Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Starker Milchspendereflex

Frage: Starker Milchspendereflex

Eileeno

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Liebe Frau Welter, ich befürchte einen starken Milchspendereflex zu haben. Sobald dieser einsetzt, dockt mein Baby (7Wochen) ab, versucht wieder nach der Brust zu greifen, weint, hampelt, würgt und verschluckt sich. Durch das drücken meiner Brustwarze habe ich auch gesehen, dass vier strahlen meterweit schießen.  Unser Alltag: Ich pumpe morgens einmal beidseitig elektrisch, halbe stunde/Stunde nach der ersten Mahlzeit ab für einen Vorrat. Ich stille den ganzen Tag und die Nacht bei Bedarf. Wenn sie im Tragetuch unruhig wird, hole ich sie heraus und stille sie im Halbschlaf. Generell versuche ich ihr die Brust oft aktiv anzubieten und vor allem die Halbschlafphasen zu erwischen. Ich denke,  dass stillen muss sich nach weiter einspielen. Aber eigentlich hat es bis vor 2 wochen alles noch funktioniert.  Dann kam es zu den Schwierigkeiten.  Daraufhin habe ich ausprobiert: - Bergaufstillen/zurückgelehnt stillen, liegend seitlich zu stillen - die Brust vorher elektrisch und mit einer Handpumpe abzupumpen - Beim einsetzen des Reflex ( welchen ich leider nicht spüre sondern nur am Baby erkenne) es zu lösen und die Milch per Hand auszustreichen, dann nach 1-2 Minuten warten und Kind beruhigen, es wieder anzulegen  - Bei einem Stillvorgang immer nur eine Brust anzubieten - Art Blockstillen also nachts bspw mehrere Stunden Links und dann erst die rechte Brust, nach vorherigen Ausstreichen - ich habe auch versucht die Milch die ich morgens eigentlich einmal täglich abpumpe, um bald flexibler zu sein, per Flasche zu füttern. Das hat nur einmal geklappt. Es wurde ruhig getrunken. Bei der folgenden Flasche danach hat sie die Flasche verweigert.  Mittlerweile bin ich nurz davor aufzugeben, Pre Nahrung zu kaufen und meinem Mann die Situation zu überlassen. Stillen wird zur Qual und ich empfinde dabei Stress und Frust. Da fließen auch gerne mal ein paar Tränchen. Was soll ich nur tun? 


Biggi Welter

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Liebe Eileeno, erst einmal: Du machst unglaublich viel richtig. Man spürt, wie sehr du dich bemühst, Lösungen zu finden. Dass dich die Situation stresst und traurig macht, ist absolut verständlich. Stillen soll verbinden – und wenn es zur täglichen Belastung wird, zehrt das enorm. Und du hast wirklich schon viel probiert. Ich würde zunächst auf das zusätzliche Pumpen verzichten, denn das signalisiert deinem Körper, dass du mehr Milch benötigst und die Milchproduktion wird eher angekurbelt. Du könntest vor dem Anlegen erst einmal eine kleiner Portion abpumpen, denn so läuft ist der erste „Schwall“ schon einmal weg und dein Kind kann evtl. ruhiger trinken. Auch würde ich das Blockstillen nicht auf die Nacht beschränken, sondern über den Tag verteilen. Wie klappt es denn, wenn du im Liegen stillst oder dein Baby in aufrechter Position stillst? Oft hilft eine kleine Änderung wirklich enorm. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um die Milchmenge zu regulieren, wenn du dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme.  Bitte wende dich unbedingt auch an eine Kollegin vor Ort, die Euch sehen kann und so sehr viel gezielter beraten kann! Sie kann das Saugverhalten beurteilen und dir Tipps geben, wie du das Stillen hoffentlich wieder genießen kannst. Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Herzliche Grüße, ich wünsche dir sehr, dass es bald leichter wird. Biggi


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