Lotte137
Liebe Biggi, ich habe am Freitag meine 3 Monate und sechseinhalb Kilo schwere Tochter sehr lange im Tragetuch getragen und hatte dabei wohl einen doch zu engen BH an. Die Quittung war ein Milchstau an der linken Brust. An dieser hatte ich erst zwei Wochen zuvor einen Stau auf Grund eines Milchbläschens. Insgesamt hatte ich in dem drei Monaten nun schon 6 Staus, die anderen vier aber in der Anfangszeit. Ich reagiere auch immer gleich recht heftig mit Fieber und Schüttelfrost. So auch diesmal. Freitag und Samstag hatte ich erhöhte Temperatur und fühlte mich nicht gut. Die Brust war auch ziemlich gerötet. Meine Hebamme hatte mir die letzten Male aber immer gesagt, dass es trotzdem keine Entzündung ist, dass ich einfach nur auf den Stau so reagiere. Mit Paracetamol konnte ich die Temperatur senken, sie ist wieder normal seit gestern. Der Stau ist etwas besser. Die Brust ist immer noch gerötet. Meine Frage ist nun: Ist es zu vertreten, dass ich das weiter so selbst behandle (Quarkwickel und entsprechend anlegen - wobei sich mein Baby leider nicht zu zusätzlichen Mahlzeiten überreden lässt, so dass ich nur alle zwei bis vier Stunden die Seite stillen kann.)? Oder muss ich doch zum Arzt? Ruhe zu halten gelingt mir leider nie besonders gut. Und heute muss ich mit meiner Tochter zum Arzt zur zweiten Impfung. Haben Sie einen Tipp für mich? Liebe Grüße! Lotte
Liebe Lotte, auch wenn es schwer fällt ist die allererste Maßnahme jetzt Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe! Um einen Milchstau oder eine Brustentzündung in ihren Anfängen zu überwinden oder um zu verhüten, dass sich ein Milchstau zu einer Brustentzündung entwickelt, sollte sich die Mutter ein bis zwei Tage mit ihrem Baby ins Bett legen, um sich auszuruhen und sich zu erholen. Idealerweise sollte ihr jemand während dieser Zeit die Hausarbeit ganz abnehmen. Ruhe für die Mutter ist mit das Wichtigste bei der Behandlung einer Brustentzündung. Vor jedem Stillen sollte feuchte Wärme auf die Brust einwirken. Ist das Stillen schmerzhaft, kann zuerst an der nicht betroffenen Seite und nach dem Einsetzen des Milchspendereflexes an der kranken Brust gestillt werden, und zwar solange, bis die Brust wieder weicher wird. Die Stillmahlzeit sollte dann an der ersten Brust beendet werden. Manche Frauen empfinden auch Quarkwickel als angenehm. (Bitte darauf achten die Brustwarze und den Brustwarzenhof beim Anlegen eines Quarkwickels auszusparen). Es gibt Frauen, die auf Quark allergisch reagieren, dann sollten keine Quarkwickel gemacht werden. Du kannst die Brust auch mit zerstoßenen Eiswürfeln, die in einen Waschlappen gepackt werden kühlen. Um eine gestaute Stelle zu entleeren, sollte jede Stillmahlzeit auf der betroffenen Seite beginnen, bis der Knoten und die Schmerzen vergangen sind. Es sollte alle eineinhalb bis zwei Stunden angelegt werden und dabei das Baby so gehalten werden, dass sein Kinn gegen die schmerzende Stelle gerichtet ist (erfordert manchmal etwas Akrobatik). Die Milch wird auf diese Weise besser herausgesogen und dadurch löst sich die Blockierung besser. Sanfte Massage kurz vor oder während des Stillens kann ebenfalls hilfreich sein. Häufiges Stillen (oder abpumpen) rund um die Uhr ist nötig, damit die Milch in der erkrankten Brust am Fließen gehalten wird. Und nochmals: Ganz wichtig ist Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Sobald Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen usw. dazu kommen, sollte unverzüglich eine Ärztin/Arzt hinzugezogen werden. Auch wenn sich die Verhärtung nicht innerhalb von ein bis zwei Tagen bessert, sollte die Brust ärztlich untersucht werden (Frauenärztin/arzt oder Hausärztin/arzt). Es gibt Frauen mit immer wiederkehrenden Milchstaus oder Brustentzündungen, bei denen es hilft, wenn sie ihre Ernährung umstellen und auf gesättigte Fettsäuren so weit wie möglich verzichten und stattdessen auf (mehrfach) ungesättigte Fettsäuren achten. Zusätzlich kann die Einnahme von flüssigem Lecithin und Vitamin C helfen. Außerdem ist es wichtig auf die allerersten Anzeichen eines Staus zu achten und gleich zu handeln. Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi Welter
Lotte137
Nachtrag... nach dem letzten Stillen grade ist die Rötung nun fast weg und der Knoten auch etwas kleiner und befindet sich eher in der Tiefe. Direkt nach dem Stillen etwa 2 cm breit und lang, jetzt - eine halbe Stunde später - ca 5cm breit und lang. Ansonsten ist die Brust weich. Es ist übrigens die gleiche Stelle, die auch bei dem Milchbläschen betroffen war. Die Brustwarze zwickt auch immer noch ziemlich beim stillen (besonders bevor die Milch fließt). Dort wo das Milchhäutchen war ist seit heute ein schwarzer Punkt (eine Kruste). Ich weiß aber nicht, ob das etwas mit dem jetzigen Stau zu tun hat. Das Milchbläschen hatte ich auch nach langem Tragen mit neuem (und offensichtlich falschem) BH. Lieben Dank schon mal für's Lesen und Gedanken-machen. Viele Grüße! Lotte
Liebe Lotte, es kann gut sein, dass ein Milchausführungsgang verstopft ist. Es gibt zwei mögliche Ursachen für diese Art der Verstopfung: Entweder es kommt zu einem Milchstau weil sich ein Pfropf in der Öffnung eines Milchgangs bildet. Wenn der Pfropf aus der Brustwarze herauskommt, sieht er wie Kristall oder ein Sandkorn aus, manchmal auch wie ein dünnes Spaghetti. Abhilfe im akuten Fall schaffen sanfte Massage und die Anwendung von feuchter Wärme und anschließende Entleerung der Brust durch das Baby oder eventuell Abpumpen oder Handausstreichen. Es kann helfen, diese immer wiederkehrenden „Verstopfungen" zu vermeiden, wenn alle Fette, die die stillende Frau zu sich nimmt durch hochungesättigte Fette ersetzt werden und zusätzlich pro Tag ein Esslöffel Lecithin eingenommen wird. Auch die Einnahme von Vitamin C kann sich positiv auswirken. Außerdem solltest Du auf eine absolut korrekte Anlegetechnik achten und direkt bei den allerersten Anzeichen für einen Milchstau mit der Behandlung (feuchte Wärme vor dem Stillen, unterstützende Massage, RUHE usw.) beginnen. Die andere Möglichkeit ist ein sogenanntes „weißes Häutchen" oder „weißes Bläschen". Ein weißes oder klares Bläschen auf der Brustwarze kann durch einen verstopften Milchgang oder durch Haut, die einen Milchgang verschließt, verursacht werden. Weiße oder klare Bläschen auf der Brustwarze (auch Milchbläschen genannt), können durch einen Pfropfen entstehen, wenn zum Beispiel ein Körnchen oder eingedickte Milch den Milchfluss in der Nähe der Brustwarzenöffnung blockiert oder eine dünne Hautschicht die Öffnung eines Milchgangs von außen versperrt. Ob das weiße oder klare Bläschen durch einen Pfropfen im Milchgang oder durch ein die Öffnung blockierendes Häutchen verursacht wird, die Behandlung ist die gleiche. Du solltest warme Kompressen auflegen, um das Bläschen zu erweichen und dann sofort das Baby an die Brust anlegen. Dabei muss sorgfältig auf eine gute Stillhaltung und korrektes Ansaugen geachtet werden. Die Hitze führt dazu, dass sich der Milchgang leicht ausdehnt, so dass er für den Pfropfen durchgängig werden kann. Liegt die Ursache des Problems in einem Häutchen über dem Milchgang, wird dieses sich durch die Hitze ausdehnen und dünner werden. Sobald Wärme angewendet wurde, wird der Milchspendereflex zusammen mit der Saugtätigkeit des Babys in den meisten Fällen ausreichen, um das Bläschen zu öffnen. Danach können die für wunde Brustwarzen empfohlenen Maßnahmen dabei helfen, die Heilung zu beschleunigen. Wenn die oben beschriebene Behandlung keine schnelle Erleichterung bringt, reicht meist eine einmalige Öffnung des Bläschens mit einer Kanüle (bitte mit dem Arzt besprechen). Wichtig ist, dass beim Auftreten dieses Problems möglichst bald reagiert wird, um einen Milchstau und ev. daraus resultierende Probleme zu vermeiden. Zusätzlich sollte auf eine möglichst korrekte Stillhaltung und richtiges Anlegen geachtet werden. Zusätzlich kannst Du dir auch Lymphdrainagen verschreiben lassen, die auch oft erstaunlich gut helfen. LLLiebe Grüße Biggi
Lotte137
Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort :) LG Lotte
sehr gerne :-) Biggi
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