MariMari
Hallo, wir stillen immer noch :) Mein Sohn wird im Mai 2 Jahre und seit ein paar Wochen merke ich, dass er nur noch an der Brust "nuckelt" und eigentlich nicht mehr trinkt. Er trinkt 1x immer um ca. 23 Uhr richtig viel und die restlichen male nuckelt er nur wie bei eimem Schnuller. Er lässt sich aber anders (außer durch ewiges herumtragem) micht mehr zum schlafen bringen. Als er krank war und die Nase verstoft war wollte er gar nicht stillen und ist einfach so eingeschlafen. Aber ich konnte das Abstillen zu dem Zeitpunkt nicht durchziehen, weil er dann wieder geschrien hat und stark gehustet hat usw. Aber jetzt stell ich mir die Frage, ob es vielleicht ein Abstillzeichen ist wenn er nur noch nuckelt und keine milch mehr braucht bzw will- ich hab manchmal das gefühl er wechselt die seite wenn die milch kommt damit er auf der anferen seite wieder nuckeln kann. Kannst du mir sagen, wie ich den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen erkenne.Hast du vielleicht Tipps wie er nachts in den Schlaf fi det ohne nuckeln(der Trick mit dem finger an seinem kinn funktioniert nicht). Und kannst du mir vielleicht konkrete Abstill-Tipps geben? Ich "fürchte" mich ein bisschen davor, ihn radikal abzustillen weil ich ihn nicht schockieren will. Danke dir
Liebe MariMari, Stillen ist für deinen Sohn jetzt vor allem ein Einschlaf- und Beruhigungsritual geworden, nicht mehr nur Nahrung um 23 Uhr, sondern Nähe und Geborgenheit. Was ist für DICH jetzt wichtig? Möchtest du komplett abstillen oder ist es für dich okay, wenn dein Kleiner sich ganz allmählich von selbst abstillt? Fühlt es sich gut an, wenn du noch stillst oder ist es eher ein Machtkampf? Du kannst nun auch ganz gemütlich abwarten, bis dein Sohn von ganz alleine immer noch weniger an die Brust möchte und irgendwann gar nicht mehr danach verlangt. Wenn du das nicht möchtest, dann darfst und kannst du konsequent abstillen. Sicherlich ist es für dein Kind ein liebgewonnenes Ritual und es wird die Brust schmerzlich vermissen, aber wenn es dich nur noch nervt, dann spürt dein Kind das auch. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung Je klarer für dich ist, was dein Ziel ist, desto besser lässt es sich erreichen. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Dein Sohn spürt jetzt deinen Zwiespalt und da er sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert er auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Er hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegensprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Dein Kind wird Regeln lernen und das kann es auch in diesem Alter! Auch DEINE Gefühle sind wichtig und wenn du dich unwohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht, etwas zu ändern! Wenn du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Dein Kleiner wird das verkraften, denn du bist sein Leuchtturm und er wird sich an dir orientieren. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das! Lieben Gruß Biggi
MariMari
Liebe Biggi, vielen, vielen Dank füt deine tollen Worte - das hilft mir wirklich weiter. Ich glaube ich werde uns beiden noch etwas Zeit geben, ich habe das Gefühl das brauchen wir beide noch. Deine Worte bestärken mich und geben mir den Mut, dass das Abstillen zum richtigen Zeitpunkt für uns beide funktioniert. Fühl dich gedrückt und liebe Grüße
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