Julesonne
Guten Tag, seit nun 1 Woche hat mein 3 Wochen alter Sohn angfangen die Brust nicht mehr richtig anzusaugen. Ich bin gleich zur Stillberatung und die meinte, es läge an meinem zu starken Milchsopendereflex-ich solle versuchen die Milch zu reduzieren mit Salbeitee. HAt nicht geholfen-ausser, dass ich ihn öfter anlegen musste, weil nun meine Milch weniger wurde. Ich hab dann seit 3 Tagen alle anderen Sauger weggelassen, weil ich an Saugverwirrung dachte. Es wurde besser, aber er nimmt immernoch keine ganze Mahlzeit mit Ansaugen und am schlimmsten ist es in der Nacht und wenn er müde ist. Dann dauert das stillen bis zu 1,5 h, weil er ständig an der Brust einschläft, wieder aufwacht und schreit. Kolliken hat er durch das ganze auch noch bekommen, weshalb er eh schon schlecht schläft. Seit 3 Tagen ist nun auch der Po wund und es geht trotz Wundsalbe nicht weg-im Mund ist nichts zu sehen. Ist das Soor-meine Brüste tun zwar ziemlich weh, aber wenn er richtig ansaugt spüre ich sie garnicht mehr und nach ein paar guten Mahlzeiten sind sie wieder fast intakt. Im Mund sieht man nichts. Ausserdem hat er seit Geburt Schnupfen und ich muss ihm immer mal wieder gelben Schleim absaugen, aber das hat ihn am Anfang ja auch nicht gestört. HAben sie mir einen Rat? Meine Stillberatung scheint hilflos zu sein. Meine Brüste tun weh und für ihn ist das eine Tortur-ausserdem möchte ich auch gerne mal wieder ein bischen Zeit für meine Tochter haben, was nicht geht wenn ich ihn immerzu stillen und wegen Kolliken rumtragen muss. Liebe Grüsse Julia
Liebe Julia, dass ein Baby immer wieder an der Brust einschläft und nur stillt, ist normal. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys (und keinesfalls ein Einschlafproblem). Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Ein Wachstumsschub ist mit etwa drei Wochen zu erwarten. Dazu kommt: Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Das widerspricht dem Bild vom süß in der Wiege schlummernden Baby, das fast alle Frauen (zumindest beim ersten Baby) haben. Es war sehr gut, dass Sie die künstlichen Sauger verbannt haben! Eine Saugverwirrung entsteht, wenn ein Kind mit dem Wechsel zwischen den Trinktechniken an Brust und künstlichem Sauger (dazu gehören Flaschensauger, Schnuller und Stillhütchen) nicht zurecht kommt und dann die Brust schlussendlich sogar verweigern kann. Das ist ein ernsthaftes Stillproblem, das schon viele Sorgen und Tränen bei Müttern und Kindern verursacht hat. Doch eine Saugverwirrung kann überwunden werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen. Am besten besprechen Sie mit einer Stillberaterin in Ihrer Nähe, wie Sie vorgehen können. Die Kollegin kann Ihnen dann im persönlichen Kontakt gezielte Tipps und Hinweise geben, auch zum Thema Steigerung der Milchmenge und Wachstumsschübe. Sie kann Ihnen beim Stillen zusehen und Tipps zum korrekten Anlegen geben und Ihnen auch so zur Seite stehen. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Der wunde Po muss nicht gleich auf einen Soor hindeuten, aber lassen Sie das vom Arzt abklären. Sollte es ein Soor sein, müssen auch Sie unbedingt mitbehandelt werden! Kopf hoch, das wird, auch wenn die ersten Wochen furchtbar anstrengend sind! Ich wünsche Ihnen viel Kraft und helfende Hände! LLLiebe Grüße, Biggi
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