Liebe Biggi, ich bin aktuell in der 8. SSW und muss auf dringenden Rat meiner Gynäkologin abstillen, da es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt. Diese Entscheidung tut mir unglaublich weh, auch wenn ich weiß, dass sie medizinisch notwendig ist. Mein Kind ist 20 Monate alt und stillt tagsüber nur noch zum Einschlafen, abends ebenfalls zum Einschlafen und nachts je nach Phase mal häufiger, mal weniger. Die Brust ist für mein Kind ganz klar ein Ort von Nähe, Sicherheit und Regulation. Wir haben versucht, dass mein Mann das Einschlafen übernimmt. Ich habe mich verabschiedet und so getan, als würde ich kurz weggehen. Mein Kind hat daraufhin über eine Stunde geweint. Ich habe gemerkt, dass ich das emotional nicht aushalte und habe es schließlich wieder übernommen. Seitdem lässt mich das Ganze nicht los. Im Nachhinein frage ich mich, ob ich meinem Kind zu viel auf einmal zugemutet habe. Die gewohnte Einschlafperson war plötzlich weg und gleichzeitig auch noch die Brust. Es fühlt sich für mich an, als hätte ich meinem Kind den Boden unter den Füßen weggezogen, und dieses Schuldgefühl begleitet mich seitdem sehr. Ich weiß, dass ich abstillen muss, und leider auch relativ zügig. Ein sehr langsames, monatelang sanftes Abstillen ist mir zeitlich nicht möglich. Gleichzeitig wünsche ich mir nichts sehnlicher, als mein Kind in dieser Phase emotional gut zu begleiten und es nicht zu überfordern. Ich wäre Ihnen sehr dankbar für Ihre fachliche Einschätzung, wie ich in dieser Situation am besten vorgehen kann. Was ist unter diesen Umständen ein möglichst kindgerechter Weg? Wie kann ich mein Kind begleiten, ohne dass es sich verlassen fühlt? Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, das zu lesen. Herzliche Grüße Sefis