maja1994
Hallo Biggi, mein Baby (12 Wochen) schläft beim Stillen ständig ein. Kaum ist die Brust im Mund, gehen die Augen erst nach oben und dann zu. Ich kitzel die Füße, ich nehme es hoch, lege es ab... er wird wach, motzt (weil abgelegt), wird wieder angelegt und die Augen gehen wieder zu. Also sitze ich stundenlang auf dem Sofa und mein Kind nuckelt im Schlaf und wenn ein MSR ausgelöst wird, dann schluckt er ein paar Mal und dann ist wieder Pause bis irgendwann der nächste MSR kommt. Da die Gewichtszunahme eher gering ist, füttere ich mittlerweile zu, mit Pre und abgepumpter Milch. An der Flasche schläft er seltsamerweise nie ein. Mittlerweile frage ich mich auch, ob das in dem Alter noch normal ist. Energie müsste er mit dem Zufüttern doch ausreichend haben um nicht jedes Mal gleich einzuschlafen. Gibt es noch Möglichkeiten ihn irgendwie wach zu halten? Und wie kann ich denn erkennen, wie viel er wirklich braucht? Er trinkt das, was ich ihm anbiete und egal ob 50ml oder 200ml, es wird so reingenuckelt. Gebe ich mal nichts nach dem Stillen, ist er aber auch zufrieden. Vorausgesetzt er ist auf dem Arm oder im Tragetuch ;) Mir bleibt so nur die Waage um zu kontrollieren, ob er genug bekommt, weil er auch ohne Zufüttern nicht hungrig wirkt. Danke und liebe Grüße
Liebe maja1994, dein Kind verbindet die Brust mit Nähe und Wärme, scheint sie jedoch nicht als Nahrungsquelle zu sehen. Ich befürchte, dass dein Baby durch die Flasche saugverwirrt ist und nicht effektiv an der Brust trinkt. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Ein Baby, das mit der Flasche gefüttert wurde, hat einen sofort einsetzenden, gleichmäßigen Milchfluss kennengelernt. An der Brust reagiert es dann frustriert, weil nicht der von ihm erwartete, sofortige und stetige Milchfluss einsetzt. Oft ist es dann so, dass ein Baby „stundenlang“ saugt und nicht satt wird. Da hilft es dann auch nicht, viel und oft anzulegen. Du solltest deshalb wenn möglich auf künstliche Sauger und Flasche verzichten. Hast du schon mal von der Becher- Fütterung gehört? Das kann in deinem Falle hilfreich sein und solltest du der Flaschenfütterung vorziehen. Wenn du bei Youtube die Stichworte "Cup feeding" und "baby" eingibst, kannst du viele Videos finden auf denen zu sehen ist, wie das geht. Bitte wende dich auch an eine Kollegin vor Ort, die Euch sehen kann und so sehr viel gezielter beraten kann! Sie kann das Saugverhalten beurteilen und dir Tipps geben, wie du dein Baby wieder an die Brust führen kannst. Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Auch ich bin jederzeit für dich da und stehe dir gerne zur Seite! Gerne kannst du dich auch zu einem Videotermin anmelden, dann können wir ausführlich miteinander sprechen. Ich bin sicher, dass du wieder zum Vollstillen kommen kannst, aber es braucht kompetente Hilfe und Geduld! Lieben Gruß Biggi
maja1994
Hallo Biggi, ich möchte die Saugverwirrung nicht ausschließen, jedoch kam die Flasche erst nach ein paar Wochen zum Einsatz, eben weil an der Brust so viel geschlafen wurde. Kinderarzt und Stillberaterin meinten, dass das Stillen zu anstrengend für ihn wäre und er deswegen gleich schlafen würde. Durch das Zufüttern sollte er mehr Energie bekommen und dann auch beim Stillen länger wach bleiben. Anlegen und Saugen wurden als unauffällig bewertet. Füttern mit dem Becher habe ich anfangs versucht, auch mit einer Spritze, aber so geschmeidig wie in den Videos lief das leider nicht. Ich werde es weiter versuchen. Unabhängig davon, wie erkenne ich denn, was er wirklich braucht? Mit weniger Zufüttern ist er genauso zufrieden und aktiv (abgesehen vom Stillen) wie ohne, allerdings ist die Gewichtszunahme dann geringer. Ich würde gern noch länger stillen und mir ist schon bewusst, dass es mit jeder Flasche ein Stück in Richtung Abstillen geht. Andererseits möchte ich auch nicht, dass es ihm an etwas fehlt, gerade weil er sich nicht zuverlässig wegen Hunger zu melden scheint. Liebe Grüße
Liebe maja1994, ich würde unbedingt mal die Anlegetechnik überprüfen lassen und zunächst auf künstliche Sauger verzichten. Wenn dein Kind an der Flasche trinken kann, kann es das auch an der Brust und aus dem Becher, es ist nicht anstrengender, nur anders. Hast du es denn mit der Becherfütterung einmal probiert, jetzt, wo dein Kind älter ist? Hast du schon einmal Muttermilchsahne gegeben, damit dein Kind nicht zu wenig abnimmt? Gute Nacht Biggi
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