Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Saugverwirrung beim Abstillen

Frage: Saugverwirrung beim Abstillen

Soraya14

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Hallo! Ich habe ein großes Problem. Meine Tochter ist jetzt 11 Wochen alt und wir haben von Anfang an Probleme mit dem Stillen. Sie wollte andauernd an die Brust, am liebsten rund um die Uhr. Und einschlafen ging natürlich auch nur so. Damit habe ich mich jedoch arrangiert, war auch nicht schlimm, wenn auch sehr anstrengend. Da sie jedoch nicht ausreichend zugenommen hat, riet mir meine Hebamme recht früh (ca. 5.Woche) zum Zufüttern. Auch meinten Hebamme und Kinderarzt, ich solle nur alle 2 Stunden und dann auch nur 15 min. pro Brust stillen. Das fand ich sehr hart und hab mich auch nicht dran gehalten. Bin der Meinung, meine Kleine braucht eben noch ganz viel Nähe. Mit dem Zufüttern hab ich dann allerdings angefangen und sie hat auch besser zugenommen. Erst mit einem Fläschchen abends, dann morgens und abends, usw.. Mittlerweile sind wir bei 4 - 5 Fläschchen am Tag mit ca. 100ml, die sie nach dem Stillen noch trinkt. Ich bin sehr traurig darüber, denn mir ist klar, dass das so langsam das Ende ist, habe mich aber damit abgefunden. Trotzdem versuche ich immer noch vor dem Fläschchen die Brust zu geben. Vor allem braucht sie das ja auch zum Einschlafen. Das ging jetzt alles relativ gut, seit 2 Tagen scheint sie jedoch die Brust abzulehnen. Sie saugt 1 \ 2 mal, dreht den Kopf weg, versucht es wieder, usw.. Ist das eine Saugverwirrung? Ausserdem hab ich das Gefühl, dass sie dabei sehr viel Luft schluckt, seit gestern abend hat sie Bauchschmerzen und Blähungen. Sie ist fast nur noch am Weinen und sie tut mir so leid! Zum Beruhigen möchte ich sie dann wird an die Brust legen, aber dann geht das ganze Spiel von vorne los. Wir weinen dann beide und ich bin echt total verzweifelt. Das Stillen, was ich eigentlich immer schön fand, ist nur noch ein einziger Krampf, weshalb ich nun auch denke, ich sollte komplett abstillen. Aber wie mache ich jetzt am besten weiter? Ich hätte ja liebsten Brust und Flasche weiterhin kombiniert. Ich hoffe, ich konnte mein Problem verständlich erklären. Traurige Grüße...


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Soraya14, Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Bei den Beruhigungssaugern handelt es sich um künstliche Sauger. Und unabhängig davon, ob sie auf einer Flasche oder als Beruhigungssauger Anwendung finden, können sich künstliche Sauger negativ auf das Stillen auswirken, Dies ist eines der Probleme, die sich aus dem Gebrauch von Beruhigungssaugern beim gestillten Baby ergeben können, insbesondere dann, wenn das Baby noch nicht gelernt hat, korrekt an der Brust zu saugen. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich wie bereits geschrieben grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Nun kann ich aber weder dich noch dein Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und dir auch nichts zeigen. Am besten wendest Du dich deshalb einmal an eine Stillberaterin in deiner Nähe und lässt dir beim Stillen zuschauen. Die Kollegin kann dir dann bei Bedarf Tipps zum korrekten Anlegen geben, kann dir erklären, woran Du erkennst, ob dein Kind korrekt saugt und dir überhaupt gezielte Hinweise geben. Im direkten Kontakt lassen sich viele Fragen viel besser klären. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Du könntest mit einer alternativen Fütterumgsmethode zufüttern und dein Kind könnte auch lernen, die Brust wieder zu akzeptieren, wenn Du also nicht abstillen möchtest, dann lass dich nicht dazu drängen! Mit kompetenter Hilfe kannst Du es schaffen!!! LLLiebe Grüße, Biggi


Soraya14

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Hallo Biggi, vielen Dank für die schnelle Antwort! Ich werde mal nach einer Stillberaterin gucken. Ja, du hast recht, wir haben sicherlich nicht die richtige Technik. Wir wurden von Anfang an ziemlich allein gelassen. Die Schwester im Krankenhaus warf mir in der ersten Nacht nach meiner Bitte um Hilfe nur kommentarlos ein Stillhütchen zu, nachdem sie meiner Kleinen den Kopf auf meine Brust drückte und meinte, sie hat doch einen angeborenen Saugreflex... Seitdem habe ich mit Stillhütchen gestillt, was auch klappte, nur nachts war es etwas "fummelig". Hab aber auch immer wieder mal ohne probiert und vor allem die letzten Nächte hat das erstaunlicherweise gut und entspannt geklappt. Nur kam dann ja, wie gesagt, tagsüber das Problem. Meinst du denn, dass es überhaupt möglich ist Brust und Fläschchen zu kombinieren? Muss dazu sagen, meine Kleine wiegt jetzt mit 11 Wochen 4600g. Deshalb habe ich Angst, wenn ich das Zufüttern weglassen würde. Ansonsten ist sie aber gesund und munter und "gut drauf", lacht viel, ist aufgeweckt und alles... Hach, ich weiß einfach nicht, bin hin und her gerissen. Verwirrte Grüße...


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Soraya14, Du könntest mit einer alternativen Fütterungsmethode zufüttern, damit dein Kind wieder lernt, korrekt und effektiv an der Brust zu trinken. Einer Kollegin vor Ort kann dir das zeigen und erklären. Alles Gute! Biggi


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