Mitglied inaktiv
Hallo, ich habe eine Frage zur Beikost. Als Voraussetzung sollte ein Kind n der Lage sein, aufrecht zu sitzen. Ist damit das gestützte Sitzen gemeint ?? Meine Tochter ist jetzt 6 Mon und bis sie alleine sitzen kann, wird noch einige Zeit vergehen. Und wie merke ich, dass sich der Zungenstreckreflex abgeschwächthat ? Meine Tochter wacht jetzt nachts alle 1,5 -2 Std auf. Braucht sie dieses nächtliche Stillen/nuckeln/Zuwendung für ihre Entwicklung ? Da sie den Schnuller nimmt, könnte ich sie auch so etwas hinhalten. Ich bin etwas hin und hergerissen sie zu stillen und sie sanft hinzuhalten, damit sie mal durchschläft. Vielen Dank für eine Antwort Nicole
Liebe Nicole, es geht nicht darum, dass das Kind von alleine zum Sitzen kommt. Das Kind sollte einigermaßen ohne Stütze oder nur mit sehr wenig Unterstützung sitzen können, so dass es in der Lage ist, selbst Nahrung in die Hand zu nehmen und in den Mund zu führen. Wenn es Ihnen die Nahrung aus der Hand reißt und voller Begeisterung in den Mund steckt, dann ist sicher der Zeitpunkt gekommen, dass Sie ihm ergänzend zur Muttermilch auch andere Nahrung anbieten. Solange es aber (normale Entwicklung vorausgesetzt) nicht in der Lage ist, Nahrung selbst in den Mund zu stecken (u.a. weil es sich noch nicht alleine so aufrecht halten kann und beide Hände zum Abstützen braucht) ist es in aller Regel zu früh für Beikost. Ob der Zungenstoßreflex abgeschwächt bzw. verschwunden ist, können Sie erkennen, indem Sie es ausprobieren. Bieten Sie Ihrem Baby einfach einmal etwas abgepumpte Milch mit dem Löffel an, dann sehen Sie, wie Ihr Kind reagiert. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Es gibt kein Patentrezept, um ein Kind zu längeren Schlafphasen zu bringen. Hätte ich eines, das das Kind achtet, würde ich ein Buch darüber schreiben und damit einen Bestseller landen, an dem sich gut verdienen ließe. Sie können sicherlich versuchen, Ihr Baby nachts etwas hinzuhalten, allerdings sollten Sie dann besonders darauf achten, dass Ihr Baby ausreichend gedeiht. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens "Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen können. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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