Naeschen10
Hallo zusammen! Mein Sohn ist jetzt etwas mehr als 5 Wochen alt und ich bin mit der Stillsituation leider nicht ganz zufrieden. Anfangs hatte ich durchgehend starke Schmerzen beim Stillen (habe sogar schon geblutet). Durch meine Hebamme wurde es dann zum Glück besser. Irgendwann wusste sie aber auch nicht mehr weiter und ich ging zu einer Stillberaterin. Diese meinte ich habe zu viel Milch, sodass das Baby nicht ordentlich trinken kann. Seit 2,5 Wochen bin ich am "Blockstillen" - habe aber trotzdem noch zu viel und er verschluckt sich auch oft. Auch kommt meine Brustwarze aus dem Mund nicht schön heraus (wie ein Keil oder Lippenstift). Ich habe schon viele Stillpositionen probiert aber, mal mehr, mal weniger, habe ich trotzdem eine verformte + gerötete Brustwarze. Lege ich mein Kind falsch an? Kann es sein, dass manche Babys nicht schön trinken können? Am Zungenbändchen liegt es auch nicht. Vielen lieben Dank! LG
Liebe Naeschen10, wunde Brustwarzen sind fast immer durch eine ungünstige Anlegetechnik und/oder ein ungünstiges Saugverhalten des Kindes verursacht. Beides wird weder durch Stillhütchen noch durch Abpumpen verbessert, ganz im Gegenteil. Deshalb kann ich dir nur wärmstens ans Herz legen, dich so schnell wie möglich an eine Stillberaterin in deiner Nähe zu wenden, die sich anschaut, wie dein Kleiner angelegt ist und wie er saugt. Adressen von Stillberaterinnen finden sich im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Es ist wirklich wichtig, dass die Ursache für die wunden Brustwarzen herausgefunden wird, denn solange diese nicht beseitigt ist, sind alle anderen Maßnahmen allenfalls Kosmetik, aber nicht wirklich erfolgversprechend. Bis du eine Kollegin vor Ort erreichen kannst hier einige Tipps, wie du die Heilung der wunden Brustwarzen beschleunigen kannst: • vor dem Stillen etwas Milch ausstreichen, um den Milchspendereflex auszulösen, bevor das Baby an die Brust anlegt wird. • an der weniger wunden Seite zuerst anlegen (wenn es eine gibt) • nach dem Stillen etwas Muttermilch ausstreichen und auf den Brustwarzen trocknen lassen (dies wird nicht empfohlen, wenn das Wundsein durch eine Soorinfektion verursacht wird, da Soor auf Milch gute Wachstumsbedingungen findet). • ausreichend hochgereinigtes Lanolin (unter den Handelsnamen Lansinoh, Purelan oder Lanosin erhältlich) auf die Brustwarze auftragen, um sie zwischen den Stillmahlzeiten feucht zu halten (aber nicht zu viel Lanolin verwenden, sonst wird die Brustwarze glitschig und das Baby kann beim Stillen abrutschen). Es hat sich herausgestellt, dass dadurch der Heilungsprozess bei wunden, offenen und blutenden Brustwarzen beschleunigt wird, wenn diese durch schlechte Stillhaltung, falsche Anlegetechnik oder Saugprobleme entstanden sind. • zwischen den Stillmahlzeiten Brustwarzenschoner mit großen Öffnungen und Löchern zur Luftzirkulation im Büstenhalter tragen, um die Brustwarzen zu schützen. Es können auch mehrere Einmalstilleinlagen aufeinandergeschichtet und in der Mitte ein Loch, das als Aussparung für die Brustwarze dient, hineingeschnitten werden. Hier noch ein paar Tipps zum korrekten Anlegen: Dein Baby liegt mit dir Bauch an Bauch. Es liegt auf der Seite, sodass sein ganzer Körper dir zugewandt ist. Sein Kopf ruht in deiner Ellenbeuge, sein Rücken wird von deinem Unterarm gestützt und du hältst seinen Po oder Oberschenkel mit deiner Hand. Ohr, Schulter und Hüfte deines Babys bilden eine Linie. Der Kopf sollte gerade liegen und weder nach hinten gebogen noch zur Seite gedreht sein. Eine gute Beschreibung der korrekten Anlegetechnik findest du im Infoblatt „Stilltechniken, die funktionieren“, das du bei jeder La Leche Liga-Stillberaterin erhalten kannst. Denke auch daran, den Saugschluss zu lösen, bevor du dein Baby von der Brust nimmst. Schiebe dazu vorsichtig deinen kleinen Finger in den Mundwinkel deines Babys. Babys haben von Geburt an einen Reflex, der sie dazu veranlasst, den Mund weit zu öffnen, wenn er richtig ausgelöst wird. Um diesen Reflex auszulösen, kitzelst oder berührst du die Lippen deines Babys leicht mit der Spitze deiner Brustwarze und wartest, bis es den Mund öffnet. Übst du dabei zu viel Druck aus, reagiert dein Baby möglicherweise nicht auf die gleiche Weise. Bei manchen Babys dauert es etwas länger. Kitzle oder streichele die Lippen daher geduldig weiter. Einige Babys reagieren schneller, wenn nur die Unterlippe berührt oder gekitzelt wird. Du kannst deinem Baby auch andere Signale beibringen, die es zum Öffnen des Mundes auffordern. Sage zum Beispiel das Wort „Aufmachen“, während du seine Lippe leicht kitzelst oder berührst, und öffne dabei selbst deinen Mund weit. Dein Baby wird lernen, den geöffneten Mund und das Wort „Aufmachen“ mit dem gewünschten Verhalten zu verknüpfen. Verstärkt wird dieser Lerneffekt, wenn dein Baby anschließend als Belohnung die Brust erhält. Öffnet dein Baby den Mund nicht oder nicht weit genug, kannst du ihn weiter öffnen, indem du sanft, aber bestimmt mit dem Zeigefinger der Hand, die deine Brust stützt, sein Kinn nach unten ziehst, sobald es den Mund öffnet. Es ist wichtig, genau in diesem Moment nach unten zu ziehen, da die Kiefermuskulatur dann entspannt ist. Wenn dir eine Hilfsperson zur Verfügung steht, kann sie das Kinn deines Babys nach unten ziehen, während du es anlegst. Sag mal, bekommt dein Baby einen Schnuller? Es könnte sein, dass dein Baby deshalb nicht korrekt an der Brust trinkt, melde dich bitte noch einmal, wenn du Tipps dazu möchtest. Gute Besserung und liebe Grüße Biggi
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