Tina87
Guten Abend! Mein Sohn ist jetzt 10 Monate alt. 6 Monate habe ich voll gestillt und dann, unter Berücksichtigung der Beikostreifezeichen, mit etwas Gemüsebrei zu Mittag begonnen. Ganz lange hat er nur wenige Löffel gegessen. Seit ca. 1.5 Monaten isst er nun mittags ca 100g Kartoffel Gemüse Fleischbrei, nachmittags ca 50g Obstbrei und abends ca 100g Milch-Getreidebrei. Bei fester/stückiger Kost würgt er leider extrem, obwohl wir es immer wieder mal versuchen. Das Stillen untertags hat sich meiner Meinung nach nicht großartig verändert, ich stille spätestens alle 2 Stunden. Seit er 6 Monate alt ist, hat er nachts ca alle 2-3 Std. getrunken. Nun hatten wir vor 2 Wochen beide einen Magen Darm Virus, er hat mich angesteckt und hatte ihn somit zuerst. Mein Milchspendereflex hat da auch einen Tag sehr verzögert eingesetzt. Seitdem ist bei uns plötzlich wieder Dauerstillen angesagt. Er trinkt nachts ca alle 45 Minuten, will auch nach dem Trinken permanent nur an der Brust nuckeln und schreit, wenn ich ihm den Schnuller (den er bis dato nachts immer hatte) anbiete. Auch tagsüber will er tw. halbstündlich trinken, normal essen aber auch. Ich bin ehrlichgesagt schon ziemlich erschöpft. Ist das nur eine Phase? Hängt das mit dem Virus zusammen? Ich bin ratlos. Vielen Dank schon einmal!!
Liebe Tina87, es ist fast normal, dass ein Baby nach einem überstandenen Infekt wieder ausschließlich gestillt werden möchte. Wichtig ist auch, dass Du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby. • Nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... • Vielleicht findest Du auch einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. • Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. • Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. Überlege dir auch einmal zu einem Stillgruppentreffen zu gehen und tausch dich dort mit den anderen Müttern aus. Vielleicht hast Du sogar das Glück so wie ich vor Jahren, dass Du dort Mütter oder eine Stillberaterin kennen lernst, die bereits ältere Kinder haben und Du kannst miterleben, dass es sich lohnt noch etwas durchzuhalten. LLLiebe Grüße Biggi
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