Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Mit 10 Monaten noch 8-10 x Stillen neben Beikost. Zuviel?

Frage: Mit 10 Monaten noch 8-10 x Stillen neben Beikost. Zuviel?

Sophia2013

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Hallo, liebe Frau Welter und liebe Frau Wrede, meine Tochter wird in wenigen Tagen 10 Monate alt und ich mache mir Gedanken, ob ich sie zusätzlich zu der Beikost zuviel stille. Kann man überhaupt zuviel stillen? Ich wollte meine Tochter von Anfang an voll stillen, wegen einigen Problemen am Anfang musste ich jedoch nach zwei Wochen Formulamilch zufüttern. Sie hat ab dann Zwiemilch bekommen: Brust und zusätzlich noch etwa 350 ml Fläschchenmilch pro Tag. Damit die Muttermilch nicht versiegt, habe ich die Zufütterung stets über das BES vorgenommen. Als meine Tochter 5 Monate alt war, haben wir mit Beikost angefangen. In dem Maße, wie sie mehr Beikost gegessen hat, habe ich die Fläschchenmilch reduziert. Mit knapp 7 Monaten war es endlich soweit - wir konnten ganz auf das BES verzichten und es gab nur noch Brei und Stillen nach Bedarf. Ich mache es bis heute so, dass ich das Kind vor einer Mahlzeit stets anlege und dann den Brei gebe. Sie isst normal - mittags ca 220 g, nachmittags ca 200 g, abends ca 180 g Brei. Zusätzlich stille ich immer noch rund 8-10 x in 24 h. Ist das normal? Hätte ich mit der vollständigen Einführung eines Breis das Stillen vorher weglassen sollen? Bis vor rund 2 Wochen hat sie es noch nicht verstanden, Wasser aus einem Fläschchen zu trinken, weil sie an Sauger nicht gewöhnt war. Von daher fand ich das Stillen wegen der Flüssigkeitszufuhr wichtig. Inzwischen kann sie das aber. Tagsüber zeigt sie von sich aus einen Bedarf eigentlich nur, wenn sie müde ist und nicht alleine in den Schlaf findet, nachts fordert sie die Brust mehrmals aktiv ein. Sie wiegt jetzt mit knapp 10 Monaten 8.750 g. Vorher war sie immer etwas zierlicher, in den letzten Wochen hat sie aber aufgeholt. Kann ich sie durch das Stillen überfüttern? Falls nein, würde ich gerne noch ein bisschen so weitermachen, weil ich das Stillen, die Nähe und den Körperkontakt zu meiner Tochter sehr genieße. Danke & viele Grüße Sophia


Biggi Welter

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Liebe Sophia, Sie machen alles richtig, keine Sorge. Die Empfehlung lautet nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Bei der Vorgehensweise, dass langsam als ergänzende Nahrung Beikost angeboten wird, hat die Brust Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen, das Kind hat ebenfalls mehr Zeit für die Umstellung und die Nährstoffe aus der Beikost können in Zusammenhang mit bei der gleichen Mahlzeit angebotener Muttermilch besser verwertet werden. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. LLLiebe Grüße Biggi


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