Utamba
Hallo, Bei meinem ersten Kind wollte ich stillen. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, dass es nicht klappen könnte. Schließlich hört man das ja in der Vorbereitung, Magazinen und überall, dass es eigentlich kein zu wenig gibt und keine echten Gründe, warum es nicht klappen sollte, etc. Dann kam mein Sohn nach blasensprung zu früh, 34+5 Bis dahin hatte sich meine Brust eigentlich nicht verändert und ich hatte auch keine vormilch. Die Hebamme versuchte etwas auszustreichen, aber da kam nix. Ich fing an regelmäßig abzupumpen (3-4h) aber da kam nix. Kein noch so kleiner Tropfen. Ich hatte das Glück meinen Sohn bei mir haben zu dürfen, trotz frühchen. Außer nachts. Ich hatte ihn immer bei mir/auf mir liegen, sollte ja schließlich eigentlich noch in meinem Bauch sein. Ich legte ihn auch ein paar mal an, massierte meine Brüste, trank stilltee,... Nichts kein winziges Tröpfchen. Nach einer Woche abpumpen gab ich auf. Es wurde bereits vorher frühchen Milch gegeben, damit er nicht Zuviel abnimmt. Rein psychisch war es grausam, ständig gefragt zu werden, wie es klappt, wieviel ich abgepumpt hätte und so weiter. Und jedesmal riesenverwunderung, dass ich eben nichts abgepumpt habe. Jetzt bin ich kurz vor der Geburt meines zweiten Kindes. Die ganze Zeit dachte ich, dass das doch wieder nicht klappt und ich es gar nicht erst probiere. Bei Anmeldung in der Klinik und in Gesprächen bekomme ich jetzt aber doch wieder zum stillen zugeredet und erklärt, dass diesmal alles ganz anders sein könnte. Habe allerdings auch oft das Gefühl, dass mir nicht so recht geglaubt wird, dass da kein einziger Tropfen war. Ich halte Muttermilch und stillen aus rein physiologischer Sicht und auch vom Aspekt der Mutter Kind Bindung für wirklich das beste. Aber ich will mir keine Hoffnung machen, wenn es keine gibt. Was ist ihre Meinung? MFG
Liebe Utamba, am allerbesten wäre es, wenn du bereits jetzt mit einer Stillberaterin in eurer Nähe Kontakt aufnehmen könntest. Erstens hast du dann gleich die kompetente Fachfrau zur Hand, wenn dein 2. Baby da ist, und zweitens kannst du dich im Rahmen von Stillgruppentreffen optimal aufs Stillen vorbereiten - mit dem nötigen Wissen. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). Aber glaub einfach mal daran, dass du stillen kannst. Es ist von Frau zu Frau ganz unterschiedlich, ab wann und wieviel Milch bereits während der Schwangerschaft aus der Brust austritt. Bei manchen Frauen kommt bereits recht früh etwas, bei anderen bis zur Geburt überhaupt nichts. Beides ist total normal und sagt nichts über die Stillfähigkeit aus! Gründe für eine zu geringe Milchbildung oder gar ein Ausbleiben der Milchbildung können in unterentwickeltem Drüsengewebe, aber auch bei Stoffwechselproblemen liegen (so hat eine Schilddrüsenunterfunktion möglicherweise einen gravierenden Einfluss auf die Milchbildung). Auch extrem starke Blutungen nach der Geburt können dazu führen, dass die Frau eine Art Hypophyseninfarkt erleidet und keine oder nur sehr wenig Milch bilden kann (Sheehan Syndrom). Dass eine Frau tatsächlich zu wenig oder gar kein Brustdrüsengewebe hat und deshalb nicht (voll) stillen kann, kommt extrem selten vor. Es tut mit so leid, dass du beim ersten Baby nicht stillen konntest, und dass ihr einen so schweren Start hattet. Aber das muss sich keinesfalls wiederholen!! Die Brust solltest du nicht stimulieren, aber eben wissen, worauf es nach der Geburt ankommt, damit es klappen kann. Dazu gehört auch, im Vorfeld schon dafür zu sorgen, dass dein "Großer" gut versorgt und "betüdelt" wird, während du im Wochenbett bist. Dass genug Essen eingefroren ist, damit du nicht täglich kochen musst... Dass dir jemand in den ersten Wochen bei der Hausarbeit zur Hand geht... Dass du die Rückendeckung vom Papa, den (Schwieger-)Eltern und dir selbst hast! Ganz kurz kann man die wichtigsten Punkte für den Grundstein einer erfolgreichen Stillbeziehung auf die folgenden Schlagworte zusammenfassen: Bald stillen, oft stillen, nur stillen; keine Flüssigkeit oder andere Nahrung dazugeben außer bei medizinisch begründeten Fällen; keine Schnuller oder künstliche Sauger in den ersten Lebenswochen. Das Baby sollte so bald wie möglich nach der Geburt zum ersten Mal angelegt werden und dann jederzeit und ohne zeitliche Einschränkung an die Brust dürfen, wenn es das will. Bei eher schläfrigen Kindern oder Babys mit verstärkter Neugeborenengelbsucht muss die Mutter unter Umständen den Takt angeben und dafür sorgen, dass das Kind mindestens acht bis zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden an der Brust trinkt. Tee, Glukoselösung oder Wasser sind überflüssig und vor allem bei einer eventuell verstärkten Neugeborenengelbsucht sogar kontraproduktiv. Das Bilirubin (der gelbe Farbstoff, der für die Gelbfärbung der Haut bei der Neugeborenengelbsucht verantwortlich ist) wird nur zu zwei Prozent über den Urin ausgeschieden, der Rest wird durch den Darm ausgeschieden. Daher ist es unsinnig, die Gelbsucht "ausschwemmen" zu wollen. Wichtig ist, dass der Darm mit Nahrung versorgt wird und die Verdauung angeregt wird, das Mekonium möglichst rasch ausgeschieden wird. Das Kolostrum, die wichtige erste Milch wirkt abführend und begünstigt damit die Ausscheidung des Bilirubins. Der Organismus eines Neugeborenen ist auf viele, kleine Mahlzeiten eingestellt. Sein Magen hat etwa die Größe eines Teebeutels. Kleine Mengen an Muttermilch sind also absolut richtig und in Ordnung. In den ersten Wochen stillt ein Baby etwa 10-12 Mal in 24 Stunden. Wichtig ist, dass dein Baby ab dem zweiten, dritten Tag mindestens drei bis vier Darmentleerungen hat und ausreichend Urin ausscheidet. Eine Gewichtsabnahme von etwa sieben Prozent des Geburtsgewichtes innerhalb der ersten Tage ist normal, bis zehn Prozent sind bei einem ansonsten gesunden Kind tolerierbar. Spätestens mit drei Wochen sollte dein Baby sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben. Milchbildungstee ist nicht notwendig und es hat keinen Sinn ihn bereits während der Schwangerschaft zu trinken. Wenn überhaupt Milchbildungstee getrunken wird, dann bitte auch nicht mehr als höchstens zwei bis drei Tassen täglich, da mehr zu Bauchproblemen beim Kind führen kann. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute! LLLiebe Grüße Biggi
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