Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Beikost

Frage: Beikost

Mitglied inaktiv

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Hallo, seit ca. 6 Wochen bekommt meine Tochter mittags Gemüsebrei, von dem sie so im Schnitt ca. ein halbes Gläschen ist. Dananch lege ich sie immer noch mal an, und sie trinkt noch MuMi. Seit Montag bekommt sie Nachmittags noch etwas Banane. Davon hat sie einmal fast eine ganze, dann nur wenig gegessen. Auch dananch stille ich. Irgendwie hab ich aber jetzt das Problem, dass sie nicht mehr so viel trinkt wie früher, und das meine Brüste dann sehr voll sind und anfangen zu schmerzen. Man soll dann ja nur so viel ausstreichen, dass der Schmerz gerade nachlässt. Irgendwie klappt das bei mir nicht wirklich. Habe heute so "Riesenbrüste" gehabt, dass ich meiner Tochter die Banane erst anbieten konnte, nachdem sie gestillt wurde. Dann hatte sie natürlich keinen Hunger mehr. Was kann ich da denn machen? Muss ich eigentlich erst eine Stillmahlzeit komplett ersetzt haben, bevor ich eine zweite einführe? Sehe im Moment nicht, dass ich es mittags schaffe, soviel zuzufüttern, das meine Tochter davon satt wird. Danke und viele Grüße, May


Biggi Welter

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Liebe May, sicher ist es richtig und gut, einem sechs Monate alten Baby, das Interesse an fester Nahrung zeigt, diese dann auch anzubieten. Doch diese Einführung der Beikost sollte langsam erfolgen und keinesfalls kann die feste Kost die Muttermilch jetzt bereits in größerem Maße ersetzen. Ich weiß, dass fast überall steht: "zunächst wird die Mittagsmahlzeit ersetzt und im Abstand von etwa vier Wochen ersetzen Sie die nächste Mahlzeit usw". Gleichzeitig wird "eine Mahlzeit" als die Menge definiert, die in ein Gläschen passt und zwar für alle Kinder gleich. Doch dieses Schema, das leider immer noch oftmals propagiert wird verursacht in vielen Fällen nichts weiter als Stress und Tränen. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit "ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI-Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT-Kost heißen. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Bei der Vorgehensweise, dass langsam als ergänzende Nahrung Beikost angeboten wird, hat die Brust Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen, das Kind hat ebenfalls mehr Zeit für die Umstellung und die Nährstoffe aus der Beikost können in Zusammenhang mit bei der gleichen Mahlzeit angebotener Muttermilch besser verwertet werden. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Die Brust ist ein eher träges Organ, das sich nur langsam auf Veränderungen einstellen mag, aber dann klappt es. Wenn Du nicht gut ausstreichen kannst, solltest Du evtl. abpumpen und die Brust zusätzlich kühlen. Vielleicht lässt Du dir von einer Beraterin vor Ort auch einmal das Ausstreichen richtig erklären. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi


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meine Tochter ist 7 Monate alt.


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