Elvo
Liebes Hebammen-Team, unser Sohn wurde am 11. Januar geboren. Ich stille voll und er gehört zu den sogenannten Spuck- und Gedeihkinder. Er hat von Anfang an eigentlich wöchentlich überdurchschnittlich gut zugelegt. Seit nunmehr 3 Wochen stagniert sein Gewicht jedoch auf 7,2 kg. In diesem Zeitraum ist er aber deutlich gewachsen (Körperlänge). Mit ca. 14 Wochen begann er sich selbst auf den Bauch zu drehen, zunächst nachts zum Schlafen. Mittlerweile nimmt er die Bauchlage auch tagsüber sehr oft und gerne selbst in Anspruch und bewegt sich viel. Letzte Woche hatten wir einen Termin bei der Kinderärztin und nachdem ich sie auf die Stagnation des Gewichtes angesprochen habe, hat sie empfohlen nach vollendetem 4. Monat (sprich jetzt) so langsam die Beikost einzuführen, da er sich viel bewegt. Sie meinte auch, dass man ja weiter stillt und die Menge Brei am Anfang sehr wenig sein wird, so dass man ihn langsam daran gewöhnen kann. (Das Essen verfolgt er bereits mit Interesse). Meine Hebamme meinte allerdings, sie fände die Empfehlung nach 4 Monaten zu starten zu früh und rät eher dazu nach dem 5. Monat zu beginnen. Daher meine Unsicherheit, verbunden mit einigen zusätzlichen Fragen (bitte entschuldigen Sie den langen Einstieg): - Welche Nachteile kann eine Einführung zum jetzigen Zeitpunkt (nach vollendetem 4. Monat) haben? Steigt dadurch das Allergierisiko? Oder ist es nicht sogar besser früh aber stressfrei/ohne Druck zu beginnen? - Die Hygienemaßnahmen bzgl. dem Essen selbst (nicht aufwärmen, angefangene Gläser spät. am 2 Tag aufbrauchen) sind mir klar, aber gibt es Besonderes bzgl. dem Geschirr zu beachten? Wir haben keinen Geschirrspüler und ich würde es manuell reinigen. Ist das ok oder muss eine Desinfektion im Vaporisator erfolgen? - Ab dem 3. Brei ist das Trinken von zusätzlich Wasser wichtig. Im Bekanntenkreis wurde deshalb schon mit dem Mittagsbrei begonnen, Wasser anzubieten. Fläschchen kennt er nicht, Schnuller wird nur bedingt akzeptiert. Sollen wir das Wasser in einem Glas (besondere Merkmale erforderlich?) oder in einem speziellen Trinklernbecher anbieten? Wir würden Babywasser anbieten, da das Wasser hier stark kalkhaltig ist und ich nicht weiß, aus welchem Material die Leitungen in unserem Mietshaus sind. Ab wann kann "normales" stilles Wasser angeboten werden? Im voraus vielen herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen und Unterstützung!
Liebe Elvo, in den ersten drei bis vier Monaten liegt die übliche Gewichtszunahme zwischen 150 und 227 Gramm pro Woche. Vom vierten bis sechsten Monat verlangsamt sich die Gewichtszunahme gewöhnlich auf 85 bis 142 Gramm pro Woche, im Alter von sechs Monaten bis zwölf Monaten verringert sie sich auf 42 bis 85 Gramm wöchentlich. Diese Angaben bedeuten aber nicht, dass jedes Kind kontinuierlich jede Woche diese Grammzahl zunehmen muss, sondern, dass im statistischen Mittel solche Werte erreicht werden. Das nimmt dann immer weiter ab, was verständlich ist, denn sonst wären unsere Babys irgendwann Riesen! Das durchschnittliche Längenwachstum bewegt sich bei etwa 1,27 cm pro Monat, und die Zunahme des Kopfumfangs liegt bei etwa 6,4 mm monatlich. Achte einmal auf die folgenden Anzeichen bei deinem Baby: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, kannst Du sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Wenn alle diese Punkte erfüllt sind, kannst Du davon ausgehen, dass dein Baby auch satt wird. Wir folgen den Empfehlungen der WHO, die noch immer für bis zu 6 Monate volles, also ausschließliches Stillen spricht. Der "Idealzustand" ist, dass die Mutter das Kind anschaut und darauf achtet, wann es zu erkennen gibt, dass es bereit für die Beikost ist. Das kannst Du an den folgenden Anzeichen erkennen: o es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, o der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, o es zeigt Bereitschaft zum Kauen, o es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür, o es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt. Dein Kind sollte einigermaßen ohne Stütze oder nur mit sehr wenig Unterstützung sitzen können, so dass es in der Lage ist, selbst Nahrung in die Hand zu nehmen und in den Mund zu führen. Wenn es dir die Nahrung aus der Hand reißt und voller Begeisterung in den Mund steckt, dann ist sicher der Zeitpunkt gekommen, dass Du ihm ergänzend zur Muttermilch auch andere Nahrung anbietest. Auch wenn ein Baby nicht allergiegefährdet ist, so ist die zu frühe Einführung der Beikost immer eine starke Belastung für den noch unreifen Darm und belastet auch die Nieren enorm durch die erhöhte Molenlast. Wenn dann Beikost gegeben wird, reicht eine normale Hygiene aus, das Geschirr muss nicht ausgekocht werden. Mineralwasser sollte den Aufdruck „zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet“ tragen, damit der Mineralgehalt nicht zu hoch ist. Die meisten Babys ziehen stilles Wasser vor, das Spritzen beim kohlesäurehaltigem Wasser ist vielen Babys unangenehm. Unsere Empfehlungen zu Bechern sind nur das: Empfehlungen...Im Prinzip hilft nichts, als auszuprobieren, was funktioniert. Die einen trinken gern mit Strohhalm, die anderen lassen sich lieber löffeln, manche mögen den Tupper-Kinderbecher, andere einen von anderen Marken. Meist gehen die gut, die keinen allzu harten "Schnabel" habe und kein soooo starkes Saugen erfordern. Vielleicht haben deine Freundinnen Becher zum ausprobieren, bevor du verschiedene Modelle unnötigerweise selbst kaufst...? LLLiebe Grüße Biggi
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