Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillabstand 5 Monate altes Baby

Frage: Stillabstand 5 Monate altes Baby

Änni95

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Hallo liebe Biggi,  ich freue mich sehr, dass es hier dieses Forum gibt, weil ich langsam am verzweifeln bin.  Mein Baby ist 5,5 Monate alt. In den ersten drei Monaten war meine Brust das Non-Plus-Ultra für sie. Sie hat sehr gut und sehr viel getrunken und auch gerne mal über den Durst getrunken. Mit drei Monaten kam eine Brustschimpfphase für zwei Wochen. Danach wurde es wieder etwas besser, aber nicht mehr so wie früher.  Sie hatte mir 6 Wochen auch schon gut nachts geschlafen. Mit drei Monaten hat sich das wieder verändert. Zu dieser Zeit fing es auch an, dass das Stillen schwieriger wurde. Früher habe ich sie meistens im Wohnzimmer gestillt. Seit zwei Monaten kann ich sie nur noch im Schlafzimmer im Liegen stillen. Unterwegs Stillen ist ausgeschlossen. Aber auch im Schlafzimmer trinkt sie nicht immer. Manchmal trinkt sie da auch erst, wenn sie müde ist und mein Partner sie wiegt und sie gegen ihre Müdigkeit ankämpft und weint. Sie ist ein sehr aktives Baby, das sich schnell entwickelt und super aufmerksam für alles ist. Ich kann sie mittlerweile nicht einmal mehr im Wohnzimmer stillen.  Abends vor dem einschlafen und nachts trinkt sie gut.  Das eigentliche Problem, warum ich hier schreibe, ist, dass ich manchmal denke, dass sie Hunger hat, aber nicht an die Brust gehen will. Sie saugt an Spielsachen, ihren Fingern oder an meiner Schulter, will aber nicht an die Brust, wenn ich sie ihr im Wohnzimmer anbiete. Manchmal geht sie dann im Schlafzimmer im liegen dran und manchmal auch da nicht.  Ich weiß dann immer nicht wie ich mich verhalten soll. Manchmal vergehen auch 5 Stunden und sie trinkt nicht. Ich biete es ihr dann immer wieder an und mein Partner meint dann "Vielleicht hat sie keinen Hunger". Aber ich denke schon, dass sie Hunger hat und sich selbst im Weg steht. Und ich weiß ja auch besser wie viel sie vorher getrunken hat ...   Meine Fragen sind:  1. Wird es irgendwann von alleine wieder besser?  2. Wie sind die Stillabstände bei einem 5,5 Monate alten Baby? Kann es sein, dass das Baby nur alle 5-6 Stunden trinken mag?  3. Was mache ich, wenn ich Hunger vermute, dass Baby im Bett aber rum turnt? Sie muss durchgehend auf dem Bauch liegen und dreht sich dann oft von der Brust weg, um sich zu drehen. Sie streckt sich manchmal auch weg. Wenn ich sie im stehen stillen will, fängt sie sofort an zu weinen und überstreckt sich.  4. Nach wie vielen Stunden biete ich die Brust an und wie oft, wenn sie nicht trinkt? Kann ich entspannt sein, wenn sie dann auch mal 6 Stunden nichts trinkt? Ich werde ab 4 Stunden immer nervös.  Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Es bestimmt total unseren Alltag. Da sie auswärts nichts trinkt kann ich mit ihr nicht aus dem Haus gehen und etwas unternehmen, wenn sie mehrere Stunden nichts getrunken hat. Vielen lieben Dank für  deine Mühe! Viele Grüße Anna-Lena  


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Anna-Lena, es kommt vor, dass Babys schlicht und ergreifend so aufgedreht sind, dass ihnen die nötige Ruhe fehlt, um gut an der Brust zu trinken. Deshalb ist hier das nächste Mantra der Eltern von großer Bedeutung „ich bleibe gaaaaaaanz ruhig“. Mit Ruhe und Gelassenheit – so frau und man es schaffen, ruhig und gelassen zu bleiben – lassen sich diese Situationen immer noch am besten überstehen. Es gibt einige Kolleginnen, die von einer „Brustschimpfphase" sprechen. Damit sind Kinder gemeint, die Angst haben, beim Trinken an der Brust etwas zu verpassen. Als erste Maßnahme ist dann zu empfehlen, das Baby auch am Tag unter den Bedingungen zu stillen, wie sie in der Regel nachts herrschen: in einem ruhigen, ablenkungsarmen, abgedunkelten Raum. Neben dem Tipp, möglichst gelassen zu bleiben ist dies die nächste Empfehlung, die dem Kind und damit auch der Mutter in solchen Zeiten helfen kann. Wie nimmt dein Baby denn zu? Ist der Urin hell, die Haut rosig und prall? Wie oft in 24 Stunden stillst du? Bekommt dein Baby schon Beikost? Ich kann dir nicht sagen, wie lange du pausieren kannst, das Gedeihen des Babys ist wichtig und wenn es ausreichend zunimmt und gut gedeiht, kannst du eigentlich getrost abwarten, bis es von alleine trinken mag. Am besten wendest du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe, die euch sehen kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps, wie dein Kleines vielleicht doch tagsüber mehr trinkt:  Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt.  Ich hoffe, da ist etwas dabei, was dir weiterhilft!  Erstmal freue ich mich auf deine Antwort, dann kann ich mir ein besseres Bild machen. Liebe Grüße  Biggi  


Änni95

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Noch eine Ergänzung:  Sie trinkt weder aus der Flasche noch nimmt sie einen Schnuller. 


Änni95

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Hallo Biggi,  vielen Dank für deine schnelle Antwort.  Mit der Beikost wollen wir demnächst starten. Künstliche Sauger bekommt sie nicht. Ich stille 6-7 mal in 24 Stunden. Manchmal trinkt sie dabei richtig effizient und schluckt fast bei jedem saugen und manchmal trinkt sie sehr entspannt. Manchmal trinkt sie auch nur 1-2 Minuten sehr entspannt (dieses stillen habe ich nicht mitgezählt.  Die letzten Tage hatte ich das Gefühl, dass sie weniger Urin abgelassen hat, aber es war auch sehr heiß. Nachts/Morgens ist der Urin manchmal etwas dunkler, aber tagsüber meistens hell.  Unsere Waage zuhause ist etwas ungenau und deswegen haben wir sie bisher nur beim Arzt wiegen lassen. Macht es Sinn eine Babywaage zu holen und sie einmal wöchentlich zu wiegen?  Sie wirkt sehr fröhlich und aktiv und will die Welt entdecken. Ihre Haut wirkt auch prall und rosig.  Viele Grüße  Anna-Lena


Änni95

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Hallo Biggi,  vielen Dank für deine schnelle Antwort.  Mit der Beikost wollen wir demnächst starten. Künstliche Sauger bekommt sie nicht. Ich stille 6-7 mal in 24 Stunden. Manchmal trinkt sie dabei richtig effizient und schluckt fast bei jedem saugen und manchmal trinkt sie sehr entspannt. Manchmal trinkt sie auch nur 1-2 Minuten sehr entspannt (dieses stillen habe ich nicht mitgezählt.  Die letzten Tage hatte ich das Gefühl, dass sie weniger Urin abgelassen hat, aber es war auch sehr heiß. Nachts/Morgens ist der Urin manchmal etwas dunkler, aber tagsüber meistens hell.  Unsere Waage zuhause ist etwas ungenau und deswegen haben wir sie bisher nur beim Arzt wiegen lassen. Macht es Sinn eine Babywaage zu holen und sie einmal wöchentlich zu wiegen?  Sie wirkt sehr fröhlich und aktiv und will die Welt entdecken. Ihre Haut wirkt auch prall und rosig.  Viele Grüße  Anna-Lena


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Anna-Lena,, das hört dich eigentlich wirklich gut an und ich würde zur eigenen Sicherheit einmal wiegen lassen, jedoch keine Waage extra holen. Wenn du jetzt mit der Beikost beginnst, wird dein Kind auch langsam Wasser angeboten bekommen und ausreichend Flüssigkeit bekommen. Wann war denn der letzte Arztbesuch, war da alles okay? Lieben Gruß Biggi


Änni95

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Die letzte Untersuchung war am 30.03. und da war alles ok. Die nächste Untersuchung wird Mitte Juni sein. Sie hat in den ersten drei Monaten sehr gut getrunken und war immer im oberen Bereich ihrer Kurve. Das beruhigt mich schon einmal sehr! Wie viel nehmen Babys in dem Alter (5,5 Monate) im Durchschnitt zu?  


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Anna-Lena, vom vierten bis sechsten Monat verlangsamt sich die Gewichtszunahme gewöhnlich auf 85 bis 142 Gramm pro Woche, im Alter von sechs Monaten bis zwölf Monaten verringert sie sich auf 42 bis 85 Gramm wöchentlich. Ich würde jetzt einfach abwarten. Gute Nacht Biggi


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