Katsei
Hallo, ich habe eine fast 6 Wochen alte Tochter und wollte eigentlich Vollstillen, bei den täglichen Besuchen der Hebamme haben wir nun festgestellt das sie bis letzte Woche grad mal 400g zugenommen hat. Es kam nun die Vermutung auf, dass ich nicht genug Milch habe! Auch hat mein kleiner Schatz den Tag über geweint, Obwohl ich Dauerstillen betrieben habe! Selbst die erste Zeit im Kinderwagen oder Auto war sie nicht ruhig, nur wenn ich sie an meinem Finger nuckeln lies. Einschlafen nur wenn sie an der Brust weggenickt ist. Letzte Woche meinte meine Hebamme nun ich sollte mir eine elektr. Pumpe besorgen und mit dem was nach dem Stillen rauskommt nachfüttern, weil eigentlich, beim ausstreichen nach dem Anlegen an einer Seite, immer noch Milch gespritzt kam und auch Nachts mein T-Shirt nass wurde durch die Milch. Ich habe dann mal komplett beide Seiten abgepumpt und es waren grad mal 60 ml mit Müh und Not und wir haben zugefüttert und da hat sie das erste mal ein paar Stunden nicht geschrien, also schien sie satt zu sein. Seit letzter Woche hat sie mit Milch und zufüttern nun auch mal 200 gr zugenommen und ist jetzt bei knapp 3,6 kg! Ich trinke schon Stilltee, Malzprodukte und viel Wasser! Was kann ich tun um Vollzustillen? Meine Hebamme meinte, es könnte sein, weil ich sehr kleine Brüste habe (Cup A) und Schlupfwarzen, das ich eben nicht genug Milch habe und wenn was da ist meine Brust es nicht halten kann und es deshalb Nachts ausläuft. Ich soll nun das geben was da ist und den Rest über Fertigmilch! Wenn ich stille läuft dann auch die andere Seite tropfenweise mit, ich versuche so viel wie möglich zu sammeln aber die Masse wird es eben nicht! Es macht mich sehr traurig das ich mein Kind nicht richtig ernähren kann! Bin mit meinem Latein und Nerven am Ende weil ich eigentlich alles mache was geraten wird, Seite wechseln, Dauerstillen, etc. Was kann ich tun? LG
Liebe Katsei, die Größe der Brust sagt NICHTS aus über den Stillerfolg! Auch „zu dünne Muttermilch“ ist ein Ammenmärchen. Obwohl sich Frauen in verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Kulturen sehr unterschiedlich ernähren gibt es so gut wie keine Unterschiede in der Zusammensetzung der Muttermilch. Es ist sehr schwierig bis unmöglich, die Milchzusammensetzung deutlich über die Ernährung zu beeinflussen. Dies mag ein Schachzug der Natur sein, um das Überleben des Babys zu sichern. Ernährt sich eine Mutter nicht gut, so geht dies zunächst nicht zu Lasten der Qualität der Muttermilch, sondern zu Lasten der Mutter. Erst wenn die Reserven der Mutter erschöpft sind (zum Beispiel bei schwer unterernährten Frauen in Hungergebieten), kommt es zu Veränderungen der Muttermilch, die jedoch weniger die Qualität als die Quantität betreffen. Auch Stress führt nicht zu einer Qualitätseinbuße der Milch. Hier gibt es nur zwei Ausnahmen, dass die Milch nicht alles enthält, was das Baby braucht: bei extremen Ernährungsformen ohne jegliche tierische Produkte (vegane Ernährung) kann der Gehalt an Vitamin B12 in der Muttermilch nicht ausreichen und bei einer sehr seltenen Stoffwechselkrankheit. Ich gehe jedoch davon aus, dass Du weder kurz vor dem Hungertod stehst, noch dich streng vegan ernährst oder gar an Hyperlipoproteinämie leidest. Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass ein Problem im Stillmanagement und durch die Flaschenfütterung besteht. Wird in dieser Situation zugefüttert, so kann das zu einem ungewollt frühen Abstillen führen. Da Du ja bereits zusätzliche Nahrung gibst, sollte diese nur langsam wieder reduziert werden. Ich werde dir jetzt allgemeine Tipps geben, wie Du deine Milchmenge steigern kannst. Hab ein wenig Mut und Geduld und Du wirst sehen, dass auch ihr beide wieder zum vollen Stillen kommen könnt. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest Du dein Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Um das Interesse des Babys an der Brust wach zu halten, kannst Du es mit Wechselstillen versuchen. Dabei legst Du Dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst Du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses „Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung („schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst Du zu wenig Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe dich oft aus und entspanne dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar „Stilltage" einlegen, das heißt Du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen. Nach ein paar Tagen müssten auf diese Weise sowohl deine Milchmenge als auch dein Baby zunehmen. Wenn nicht, melde dich nochmals. Außerdem kann ich dir nur wärmstens empfehlen, dich an eine Stillberaterin in deiner Nähe zu wenden, die dich im direkten Kontakt unterstützen kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
helleborus
Hallo liebe junge Mama, das kann ich sehr gut verstehen. Mir ging es ganz ähnlich. Mein Sohn ist mittlerweile 11 Monate alt, ich habe 6 Monate voll gestillt und dann mit Beikost weiterhin und stille nach wie vor. Also: zur Milchbildungsförderung habe ich Bockshornkleekapseln der Fa. Pandalis genommen, bis zu 3x3 Kapseln täglich. Laut embryotox keine negativen Wirkungen zu erwarten, die milchbildungsfördernde Wirkung ist mehrfach beschrieben (allerdings riecht man bals selbst nach Bockshornklee: der Urin, der Schweiß usw.). Mind. 2,5-3 Liter täglich trinken. Damit hat man schon das Wichtigste. Das mit den kleinen Brüsten ist Quatsch (hab ich auch und übrigens die Asiatinnen auch und die stillen ebenso). Die Anzahl der Milchgänge ist ja genetisch angelegt; bei einer großen Brust ist nur mehr Fettgewebe da, nicht mehr Milchgänge. Ein guter Artikel ist auch unter http://science.orf.at/stories/1693038/ zu finden. "Gestillte Babys sind nicht still. So ist es, meiner hat auch oft geweint, die Flasche aber verweigert. WEnn Du erstmal mit der Flasche anfängst, gehen sie nicht mehr an die Brust, da das viel einfacher ist. Durchhalten, oft anlegen, 150g Gewichtszunahme/Woche ist o.k. Liebe Grüße, Helleborus
Sandy2105
Hallo Katsel, ich hatte genau das gleiche Problem. Meine Kleine ist jetzt 6 Wo alt und nun klappt es erst richtig mit einen Tricks und viel Geduld und Nerven. Heute Abend schreibe ich Dir ausführl wie ich es angestellt habe. Hast Du schon mal etwas vom Brusternährungsset gehört - liebes Stillteam wäre dies nicht auch eine Option?
Sandy2105
Kann ich Dir noch helfen oder ist es besser geworden. Lieben Gruss
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