Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Nagelpilz/Abstillen

Frage: Nagelpilz/Abstillen

Mitglied inaktiv

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Liebe Biggi, ich weiß, dass Du keine Ärztin bist, aber vielleicht kannst Du mir doch helfen oder einen Rat geben. Ich habe mir einen Nagelpilz eingefangen (hatte sowas noch nie und weiß auch nicht wo ich ihn her habe). Der Arzt hat gesagt, dass es nur Pilzmittel gibt die aggressiv sind, wo also im Beipackzettel auch immer steht, dass man es während des Stillens nicht anwenden soll. Meine Kleinen sind jetzt 6,5 Monate alt und ich hatte eigentlich nicht vor sobald aufzuhören mit Stillen. Aber mit dem Medikament geht es ja wohl nicht anders. Jetzt hat er gesagt, dass der Pilz eventuell von allein wieder weggeht und wir zwei Wochen warten sollen. Was ist aber wenn nicht? Gibt es irgentwelche Möglichkeiten für mich ? Das kommt alles so plötzlich und ich habe jetzt erst gemerkt wie schön ich das Stillen einfach finde. Ich wäre absolut unglücklich wenn ich nicht mehr stillen könnte und ich denke meine beiden auch. Hoffentlich weißt Du einen Rat. LG Andrea


Biggi Welter

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? Liebe Andrea, ob der Nagelpilz von alleine vergehen kann, kann ich nicht beurteilen, doch ich kann dir sagen, dass es durchaus sowohl lokal als auch systemisch anwendbare Antimykotika gibt, die mit dem Stillen zu vereinbaren sind. Ich zitiere dir zum Thema „Antimykotika" aus dem Fachbuch „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Spielmann, Schaefer 6. Auflage, 2001: „Lokale Antimykotika Zu den lokal wirksamen Antimykotika zählen Nystatin und Clotrimazol. Sie werden praktisch nicht resorbiert und sind enteral für den Säugling nicht verfügbar. Umfangreiche Erfahrungen mit der therapeutischen Anwendung im Säuglingsalter sprechen gegen ein toxisches Potential. Gleiches gilt für Miconazol (z.B. Daktar), das ebenfalls kaum resorbiert wird. ... Empfehlung für die Praxis: Lokale Antimykotika der Wahl für die Stillzeit sind Nystatin und Clotrimazol. Auch Miconazol ist akzeptabel. Diese drei Mittel sind den anderen o.g. lokal wirksamen Antimykotika vorzuziehen. Falls tatsächlich eines der anderen Mittel zwingend indiziert ist, kann uneingeschränkt weitergestillt werden, wenn nur vorübergehend oder kleinere Flächen behandelt werden" Antimykotika zur systemischen Anwendung Systemisch eingesetzt werden heute vor allem Fluconazol (z.B. Fungata) Ketoconazol (Nizoral) und Itraconazol) (z.B. Siros). ... Empfehlung für die Praxis. Falls eine systemische Therapie unumgänglich ist, sollte Fluconazol gewählt werden, das heute wegen allgemein besserer Verträglichkeit dem Ketoconazol vorgezogen wird. Doch auch Fluconazol darf nicht, wie manchmal zu lesen, als harmloses „Wundermittel" z.B. für die Pilzinfektion der Brust betrachtet werden. Im Falle einer unumgänglichen systemischen Behandlung sollte die Einnahme möglichst abends nach der letzten Stillmahlzeit erfolgen. Eine längere Stillpause mit der Gabe von Flaschennahrung ist nicht zu begründen. Eine systemische Behandlung mit Itraconazol, Amphotericin, Griseofulvin, Flucytosin und Terbinafin ist in der Stillzeit zu meiden." Wenn sich dein behandelnder Arzt wegen der Stillverträglichkeit der Medikamente nicht sicher ist, kann er sich an die Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin Tel.: 030-306 867 11 wenden. Das Team um Dr. Schaefer hat einen speziellen Beratungsdienst für Ärzte eingerichtet und verfügt über die neuesten Daten zur Verwendung vom Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit. Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Liebe Andrea! ich weiß nicht, ob Dich das beruhigt, aber ich habe bereits seit der Schwangerschaft einen Nagelpilz, da hat die Hautärztin bereits damals gesagt, lokal sei da nichts zu machen. Während der Schwangerschaft ging natürlich auch nichts mit Medikamenten, aber die Ärztin hat gleich gesagt, sie könne ein langes Stillen nur befürworten und es könne eigentlich mit dem Pilz auch nichts Schlimmes passieren, es sei wohl mehr ein kosmetisches Problem. Damals dachte ich, na gut, halbes Jahr Stillen, und dann muß da aber was passieren. Inzwischen können Söhnchen und ich uns auch nach einem Jahr noch nicht davon trennen, und die Sache mit dem Nagelpilz ärgert mich zwar schon, ich würde wirklich gern was dagegen tun, aber ich lebe einigermaßen gut damit.... Falls Du doch was Stillkompatibles rausfindest, sagst Du bescheid? Viele Grüße Katja


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