Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Beikost

Frage: Beikost

Mandywa

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Hallo Mich mal zum Thema beikost. Mache mir da viele Gedanken 😅 Wir fangen mit 6 Monaten an. 1. Kuhmilch kann und sollte er ja 200ml in verarbeiteter Form bekommen. Zählt dazu auch jogorth, Käse usw.? Ich habe mal gehört sowas sollte man noch nicht geben nur halt kuhmilch zB in den Brei mischen. 2. Darf er alles an obst und Gemüse essen oder gibt es ess davon was nicht so gut ist. Wie ist das mit Kohl, Hülsenfrüchte und zitrusfrüchte. Also zB auch blühende Sachen. 3. Wie ist das mit Fleisch und Fisch. Welches ist zu empfehlen und welches besser lassen? 4. Und wie ist das mit gluteenhaltigen Sachen? Habe gehört diese zu vermeiden? Und sie ist das mit anderem Getreide? Muss ich da auf etwas achten? 5. Überall steht immer zum Mittag Kartoffel. Geht auch stattdessen Reis oder Nudeln? 6. Wie ist das mit ziegen und schafsmilch. Darf das gegeben werden? 7. Muss wasser abgekocht werden und bis zu welchem Alter? 8. Und sollte ich vor oder nach dem Brei stillen?


Biggi Welter

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Liebe Mandywa, zunächst möchte ich Dich bitten, die Fragen einzeln einzustellen, dann wird es für mich wesentlich leichter und übersichtlicher. Generell wird empfohlen, dass mit Kuhmilch und Kuhmilchprodukten gewartet wird, bis das Kind ein Jahr alt ist, es gibt aber auch Meinungen, die sagen, dass es ab zehn Monaten schon kein Problem sei, Milchprodukte einzuführen. Selbstverständlich kannst Du deinem Kind andere Gemüse (Kohlrabi, Zucchini, Kürbis, Brokkoli, Erbsen ...), Kartoffeln und Obst auch anbieten, aber natürlich nicht alles auf einmal, sondern langsam eines nach dem anderen und immer erst in kleinen Mengen. Von einigen Experten wird in Bezug auf Obst und Gemüse auch empfohlen es zuerst in gekochter Form anzubieten und wenn das gut vertragen wird in roher Form. Ob ein Baby/Kleinkind Fleisch braucht oder nicht, hängt davon ab, wie es ernährt wird. Fleisch wird wegen seines hohen Eisen- und Proteingehaltes gegeben. Es kann jedoch durch andere Nahrungsmittel ersetzt werden, vorausgesetzt das Baby wird weiterhin gestillt. Die Verfügbarkeit und damit die Aufnahme des Eisens in den Körper wird entscheidend verbessert durch Vitamin C. Durch die Gegenwart von Vitamin C wird die Eisenaufnahme aus allen Lebensmitteln bis um das dreifache gesteigert, Da Vitamin C das zweiwertige Eisen vor der Umwandlung in nicht resorbierbares dreiwertiges schützt und zur Umwandlung von vorhandenem dreiwertigen in resorbierbares zweiwertiges Eisen beiträgt. Zu jeder Mahlzeit gehört ein Vitamin-C-haltiger Bestandteil. Wenn unter Beachtung dieser Regel konsequent Vollgetreide verwendet wird, braucht die Beikost kein Fleisch zu enthalten. Eine Vollwertkost mit Vollkorngetreide, reichlich Gemüse und Obst, gemahlenen Nüssen, Milch und wenig Ei macht auch im zweiten Lebensjahr Fleisch nicht unbedingt erforderlich. Bei einer anderen Ernährungsform ist zwei- bis dreimal pro Woche eine Fleischzufuhr notwendig. Gluten sollte nur in den ersten sechs Monaten vermieden werden. Zöliakie, die Krankheit die auf einer Unverträglichkeit des Glutens beruht ist keine Allergie im landläufigen Sinn, der durch Vermeidung des Glutens länger als sechs Monate vorgebeugt werden kann. Im Rahmen der Allergievorbeugung ist es nicht notwendig auf Gluten zu verzichten. Es ist sogar von Vorteil, wenn Kinder im zweiten Lebenshalbjahr glutenhaltiges Getreide essen, denn in diesem Alter lässt sich eine eventuell Zöliakie sehr viel besser diagnostizieren als später. Brot ist ab spätestens acht Monaten möglich, Weizen sollte allerdings erst ab etwa zehn Monaten eingeführt werden. Für Tipps rund um das Thema Beikost bietet sich das Buch „Babyernährung gesund & richtig – B(r)eikost und Fingerfood“ von Gabi Eugster an. Dort finden sich sehr viele Informationen und Tipps zum Thema Ernährung ab dem siebten Monat. Reis kannst Du gleich geben, auch Nudeln. Ziegenmilch, Stutenmilch oder andere Tiermilchen sind ebenso wie Kuhmilch artfremde Milchen. Da sie jedoch seltener in unserer Gesellschaft verwendet werden als Kuhmilch, sind weniger Allergien bekannt. Dennoch bergen diese Milchen das gleiche Allergierisiko wie unverarbeitete Kuhmilch. Stutenmilch und Ziegenmilch sind ebenso wie Mandelmilch, Soja Milch usw. keine vollwertige Ersatznahrung und sind von der Zusammensetzung her nicht an den Bedarf eines Babys angepasst. Bei Ziegenmilch fehlt zum Beispiel die Folsäure und Stutenmilch mag von den auf dem Markt erhältlichen Tiermilchen zwar der Muttermilch am „ähnlichsten" sein, doch ein kurzer Blick in die Zusammensetzung offenbart (abgesehen von der Problematik des artfremden Eiweißes) die folgenden Unterschiede: Muttermilch enthält etwa 67 kcal pro 100 ml, Stutenmilch nur 47 kcal/100 ml, beim Fett enthält MM 3,7 g/100 ml, Stutenmilch 1,5 g/ 100 ml. Der Natriumgehalt der Muttermilch beträgt nur ein Fünftel des Natriumgehaltes der Stutenmilch (13 mg im Verhältnis zu 64 mg pro 100 ml), der Kaliumgehalt ist in der Muttermilch mehr als fünfmal so hoch wie in der Stutenmilch (47 mg/100 ml MM, 9 mg/100 ml Stutenmilch). Ähnliche Unterschiede lassen sich bei Kalzium (31 mg/100 ml MM, 110 mg/100 ml Stutenmilch), Phosphor (15 mg/100 ml MM, 54 mg/100 ml Stutenmilch) und Magnesium (4 mg MM/100 ml, 9 mg/100 ml Stutenmilch) finden. Gerade die Mineralstoffe haben einen enormen Einfluss auf die Nieren und sollten deshalb wirklich ernst genommen werden. Wenn ihr an eine öffentliche Wasserversorgung angeschlossen seid und nicht in einem Haus mit alten Blei oder neuen Kupferrohren wohnt und das Leitungswasser keine zu hohen Nitratwerte aufweist (beim Wasserwerk nachfragen) ist Leitungswasser das optimale Getränk und es ist bei einem über sechs Monate alten Kind normalerweise auch nicht mehr notwendig, dass das Wasser zum Trinken jetzt abgekocht wird. Probiere einfach aus, wie es für Dein Baby besser ist und ob Du vor oder nach der Beikost stillst. LLLiebe Grüße, solltest Du noch Fragen haben, melde Dich einfach. Biggi


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