Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen in der Schwangerschaft

Frage: Abstillen in der Schwangerschaft

sefis

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Liebe Biggi, ich bin aktuell in der 8. SSW und muss auf dringenden Rat meiner Gynäkologin abstillen, da es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt. Diese Entscheidung tut mir unglaublich weh, auch wenn ich weiß, dass sie medizinisch notwendig ist. Mein Kind ist 20 Monate alt und stillt tagsüber nur noch zum Einschlafen, abends ebenfalls zum Einschlafen und nachts je nach Phase mal häufiger, mal weniger. Die Brust ist für mein Kind ganz klar ein Ort von Nähe, Sicherheit und Regulation. Wir haben versucht, dass mein Mann das Einschlafen übernimmt. Ich habe mich verabschiedet und so getan, als würde ich kurz weggehen. Mein Kind hat daraufhin über eine Stunde geweint. Ich habe gemerkt, dass ich das emotional nicht aushalte und habe es schließlich wieder übernommen. Seitdem lässt mich das Ganze nicht los. Im Nachhinein frage ich mich, ob ich meinem Kind zu viel auf einmal zugemutet habe. Die gewohnte Einschlafperson war plötzlich weg und gleichzeitig auch noch die Brust. Es fühlt sich für mich an, als hätte ich meinem Kind den Boden unter den Füßen weggezogen, und dieses Schuldgefühl begleitet mich seitdem sehr. Ich weiß, dass ich abstillen muss, und leider auch relativ zügig. Ein sehr langsames, monatelang sanftes Abstillen ist mir zeitlich nicht möglich. Gleichzeitig wünsche ich mir nichts sehnlicher, als mein Kind in dieser Phase emotional gut zu begleiten und es nicht zu überfordern. Ich wäre Ihnen sehr dankbar für Ihre fachliche Einschätzung, wie ich in dieser Situation am besten vorgehen kann. Was ist unter diesen Umständen ein möglichst kindgerechter Weg? Wie kann ich mein Kind begleiten, ohne dass es sich verlassen fühlt? Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, das zu lesen. Herzliche Grüße Sefis 


Biggi Welter

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Liebe Sefis, du hast es nicht besser GEKONNT und du hast dein Kind ja nun auch nicht misshandelt und wenn dein Baby sich einmal verlassen gefühlt hat (und das war es doch nicht einmal, der Papa war ja da!), dann entsteht daraus nicht gleich ein Trauma! Bitte mach dir deshalb nicht das Leben unnötig schwer - Babys sind Gott sei Dank mit einer gewissen Robustheit ausgestattet und verzeihen uns Eltern die unvermeidlichen gelegentlichen Fehler. Ich kann mich noch gut erinnern, ich war auch einmal in der gleichen Situation und ich glaube, mir tat es bald mehr weh wie meinem Sohn ;-).  Du trägst nun auch die Verantwortung für dein Kind und das Ungeborene und darfst und sollst auch dieses schützen. Natürlich wird dein Kind jetzt traurig sein und ich würde auch weiterhin beim Einschlafen dabei sein. Du bist ein sicherer Hafen in stürmischer Zeit – auch wenn dein Kind protestiert, weint und traurig ist. Erkläre ihm, dass du da bist, tröste es, steh ihm bei, so spürt es deine Sicherheit und wird sich danach richten. Gestehe deinem Kind auch seinen Schmerz zu, begleite es einfach mit liebevoller Geduld. Unsere Lösung damals war, dass mein Sohn mit der Brust kuscheln durfte, aber nicht saugen. Er sagte immer „so tun als ob“ und es hat wirklich wunderbar schnell geklappt. Ich bin nicht sicher, ob dein Kind das schon verstehen kann, aber ein Versuch wäre es wert. Ansonsten versuche mal, die Einschlafsituation zu verändern, lass dein Kind bei dir im Arm einschlafen, fahr mit dem Kinderwagen noch eine Runde oder lass den Papa versuchen, das Einschlafen zu übernehmen. Wichtig ist, dass du ruhig bleibst und deinem Kind die Trauer und Wut zugestehst, denn es kann ja noch gar nicht verstehen, warum ihm die geliebte Brust auf einmal verweigert wird....tröste dein Baby und stehe den Schmerz mit ihm zusammen durch, sei aber auch klar und konsequent, so kann dein Kind sich an dir orientieren.  Ich werde gerade ganz wehmütig bei den alten Erinnerungen und würde mich sehr freuen, wenn du mir bald noch einmal schreibst, wie es euch geht....  Ganz liebe Grüße  Biggi


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