Mitglied inaktiv
Hallo an alle, ich mache mir ziemliche Sorgen. Ich habe 5,5 Monate voll gestillt und vor etwa drei Tagen mit ein bisschen Möhrenbrei gemischt mit MuMilch zum Mittag angefangen. Ich war bis vor kurzem noch krank mit einer Magen-Darm-Grippe, habe aber weiter gestillt. Seit gestern Abend kommt nun nur noch ganz wenig Milch und ich fühl mich auch total fertig. Woran kann das liegen? Wie bekomme ich die Milch wieder zum laufen? Ich würde so gerne weiter stillen! Ausserdem nimmt mein Sohn keine künstliche Milch. Was soll ich machen? Danke für Eure Antworten. Doreen
Kristina Wrede
Liebe Doreen, die Milch kann nicht von einem Tag zum andern versiegen, allerdings kann Stress dazu führen, dass die Milch nicht mehr so leicht und schnell fließt wie üblich. Es steht sicher im Zusammenhang mit Ihrer Krankheit, dass Sie sich so "fertig" fühlen und Sie brauchen sicher ganz viel Ruhe, um wieder auf die Beine zu kommen. Haben Sie jemanden, der sich ein wenig um Sie kümmern kann, etwas kräftigendes für Sie kochen könnte (z.B. eine gute Hühnersuppe...) oder auch mal mit Ihrem Sohn ein Stündchen spazieren gehen oder spielen könnte, damit Sie sich ausruhen können? Es mag sein, dass Sie das Gefühl haben, die Milch fließt nicht mehr, doch das ist auf jeden Fall etwas vorübergehendes, und solange Ihr Kleiner nicht abnimmt, ist es nicht tragisch, wenn er doch mal ein bisschen weniger Milch bekäme. Er wird sich holen, was er braucht und Ihr Körper wird darauf reagieren! Warum möchten Sie ihrem Sohn künstliche Milch geben? Zur Sicherheit noch ein paar Infos zur Steigerung der Milchmenge: Oberste Regel zum Erhöhen der Milchmenge: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb sollten Sie Ihr Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Etwa alle zwei Stunden (jeweils vom Beginn der letzten Mahlzeit bis zum Beginn der nächsten Mahlzeit gerechnet) und vermeiden Sie den Schnuller. Der Schnuller befriedigt das Saugbedürfnis ihres Kindes, ohne dass es dabei Nahrung erhält. Bei einen wenig zunehmenden Kind ist dies nicht günstig. Um das Interesse Ihres Babys an der Brust wach zu halten, können Sie es mit Wechselstillen versuchen. Beim Wechselstillen legen Sie Ihr Baby an und stillen es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nehmen Sie es sanft von der Brust (vergessen Sie nicht den Saugschluss zu lösen) und lassen es aufstoßen, streicheln seine Fußsohlen oder massieren es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Sie es wieder etwas ermuntert haben. Dieses `Wecken und WechselnA wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Nach ein paar Tagen sollte eine Gewichtszunahme bei Ihrem Baby feststellbar sein. Der Schlaf eines nicht genügend zunehmenden Kindes ist NICHT heilig, deshalb sollten Sie Ihr Baby zum Stillen wecken! Um die Milchproduktion zu steigern kann außerdem zusätzliches Pumpen sinnvoll sein. Allerdings sollte Ihnen eine gute Pumpe zur Verfügung stehen und außerdem das Pumpen richtig erklärt werden. Leider gibt es immer noch Pumpen, die ungeeignet sind und selbst mit einer effektiven Pumpe muss das Pumpen gelernt und geübt werden. Am besten wäre es, wenn Ihnen eine Stillberaterin vor Ort das Abpumpen genau erklärt und Ihnen zeigt wie Sie die Brust massieren können. Achten Sie darauf, dass SIE so viel Ruhe und Erholung wie möglich bekommen (am besten legen Sie sich zusammen mit Ihrem Baby ins Bett) und sich möglichst ausgewogen und ausreichend ernähren. Kohlenhydratreiche Nahrung wirkt sich positiv auf die Milchmenge aus. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Sie müssen keinen Milchbildungstee trinken und wenn Sie ihn trinken wollen, dann bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich, mehr kann Bauchprobleme bei den Kindern verursachen. Eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr wirkt sich NICHT positiv auf die Milchbildung aus. Sie trinken genügend, wenn Sie sich nicht ausgedörrt fühlen, wenn Ihr Urin hell ist und Sie keine Verstopfung bekommen. Bieten Sie bei jeder Mahlzeit beide Brüste an. Dadurch das Baby wirklich die gesamte vorhandene Milch bekommt und die Milchproduktion in beiden Seiten angeregt wird. Herzlichen Gruß, Kristina Heindel
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