Mitglied inaktiv
hallo, unser kind ist 6,5 wochen alt. ich wurde vom ersten moment an angeleitet, mit stillhütchen zu stillen. stillprobleme wie total wunde & entzündete brustwarzen und schmerzen beim stillen haben wir schon hinter uns gebracht, meine nachsorgehebamme hatte gute tipps. das stillen (weiterhin mit stillhütchen!) klappte dann eine zeitlang ganz gut, außer dass unsere tochter nur relativ langsam zunahm und deshalb alle zwei stunden gestillt werden sollte. seit eineinhalb wochen nun gibt es das problem, dass die linke brust nicht richtig geleert wird. rechts klappt es wesentlich besser. per milchpumpe haben wir "herausgefunden", dass die milch schlecht fließt, es dauert recht lange, bis sie fließt. das kind pennt an beiden seiten immer wieder ein, obwohl, wie gesagt, die rechte seite dennoch besser geleert wird und dort auch auf jeden fall die milch besser & schneller fließt. das, was getrunken wird, ist nach kurzer zeit "wieder in der brust", (auf beiden seiten), was auch nicht gerade angenehm ist, d.h. im grunde habe ich (bei schlecht fließender milch links) dennoch zuviel milch. meine nachsorgehebamme hat mir homöopathische sachen empfohlen, zusätzlich wärme vor dem stillen und kälte nach dem stillen. was würden Sie empfehlen? ich muss sagen, dass mich das ganze "rumgetue" (vor dem stillen dies und nach dem stillen jenes) völlig nervt und die situation ziemlich aufreibend und frustrierend ist. (das kind hat hunger und schreit, dann pennt es fast direkt an der brust ein, die brust wird links nicht richtig leer und fühlt sich total unangenehm an, rechts ist es besser, aber sie schläft auch da oft ein). versuche, ohne stillhütchen zu stillen gab es übrigens mehrere, sie sind alle gescheitert und arteten in totale hektik und nervosität aus. ob ich jetzt mit milchpumpe hantieren soll, weiß ich auch nicht, denn dann wird ja eventuell noch mehr milch gebildet, die ja ohnehin zuviel ist. vielen dank, Mollie
Liebe Mollie, ich fürchte, dass Sie da wenig machen können. Wir Menschen sind nicht symmetrisch und das gilt auch für die Brüste einer stillenden Frau. Es ist ganz normal, wenn eine Brust mehr Milch bildet als die andere. In einigen Fällen kommt es zu einer stärkeren Milchproduktion in einer Brust, weil in dieser Brust mehr Milchgänge arbeiten und die Milch in dieser Brust schneller und reichlicher fließt. Manchmal wird (häufig unbewusst) an einer Seite mehr angelegt als an der anderen und so diese Seite zu mehr Milchbildung angeregt. Dieser Unterschied ist jedoch normalerweise bedeutungslos, da es nicht auf die Menge in einer Brust ankommt, sondern auf die Gesamtmenge. Stillhütchen sind ein Hilfsmittel, das in bestimmten Situationen seine Berechtigung hat. Die Kunst besteht darin, zu erkennen, wann dieses Hilfsmittel wirklich hilft und wann nicht. Wichtig ist außerdem, dass die Frau, die mit Stillhütchen stillt gut begleitet wird und da hapert es leider sehr oft. Außerdem gibt es Probleme, die sich nur scheinbar durch die Verwendung eines Stillhütchens lösen lassen und hier gilt es gut zu unterscheiden, ob die Frau dann aufgibt, weil das Problem nicht gelöst wurde oder weil sie mit Stillhütchen stillt. Gerade wenn Ihr Baby nur langsam zunimmt, wäre es sinnvoll, wenn Sie auf die Stillhütchen verzichten würden und Ihr Baby möglichst oft anlegen. Die folgenden Vorgehensweisen haben sich bewährt: Schrittweises Abschneiden der Spitze des Stillhütchens. Einige Mütter entwöhnen ihre Babys erfolgreich von den Stillhütchen, indem diese umstülpen und dann jeden Tag (oder vor jedem Stillen, wenn das Baby dies akzeptiert) einen dünnen Streifen aus der Mitte herausschneiden, bis nichts mehr übrig bleibt. Zum Schneiden wird eine scharfe Hautschere oder eine Rasierklinge verwendet. Bei einem Stillhütchen aus Silikon darf diese Methode nicht angewendet werden, weil beim Schneiden scharfe Kanten entstehen. Das Stillhütchen schnell wegziehen, während das Baby an der Brust trinkt. Das Baby trinkt zu Beginn mit dem Stillhütchen. Nachdem der Milchspendereflex eingesetzt hat, wird das Stillhütchen schnell weggezogen und das Baby direkt an die Brust angelegt. Das Stillhütchen mit Stoff ausstopfen. Manche Mütter haben ihren Babys die Stillhütchen abgewöhnt, indem sie diese mit etwas sauberem Stoff ausgestopft und das Stillhütchen zu Beginn der Stillmahlzeit wie gewohnt angelegt haben. Das Baby wird merken, dass es die Milch nur direkt von der Brust bekommt und allmählich die Brust dem Stillhütchen vorziehen. In Ihrer Situation ist eine Zusammenarbeit von Mutter und Stillberaterin zu empfehlen. Ich suche Ihnen gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus, wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben. Bis Sie eine Stillberaterin erreichen können hier einige allgemeine Hinweise zur Steigerung der Milchmenge: Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb sollten Sie Ihr Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Etwa alle zwei Stunden (jeweils vom Beginn der letzten Mahlzeit bis zum Beginn der nächsten Mahlzeit gerechnet) und vermeiden Sie den Schnuller. Der Schnuller befriedigt das Saugbedürfnis ihres Kindes, ohne dass es dabei Nahrung erhält. Bei einen wenig zunehmenden Kind ist dies nicht günstig. Um das Interesse Ihres Babys an der Brust wach zu halten, können Sie es mit Wechselstillen versuchen. Beim Wechselstillen legen Sie Ihr Baby an und stillen es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nehmen Sie es sanft von der Brust (vergessen Sie nicht den Saugschluss zu lösen) und lassen es aufstoßen, streicheln seine Fußsohlen oder massieren es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Sie es wieder etwas ermuntert haben. Dieses `Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Nach ein paar Tagen sollte eine Gewichtszunahme bei Ihrem Baby feststellbar sein. Der Schlaf eines nicht genügend zunehmenden Kindes ist NICHT heilig, deshalb sollten Sie Ihr Baby zum Stillen wecken! Um die Milchproduktion zu steigern kann außerdem zusätzliches Pumpen sinnvoll sein. Allerdings sollte Ihnen eine gute Pumpe zur Verfügung stehen und außerdem das Pumpen richtig erklärt werden. Leider gibt es immer noch Pumpen, die ungeeignet sind und selbst mit einer effektiven Pumpe muss das Pumpen gelernt und geübt werden. Am besten wäre es, wenn Ihnen eine Stillberaterin vor Ort das Abpumpen genau erklärt und Ihnen zeigt wie Sie die Brust massieren können. Achten Sie darauf, dass SIE so viel Ruhe und Erholung wie möglich bekommen (am besten legen Sie sich zusammen mit Ihrem Baby ins Bett) und sich möglichst ausgewogen und ausreichend ernähren. Kohlenhydratreiche Nahrung wirkt sich positiv auf die Milchmenge aus. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Sie müssen keinen Milchbildungstee trinken und wenn Sie ihn trinken wollen, dann bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich, mehr kann Bauchprobleme bei den Kindern verursachen. Eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr wirkt sich NICHT positiv auf die Milchbildung aus. Sie trinken genügend, wenn Sie sich nicht ausgedörrt fühlen, wenn Ihr Urin hell ist und Sie keine Verstopfung bekommen. Bieten Sie bei jeder Mahlzeit beide Brüste an. Dadurch das Baby wirklich die gesamte vorhandene Milch bekommt und die Milchproduktion in beiden Seiten angeregt wird. Achten Sie auf eine korrekte Stillhaltung und richtiges Ansaugen Ihres Babys. Das Baby darf nicht nur die Spitze der Brustwarze in den Mund nehmen. Seine Lippen müssen auf dem Warzenhof aufliegen. Nicht selten liegt es an einer ungünstigen Saugtechnik des Babys, wenn die Milchmenge nicht ausreicht ist. Stillhütchen können dieses Problem noch weiter verschärfen. Am besten wäre es, wenn Sie sich von einer Stillberaterin vor Ort das korrekte Anlegen zeigen lassen und sich erklären lassen, woran Sie erkennen, ob ihr Baby richtig saugt. Beim korrekten Anlegen warten Sie, bis das Baby seinen Mund weit öffnet wie zum Gähnen. Dann wird es rasch an die Brust gezogen. Der Mund des Babys sollte mindestens zweieinhalb Zentimeter des Brustwarzenhofes bedecken. Das Kinn und die Nasenspitze des Babys berühren die Brust während der Stillmahlzeit. Die Lippen des Babys sind `aufgeschürzt" und entspannt. Die Zunge des Babys liegt unter der Brust. Schläfen und Ohren des Babys bewegen sich während des Saugens. Das Baby liegt mit der Mutter Bauch an Bauch. Es liegt auf der Seite, so dass sein ganzer Körper der Mutter zugewandt ist. Sein Kopf ruht in ihrer Ellenbeuge, sein Rücken wird von ihrem Unterarm gestützt und sie hält seinen Po oder Oberschenkel mit ihrer Hand. Ohr, Schulter und Hüfte des Babys bilden eine Linie. Der Kopf sollte gerade liegen und nicht zurückgebogen oder zur Seite gedreht sein. Eine gute Beschreibung der korrekten Anlegetechnik finden Sie in dem Infoblatt `Stilltechniken, die funktionieren", das bei jeder La Leche Liga Stillberaterin bezogen werden kann. Eventuell notwendige Zusatznahrung sollte nach Möglichkeit nicht mit der Flasche, sondern mit einer alternativen Fütterungsmethode (z.B. dem Becher oder ev. Brusternährungsset) gegeben werden. Auch das Bechern sollten Sie sich von einer Kollegin vor Ort zeigen lassen. Alles Saugen des Babys sollte möglichst an Ihrer Brust erfolgen. Selbstverständlich sind auch andere Stillpositionen möglich, wichtig ist aber, dass das Kind immer genügend Brust in den Mund nimmt und den Kopf beim Trinken nicht drehen muss. Scheuen Sie sich wirklich nicht, sich an eine Kollegin in Ihrer Nähe zu wenden. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
hallo, danke für Ihre antwort. allerdings habe ich ja eher das gefühl, dass zuviel (und nicht zuwenig) milch da ist, zumindest im moment, denn eine halbe stunde nach dem stillen ist auch die rechte seite, die ja gut geleert wird, wieder "voll". versuche, unser kind vom stillhütchen wegzubekommen, sind, wie gesagt, gescheitert. wir haben ebenfalls gewartet, bis die milch schon fließt, das stillhütchen schnell weggenommen und versucht, sie normal anzulegen. es hat mehrfach nicht geklappt und artete in totale hektik und abwehrhaltung des kindes aus. sie hat dann die brustwarze nur in den mund genommen und sich einfach nicht richtig festgesaugt. meine hebamme meinte, das saugen würde nicht richtig funktionieren, und sie würde es einfach nicht können. der saugreflex fängt zu spät erst am gaumen an und nicht schon an den lippen. ich kenne nur stillhütchen aus silikon, gibt es welche aus anderem material? wir ziehen in zwei wochen nach Wien, gibt es dort auch die möglichkeit, dass eine stillberaterin vor ort mich betreut? viele grüße Mollie
Liebe Mollie, es erfordert sicherlich viel Geduld, einem Baby die Stillhütchen abzugewöhnen, aber es ist machbar und bei einem schlecht zunehmenden Baby auch sinnvoll. In Wien können Sie sich an eine der folgenden LLL Stillberaterinnen wenden: 1050 Wien Maria Wiener Tel.: 0650 / 8712196 1100 Wien Brigitte Humer Tischler Tel.: 0650 / 6807848 1110 Wien Christine Schierer Tel.: 0676 / 9133973 1130 Wien Barbara Hub Siegl Tel.: 0699 / 102 38 839 1140 Wien Christina Schuster Weingartner Tel.: 01 / 894 63 00 1190 Wien Hofstadler Annemarie 01 / 440 23 62 1190 Wien Petra Walko Tel.: 0699 / 815 26 013 1200 Wien Faride Robineau Tel.: 01 / 350 96 70 1210 Wien Petra Hummer Tel.: 0676 / 641 74 60 1220 Wien Siegrid Holzinger Tel.: 01 / 204 49 84 1220 Wien Barbara Grabherr Ebner Tel.: 01 / 774 20 63 od. 0676 / 5309613 1230 Wien Sieglinde Holnsteiner Tel.: 01 / 886 35 06 1230 Wien Regina Zeuner Tel.: 01 / 867 45 32 LLLiebe Grüße Biggi Welter
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