Elles
Liebe Biggi, ich muss so langsam abstillen, da bei mir eine chronische Borreliose festgestellt wurde und wenn ich meine eigene Gesundheit angehen möchte, muss ich gewisse Dinge einnehmen, die nicht an Stillenden erprobt sind bzw. teilweise stillunverträglich sind. Meine Tochter ist jetzt 16 Monate alt und das Einschlafen untertags ist ziemlich herausfordernd. Es dauert teilweise bis zu 2 Stunden und am Ende stille ich dann doch wieder, weil sie so schreit und teilweise in Ihrem Groll gegen das Bettgitter fällt. Ich biete ihr sogar an, in einem anderen Raum noch zu stillen, damit die Schlafassoziation wegfällt. Aber sie fordert es so vehement ein und sträubt sich gegen alle andere Versuche der Einschlafbegleitung. Zusätzlich zerreißt es mich beinahe innerlich, weil ich eigentlich weiß, dass das natürliche Abstillalter deutlich später wäre... Ich bin so hin und her gerissen zwischen meiner Tochter das geben, was sie einfordert und eigentlich noch braucht (nimmt weder Schnuller noch von mir eine Flasche) und meiner eigenen Gesundheit zuliebe etwas für mich zu tun... Haben Sie noch irgendwelche Tipps, was ich tun kann, um die Einschlafbegleitung untertags zu vereinfachen? Mein Mann kann sie abends ins Bett bringen, da klappt es. Auch bei den Omas geht es. Und aktuell klappt es auch nachts über meinen Mann. Aber mit mir verbindet sie einfach das Stillen. Ich bin wirklich ratlos... Liebe Grüße
Liebe Elles, möchtest du denn abstillen oder sagt der Arzt, dass du abstillen musst? Eine Borreliose ist etwas sehr Unangenehmes, aber kein zwingender Grund zum Abstillen. In aller Regel wird eine Borreliose mit Tetrazyklinen behandelt. Tetrazykline sind zwar nicht Mittel der ersten Wahl in der Stillzeit, aber sie erfordern, wenn sie unumgänglich sind, kein Abstillen. Zitat aus „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" (s.o.): „Tetrazykline Erfahrungen. Tetracycline erreichen in der Muttermilch Konzentrationen, die deutlich unter den mütterlichen Plasmawerten liegen. Das in der Muttermilch enthaltene Kalzium inaktiviert einen Teil der übergegangenen Substanz. Symptome beim Säugling sind nicht zu erwarten und auch nie berichtet worden. Insbesondere kommt es nicht zu einer Gelbfärbung der Zähne bei Exposition über die Muttermilch. Unter Doxycyclintherapie (z.B. Vibramycin, Doxy.Wolff) mit 200 mg, 24 Stunden später 100 mg, fanden sich maximal 1,4 mg/l in der Milch. Höchstens 3 bis 4 % der mütterlichen gewichtsbezogenen Dosis gelangen auf diese Weise zum Säugling. ... Empfehlung für die Praxis: Tetracycline, also auch Doxyccyclin und Minocyclin können gegeben werden, wenn von den Antibiotika der Wahl (s.o.) kein Erfolg erwartet wird." Bei Fragen zur Vereinbarkeit und Dosierung von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft) kann und sollte sich dein Arzt jederzeit an das Berliner Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") wenden, das unter der Telefonnr. 030 450-525700 erreichbar ist, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html. Es ist dein gutes Recht, das einzufordern, wenn du eigentlich noch nicht abstillen möchtest. Bitte melde dich doch noch einmal, ich gebe dir selbstverständlich auch gerne Tipps zum Abstillen! Gute Besserung und liebe Grüße Biggi
Elles
Liebe Biggi, vielen Dank zunächst schon einmal für die ausführliche Antwort! Mein Arzt hat nicht gesagt, dass ich sofort abstillen muss (seit der Diagnose sind auch schon 8 Monate vergangen), aber so langsam ist es für mich an der Zeit, etwas für meine Gesundheit zu tun, da die Symptome zwar aushaltbar sind, aber meine Lebensqualität doch spürbar beeinflussen. Wenn ich abwäge, was schlimmer ist (1: sie bekommt - auch wenn nur geringfügig - Stoffe ab, die ihr ggf schaden oder 2: ich stille ab und sie bekommt damit auch keine schädlichen Stoffe), entscheide ich mich lieber für die sicherere zweite Variante ... Obwohl es mir natürlich schwerfällt und ich sie, wenn ich gesund wäre, gerne noch weiter gestillt hätte. Aber ich versuche mir immer vor Augen zu führen, dass 16 Monate schon super sind und viele gar nicht so lange stillen... Gibt es Tipps, wie ich die lokale Stillbegrenzung etablieren kann? Oder andere Alternativen, wie ich von der letzten noch vorhandenen Stillmahlzeit, die aktuell mit dem Einschlafen assoziiert wird, loskomme? An diesen Tagen habe ich mittags nicht die Möglichkeit, sie von anderen Bezugsperson ins Bett bringen zu lassen... PS: Nachdem ich ja nun 8 Monate lang Zeit hatte, mich mit der chronischen Borreliose auseinanderzusetzen, würde ich gerne zunächst einen Versuch ohne Antibiotika wagen, da die Erfolgschancen mit Antibiotika teils recht überschaubar sind und die Nebenwirkungen auf das Mikrobiom sehr hoch sind. In Büchern habe ich Therapiemöglichkeiten mit u.a. Kardentinktur, einjährigem Beifuß, Flamasan, Urolithin A, kolloidalem Silber, Multiplasan 17 & 33 für die Leber gefunden. Gibt es theoretisch Möglichkeiten, die Stillverträglichkeit von solchen naturheilkundlichen Mitteln sowie Nahrungsergänzungsmitteln herauszufinden? Wenn das alles nichts bringt, kann ich immer noch die Antibiose versuchen. Vielen Dank und liebe Grüße Elles
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