Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Auch stillen-Beikost-Zwingen

Frage: Auch stillen-Beikost-Zwingen

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Hallo Biggi, ich habe eben die Frage Schlafen, Stillen, Beikost und deine Antwort inkl. Artikel gelesen. Der Schlußsatz gibt mir jedoch zu denken: ab wann zwingt man denn sein Kind zum Essen? Weißt du, ich frage nicht von ungefähr: meine Tochter Hannah ist mittlerweile fast 8 1/2 Monate alt und mit Beikost sind wir nicht sonderlich weit. Heißt zwingen schon, wenn ich einen Löffel zum Spielen in die Hand gebe und den Moment abwarte, bis sie mehr oder weniger unbemerkt den Mund öffnet und ich ihr den Löffel mit Nahrung gebe? (Wenn ich ehrlich bin, finde ich das schon Zwingen). Oder ist Zwingen auch, wenn ich etwas penetrant den Löffel vor ihrem Mund halte und mich von Prusten und Pusten nicht abhalten lasse? Wie füttert man denn richtig und wie lange? Hannah ist meist ein paar Löffelchen (gemüsetechnisch haben wir so ziemlich alles ausprobiert, Obst mag sie alllerdings ganz gern) - aber satt, also eine komplette Mahlzeit ersetzt das nie!!! Sprich, danach wird gestillt, ist ja auch ok....aber wenn sie nicht müßte, könnte sie auf Beikost gut und gerne verzichten. Was könnte ich da noch probieren, außer ihr immer wieder um die Mittagszeit ein paar Löffel anzubieten und danach noch zu stillen? Ich hoffe, du kannst meine wirren Fragen entschlüsseln LG nine


Biggi Welter

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Liebe Nine, ich würde Hannah wirklich immer nur den Löffel anbieten und warten, bis sie von SELBST den Mund auf macht. Sie ist erst acht Monate alt und damit noch am Beginn der „Beikostkarriere“ und in dieser Zeit sollte der Begriff „BEI-Kost“ wörtlich verstanden werden. Beikost ist etwas, was die Muttermilch ergänzt und nicht ersetzt. Es ist deshalb normal und richtig in Verbindung mit der Beikost zu stillen, nicht zuletzt deshalb, weil auf diese Weise bestimmte Bestandteile der Beikost vom Kind besser verwertet werden können. Möglicherweise gehört Hannah zu den Kindern, die nicht gerne gefüttert werden wollen. Probiere einmal, ihm fingergerechte Nahrung zum Selberessen anzubieten. Es gibt kleine Menschen, die es anscheinend als gravierenden Eingriff in ihre Privatsphäre ansehen, wenn die Mutter (oder sonst jemand) ihnen etwas in den Mund stecken will. Diese Kinder verweigern dann anscheinend die Nahrung, essen aber sehr wohl, wenn sie selbst essen dürfen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse- und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Versuche auch einmal, ob dein Kind in Gesellschaft besser isst. Der Nachahmungstrieb bewegt so manches Kind dazu, zu essen. Ich hoffe, dir etwas weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi


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