Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Schmerzen beim Stillen und Nuckeln

Frage: Schmerzen beim Stillen und Nuckeln

NinaNino

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Hallo, meine Tochter ist 14 Monate alt und ich stille sie immer noch abends (19:00 Uhr) und dann meist um 24:00 und wenn Zeit bleibt auch morgens (~6:00 Uhr). Untertags isst sie Brei / Rohkost / alles was wir essen und trinkt Wasser. Mein Problem ist, dass sie kleine Maus bereits 7 Zähne hat und das Stillen mittlerweile wirklich sehr schmerzt (besonders die rechte Brustwarze). Ich weiß aber nicht wie ich sie sonst am Abend ins Bett bekomme. Sie verweigert z.B. einen Schnuller und kann damit nicht beruhigt werden. Was sonst noch geht: wenn man sie stundenlang herumträgt und ihr vorsingt oder mit ihr im Kinderwagen spazieren geht. Das Stillen war bis jetzt sehr praktisch, da ich mich am Abend auf die Couch setzen konnte und sie dabei eingeschlafen ist oder nachts konnte ich sie im Bett stillen und musste nicht extra aufstehen. Gibt es eine Möglichkeit wie ich entweder doch wieder stillen kann ohne ständig diese Schmerzen zu haben oder soll / muss ich unsere Gewohnheiten gänzlich ändern? Vielen Dank und liebe Grüße, Nina


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Nina, dein Kind kann lernen, dass es nicht beißen darf! Babys können nicht GLEICHZEITIG an der Brust trinken und zubeißen. Aber sie können aufhören zu saugen und dann beißen. Wenn dein Kleiner dich beim Stillen beißt, kannst Du ihm durchaus vermitteln, dass dir das weh tut. Ein Baby verbindet das Gefühl der Beruhigung und der Sicherheit ebenso wie das Stillen des Hungers mit seiner Mutter. Es versteht nicht, dass es der Mutter Schmerzen verursacht, wenn es seine Zähne auf ihre Brustwarze drückt. Babys beißen nicht aus Boshaftigkeit. Ein Baby muss lernen, was es beim Stillen mit neuen Zähnen tun muss. Oft lernt es durch Ausprobieren und dem, was darauf folgt. Sobald dein Baby zubeißt, reiß es bitte nicht von der Brust weg, sondern ziehe es nahe an dich heran. Wenn Du es nahe an dich heranziehst, muss es los lassen, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für deine Brust, wenn das Baby loslässt, als wenn Du es von der Brust wegreißt. Es gibt einige Tipps, wie man einem „bissigen" Baby das Beißen an der Brust abgewöhnen kann: - das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann. - etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe Biss kommt, bietest Du dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne (oder vorher eben den Gaumen) einsetzen darf. - das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. - einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereithält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren. - mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Du das Beißen nicht lustig findest (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Sie beißt auf keinen Fall aus böser Absicht, sondern weil sie probiert, was diese Dinger in ihrem Mund mit dir machen. Eigentlich gehen da fast alle Stillkinder "durch" und es vergeht in der Regel auch ganz schnell wieder... Ich könnte mir vorstellen, dass dir der Besuch einer Stillgruppe gut tun könnte, denn dort findest du Frauen, die ganz ähnliche Fragen haben wie du, oder schon Antworten darauf gefunden haben. Kompetente Unterstützung und der Austausch von Mutter zu Mutter sind unendlich wertvoll, wenn wir die neue Erfahrung des Mutterseins machen. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi


NinaNino

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Was ich vergessen habe: meine Tochter trinkt eigentlich gar nicht mehr so viel am Abend bzw. nachts. Das Stillen hat mehr die Funktion sie zu beruhigen und sie genießt es einfach ewig nuckeln zu können. LG Nina


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