten darf dein Kind unter Aufsicht, aufrecht sitzend, einfach spielerisch zugreifen und das Essen mit allen Sinnen wahrnehmen. Dein Sohn soltle die Nahrung mit den Händen (be)fühlen und erste Sinneseindrücke wahrnehmen - bspw die Konsistenz, die Temperatur u.a. Dann wird er sich das Stückchen zum Mund führen und ggf in den Mund nehmen. Nur wenn er wirklich hungrig ist, kann er auch wirklich nennenswerte Mengen davon essen.
Je mehr dein Kind kennen lernen und essen kann, desto mehr gewöhnt er sich. Je mehr es daran gewöhnt ist, desto mehr und desto lieber möchter er essen.

Wenn dein Kind also rundum gesund und normal entwickelt ist, wenn er essen kann und Hunger hat, wird er auch bald größere Mengen essen und mehr Spaß und Geduld am Esstisch haben.
Bleibe einfach in einer guten Zweiterbeziehung mit deinem Kind und reagiere angemessen auf seine Bedürfnisse: fordere dein Kind etwas mehr, traue ihm ggf etwas mehr zu. Fördere dein Kind ohne es zu überfordern.
Also dann
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 17.02.2021

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