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Schwierigkeiten beim Abstillen eines 3-jährigen

Frage: Schwierigkeiten beim Abstillen eines 3-jährigen

Sophia.JM

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Hallo, Mein Sohn wird in sechs Wochen 3 Jahre alt. Er geht halbtags in den Kindergarten, den Rest der Zeit kümmere ich mich um ihn. Ich versuche ihn seit ca. 6 Monaten abzustillen. Zuerst haben wir es auf vier mal reduziert (morgens, Mittagsschlaf, abends und einmal nachts), dann habe ich versucht, es auf zweimal zu reduzieren, ohne nennenswerten Erfolg. Ich möchte vor allem abstillen, damit wir alle nachts besser schlafen und tagsüber die für einen 3-jährigen notwendige Energie haben. Seit 4 Tagen habe ich das Stillen erneut auf 1-mal reduziert. Ich habe mit ihm mehrmals geredet um ihm zu erklären, dass er die Milch nicht mehr braucht, dass ich müde bin und es weh tut. Wir haben auch Bilderbücher zum Thema abstillen gelesen. Leider läuft es trotzdem sehr schlecht: er wacht nachts noch öfter auf (6-7 mal) und wir haben täglich 2-3 sehr schwierige Momente, in denen er schreit, weint und untröstlich ist. Grundsätzlich versuche ich mit kuscheln, spielen, Snacks, Aufmerksamkeit etc. auszugleichen. Wir haben zusammen ausgemacht, dass anstelle stillen wir spielen, ein Buch lesen oder Kuscheln können. Ich habe das Gefühl, er ist eigentlich noch nicht bereit, abgestillt zu werden. Wenn wir darüber reden kann ich sehen, dass es ihm Angst macht. Ich finde es aber jetzt für uns alle wichtiger, besser zu schlafen und eine bessere Familienbalance zu finden. Ist das eine normale Reaktion und ich muss « nur » durchhalten? Wie lange braucht er, um sich daran zu gewöhnen? Was könnte ich sonst noch tun, damit es für alle leichter ist? Liebe Grüsse, Sophia


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Sophia, im Moment lernt dein Sohn, dass er nur lange genug wüten muss, bis er schlussendlich doch die Brust bekommt und diese Situation ist für ALLE auf Dauer unerträglich. DU bist diejenige, die bestimmt wo's lang geht, dein Kleiner ist dazu noch viel zu klein. Und: er BRAUCHT es, dass du die Zügel in die Hand nimmst und ihn liebevoll begleitest.  Ja, er wird schreien, toben, heulen und wüten und das ist auch okay so, er IST traurig und es ist nicht leicht für ihn. Er braucht deine Klarheit und deine Konsequenz und wenn er merkt, dass du wirklich meinst, was du sagst, wird er die neue Situation akzeptieren. Versuche, ihn liebevoll zu begleiten und gestehe ihm auch seine Trauer und auch seine Wut zu, denn für deinen Sohn ist es ja wirklich nicht leicht, auf einmal ohne Brust in den Schlaf finden zu müssen.  Am besten wäre es, wenn du schrittweise vorgehen würdest und anfangs stillfreie Stunden einführen würdest. Kennst du Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte“? Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet, haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch Weinen oder Schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst du deinem Kleinen während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Die ersten paar Nächte werden nicht einfach werden und dein Kind wird erst einmal toben. Vielleicht kannst du an einem Wochenende beginnen, damit du tagsüber etwas ausruhen kannst. Dein Kind wird sich irgendwann an die neue Situation gewöhnen und ihr werdet das auch schaffen. Je klarer und sicherer DU bist, umso leichter machst du es deinem Kind. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes).  Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Dein Kleiner wird das verkraften, denn du bist sein Leuchtturm und er wird sich an dir orientieren.  Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das!  Lieben Gruß  Biggi


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