julchen-mama
Hallo Biggi, heute möchte ich mich noch einmal an Sie wenden. (Ja, mich gibts noch und ich pumpe noch fleißig....) Da ich schon mehrere Liter Muttermilch wegen "schlechtem Geschmack" nach dem Auftauen wegschütten mußte, habe ich mich mal direkt an die La Leche Liga gewandt und folgende Antwort bekommen: ___________________________________________________________ "Sie haben das Problem, dass die abgepumpte Muttermilch jedes mal nach dem Auftauen ganz schrecklich schmeckt. Nun haben Sie gehört, dass der Milch ein Enzym fehlen könnte und Sie fragen sich, ob es eine Möglichkeit gibt, das entsprechende Enzym zuzuführen oder einzunehmen, damit Ihre Milch wieder schmeckt. Also, es ist wahrscheinlich nicht so, dass der Milch ein Enzym fehlt, sondern dass die fettabrechenden Enzyme in der Milch (Lipasen) zu früh aktiv werden. Sie können sie unwirksam machen, indem Sie die Milch vorm Einfrieren schnell bis an den Siedepunkt bringen (bitte nicht lange Aufkochen lassen) und dann schnell wieder abkühlen. Richtig ist, dass die „schlechte“ Milch Ihrer Tochter gesundheitlich nicht schadet." ___________________________________________________________ Jetzt bin ich etwas verunsichert, da man doch sagt, daß einmal erhitzte Milch nicht wieder erwärmt bzw. eingefroren werden darf. Außerdem schmeckt meine Milch vor dem Einfrieren immer super. Allerdings lasse ich sie immer ein paar Stunden im Kühlschrank stehen, bevor ich sie einfriere. Meinen Sie, das Problem träte nicht auf, wenn ich die Milch sofort nach dem Pumpen einfriere? Und werden die Lipasen auch im gefrorenen Zustand aktiv? Wie kann ich denn die Milch, wenn ich sie stark erhitzt habe schnell abkühlen um sie einzufrieren? Ich weis, das sind viele Fragen aber ich möchte noch nicht aufgeben mit dem Einfrieren. Nur so trinkt meine Maus (fast 8 Monate) die aufgetaute Milch eben nicht. Vielen Dank für Ihre Antwort. Liebe Grüße Grit
Liebe Grit, das Einzige was wohl feststeht ist, dass sich die Milchfette aus noch nicht richtig geklärten Gründen verändern und die Milch dann seifig schmeckt und riecht. Diese Milch ist nicht verdorben in eigentlichen Sinne und es gibt Babys, die diese Milch trinken, während andere Kinder sie (verständlicherweise) strikt ablehnen. Seltsamerweise ist nicht immer alle Milch der gleichen Frau (trotz gleicher Behandlung) betroffen. Auch dafür gibt es noch keine Erklärung. Aus der Erfahrung weiß man, dass der geschmacklichen Veränderung durch kurzes Erhitzen der Milch (ähnlich wie beim Pasteurisieren) entgegengewirkt werden kann. Das „Abkochen" der Milch kann eine Alternative sein, wenn die Mutter auf das Abpumpen und Aufbewahren angewiesen ist (z.B. wegen Berufstätigkeit). Die so behandelte Milch ist immer noch besser als künstliche Säuglingsnahrung, allerdings gehen der Großteil der Immunstoffe leider verloren. Ruth Lawrence, MD, beschäftigt sich in einem Kapitel ihres Buches „Breastfeeding: A guide for the medical profession" auch mit diesem Phänomen, aber auch dort finden sich keine endgültigen Erklärungen. Probiere es einfach mal aus, die Milch vorher kurz abzukochen. LLLiebe Grüße Biggi
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