Mitglied inaktiv
Hallo Biggi! Marie ist jetzt 7 Monate alt. Ich habe sie sechs Monate vollgestillt. Bei der U5 hatte sie leider zu wenig Gewicht. Bei einer Grösse von 65 cm hatte sie nur 6120 gramm gewogen. Ich hatte sie alle drei Stunden angelegt. Nachts ist einmal oder gar nicht gekommen. Meine Kinderärztin meinte, meine Milch würde nicht mehr ausreichen und ich müsste unbedingt Gemüsebrei und Getreidebrei geben. Am besten auch die Flasche. Sie bekommt jetzt mittags 100 gramm Gemüse und abends einen Getreidebrei mit Birne. Zusätzlich stille ich sie noch 5mal. Ich bin jetzt ein bisschen verunsichert, was sie wirklich braucht und wieviel. Zugenommen hat sie schon. In zwei Wochen fast 500 gramm. Lässt sich die Muttermilchmenge denn nicht mehr steigern? Wieviel Muttermilch braucht sie dann überhaupt noch? Sie trinkt auch noch nicht so gut aus dem Becher. Reicht die Flüssigkeit dann noch aus? Kannst du mir nicht ein paar Tipps geben, wie ich am besten vorgehe?
? Liebe Torti, Größe und Gewicht deiner Tochter bei der U5 ergeben etwas mehr als die dritte Perzentile. Das bedeutet nun nicht automatisch, dass dein Kind zu wenig gewogen hat, denn die dritte Perzentile gehört zum Normbereich und es gibt vollkommen gesunde und normal entwickelte Kinder, die sich entlang der dritten Perzentile bewegen. Falls deine Tochter also schon immer in diesem Bereich der Kurve lag und sich altergemäß entwickelt, dann ist sie einfach ein eher schlankes Kind und es dürfte kein Anlass zur Besorgnis bestanden haben. Sollte deine Tochter jedoch im Laufe der Monate zum Beispiel von der 50. Perzentile immer weiter abgerutscht sein und dann bei der dritten Perzentile gelandet sein, dann sieht die Sache anders aus. Doch das lässt sich aus einem einzelnen Wert nicht beurteilen. Wichtig ist auch, ob dein Kind von sich aus alle drei Stunden getrunken hat oder ob dieser Rhythmus von dir vorgegeben wurde. Gerade bei Kindern, die nachts sehr lange schlafen, kann es immer wieder dazu kommen, dass die Mutter darauf achten muss, dass die Kinder häufiger am Tag angelegt werden oder eventuell sogar in der Nacht zum zusätzlichen Stillen geweckt werden müssen. Es gibt Kinder, die tatsächlich ihre Nahrungsbedüfnisse nicht deutlich genug anmelden. Es ist möglich, dass auch dein Kind zu diesen Kindern gehört und schlicht und ergreifend nicht oft genug an der Brust getrunken hat. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird häufig genug gestillt, dann muss keine andere Milchmahlzeit und auch kein Milchbrei gegeben werden und es ist kein Problem, wenn Du deinem Kind einen milchfreien Getreidebrei anbietest. Wird das Kind nicht mehr gestillt, muss entsprechend ein Ersatz für die Muttermilch angeboten werden. Im gesamten ersten Lebensjahr kann der Flüssigkeitsbedarf eines Babys vollständig über die Muttermilch gedeckt werden, vorausgesetzt, es wird weiterhin nach Bedarf gestillt. Dennoch ist es sinnvoll parallel zur Einführung der Beikost auch den Becher mit Wasser einzuführen. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft ist nicht notwendig. Wieviel Flüssigkeit ein Baby zusätzlich zur Beikost braucht, hängt davon ab, wieviel Beikost es isst, wie warm es ist, wie aktiv das Kind ist und einigem anderen mehr. Ein Kind, dass noch viel breiartige Kost isst, bekommt zudem über die Nahrung relativ viel Flüssigkeit. Biete deinem Kind zur Beikost immer Wasser an, dann hat es die Möglichkeit zu trinken, wenn es durstig ist. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft ist nicht notwendig. Solange der Urin des Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit. LLLiebe Grüße Biggi
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