Shizuku
Hallo! Das ist das erste Mal dass ich mich hier an Sie wende wegen einem Beziehungsproblem. Ich bin seit 7 Jahren in einer Beziehung mit meinem Mann, wir haben zwei Kinder ( 3 J und 8 Monate). Wir haben hier und da mal Krisen gehabt, aber ich merke dass ich unglücklich bin und erschöpft, enttäuscht. Es sind viele Sachen die mich beschäftigen: Ich weis nicht wie ich das aufschrieben kann bei nem Forum um zu fragen nach Rat Also es geht nicht nur um diese Situation aber vieles. 1. mein Mann quckt sich ständig Bilder an von sich wiegt sich jeden Tag geht jetzt ständig Sport und fragt mich regelmäßig wie er aussieht, ob besser und so. Er scheint unzufrieden zu sein mit sich selbst, wollte immer gewisse op machen und er meinte er macht das nich in Zukunft. Für mich ist das unnötig aber ich akzeptiere es, nur es geht halt darum dass er deswegen halt nicht im reinen ist mit sich selber und ich finde das unattraktiv. Zb I Urlaub letztes Jahr hat er an seinem Aussehen etwas geändert und es hat ihm nicht gefallen, er hat im Nachhinein bereut und dann hatte er schlechte Laune ganze Zeit, ich war da schwanger und auch noch erkältet und plus Kleinkind er war so miese gelaunt und hat mich auch geärgert und wollte nicht schön sein mit mir (ich meine damit schönen Umgang)und Urlaub genießen, aber auch weil der Ort schlechter war als da wo wir das letzte Mal waren.. 2.Dann andere Sache: er hatte große Ziele und er meinte zu mir du wirst sehen was auf uns gutes zukommt, und daraus wurde Nix aber nicht wirklich selbstverschuldet, sondern wegen anderen ist alles geschäftliche geplatzt und dann auch seine träume. Er hatte auch zeitgleich körperliche Beschwerden bekommen, konnte kaum was machen etc jetzt hat sich alles geändert was er längst erreichen wollte. Er möchte auch unbedingt ein Haus, er hat ganzes Leben im Haus gelebt. Er hasst unsere Wohnung mit Balkon. Ich versteh ihn, natürlich wäre ein Haus mit Garten das schönste überhaupt aber gute Sachen dauern eben lange und diese Ambitionen die er hat erdrücken ihn und mich. Da kann ich aber dagegen Nix tun. Zeitgleich als das passiert ist mit der Arbeit, ich war ja postpartal 4/5 Monate (nicht zu vergessen) hat er mich angefangen ständig zu ärgern jeden Tag, weil ich behauptet habe er sei vielleicht homosexuell. Weil er ständig mit seinem Arbeitskollegen rausgegangen ist auch verreist viel Zeit verbracht und er ständig Kommentsre gemacht hat über andere Mönner wie gut die aussehen wie auffällig. Mir erschien das komisch und nervig. Er hat gesagt er ist nicht homosexuell hat mich aber dabei eigentlich ernst genommen. Habe ihm geglaubt aber ab dann hat er mich geärgert; jeden Tag - quck mal dieser Mann schaut mich an, hast du gesehen? Quckt mal den Mann hier wie gut er aussieht! Ich glaube der will was von mir! Es gibt viele die ich kenne die 10 Jahe in Beziehung waren mit einer Frau und sie die verlassen haben und dann stellte sich heraus dass die homosexuell waren. Und das monatelang. Ich habe ihm ständig gesagt dass es anstrengend ist und er mir damit psychischen Stress macht. Er meinte: ja du hast Recht ich übertreibe und dann wieder nach einer Woche das gleiche. Vor kurzem hat er damit aufgehört, habe ihm gesagt ich kann das nicht mehr. Habe glaube ich das 2-3 Mal Entschuldigung gehört von ihm in ganzer Beziehung, er hat sich halt entschuldigt. Das fand ich gut. Sehr selten aber gut dass er das gesagt hat. Dann hat er mir noch mehr im Haushalt geholfen, was er schon sowieso gemacht hat davor. Und seit kurzem habe ich ihn glaube aus Rache unbewusst und bewusst geärgert und getriggert und habe aufgehört ihm zu vertrauen weil er jeden Tag am Abend nicht da war. Irgendwie war das ziemlich anstrengend für uns beide und er hat gesagt zu mir, er hat niemand anderen und er ist mit dem Bruder oder er kauft ein was auch immer weil Abendeoutine mit der größeren läuft besser wenn er nicht da ist weil sie ist aufgedreht und hört nicht zu. Er meinte dass er mir so viel hilft, und er machte mir sogar Frühtück jeden Tag (das sage ich gerade) und er meinte ich mache Sachen was andere nicht so machen., andere Männer wie Wäsche falten etc.Da ist viel Wahrheit dran und vor paar Tagen wollte ich Frieden schließen war bereit dazu. Aber vorgestern ist etwas passiert. Noch vor paar Tagen dachte ich mir dass ich kein Bock mehr habe auf diskutieren und nicht vertrauen ich wollte ihn wieder vertrauen, gut mit ihm schön sein weil wir hatten unsere Phasen da hat er mich lange geärgert dann aufgehört damit und danach habe ich damit angefangen als Rache aber ich wollte und er damit das aufhört. Aber dann vorgestern waren wir zu Besuch eingeladen bei seiner Schwester ( gehen sehr selten da weil der Mann ist schlecht er geht der Schwester immer fremd geht jeden Tag raus gefühlt hilft gar nicht ihr und behandelt sie schlecht) niemand von Familie geht zu denen nur wir ab und zu Hauptsachächkich auch weil unsere Tochter mit ihren Cousinen spielt und viel Spaß hat dann aber hat mein Mann angefangen mit dem Schwager zu trinken und mir hat das nicht gefallen. Dann gab es Stress er hat sich betrunken gekotzr währenddessen habe ich gestillt und war noch mit Kleinkind im Zimmer Baby konnte nicht schlafen war sehr müde. Dann hat seine Schwester mich angemacht war frech dass ich Prioritäten setzen muss und mich kümmern muss um ihren Bruder vor meinen Kinder hat sie Stress gemacht dann wurde ich auch frech weil ich war früher immer nett ganz anders und man hat mich wie ein Fußabtreter behandelt, deswegen stehe ich seit dem immer zu mir und muss stark sein sogar schlimmer als andere falls die mich als erste angreifen, kann nicht mehr anders. Und dann war zoff und ich war sauer auf meinen Mann weil ich mag den Mann von der Schwester nicht und ich nicht verstehen kann warum überhaupt er so mit ihm ist und trinkt, das habe ich ihm anschließend heute zu Hause gesagt. Er meinte er vergisst jedes Mal dass er ihr fremd geht und der Mann weis ja nicht dass er es weis, und es ist normal zu trinken bei denen in Familie , ich sei nicht gewöhnt. Ich meinte dass ist keine Ausrede, du lässt dich beeinflussen von ihm er ist schlechte Gesellschaft Umgang und schlecht als Mann plus mir wäre es besser wenn er alleine irgendwo trinken geht oder bei Bruder ist mir egal aber mit ihm ist was anderes und diese Karte ausspielen mit „so ist es bei uns “ funktioniert hier nicht, plus Kinder insolviert und ich wollte da nicht blieben und schlafen, ich meinte selber schuld dass du getrunken hast. Er hat mich angelogen er sei im Krankenhaus, er war nicht. Er meinte ich hab so gesagt weil du bist gegangen mit Uber nach Hause mit Kindern und nächste Tag fragst du mich wie es mir geht. Ich meinte du solltest zufrieden sein dass ich mich um Kinder gekümmert habe die wollte nach Hause lieber da schlafen statt da irgendwo keine Ahnung Echt enttäuschend Und jetzt fühle ich mich wieder distanzierter von ihm er aber nicht er umarmt mich und sagt ich mag dich trotzdem, hat mit Kindern gespielt etc. Heute und gefragt ob wir intim sein wolle, noch heute was machen…er findet nicht dass er was schlimmes gemacht hätte. ich finde es hat getrunken, weil er eine schlechte Zeit hat. Alles hat sich gestapelt und ich reiche ihm nicht aus zum Reden. Er hat einfach ausgenutzt dass der Schwager unbedingt trinken wollte mit ihm.. Trotzdem ich fand das Verhalten nicht in Ordnung vor allem weil ich dann Stress bekommen habe, dass ich mich kümmern soll um meinen blassen Mann, ihren geliebten Bruder und dass ich noch Nix weis und viel lernen muss (gesagt hat das die Schwester).. Und nich kurz etwas: Zu meinem Geburtstag gab es zwar nette Gesten (Kaffee, Tattoo-Gutschein, Torte), aber direkt danach kamen Sätze wie „sei nicht so toxisch“ als Geburtstagswünsche. Meine Fragen an euch: Wie kommt man aus so einer Dynamik aus gegenseitigem Verletzen und Frust wieder raus? Übersehe ich etwas, oder ist das Fundament dieser Beziehung komplett zerstört? Wie würden Sie an meiner Stelle handeln? Ich bedanke mich vielmals
Hallo Shizuku, wie schön, dass du dich mit deiner Geschichte an uns wendest, vor allem weil es dir schwerfällt, alles in Worte zu fassen. Deine Erschöpfung und Enttäuschung sind sehr nachvollziehbar. Du beschreibst, wie sehr dein Mann mit seinem Aussehen hadert, ständig Sport treibt und dich nach seinem Aussehen fragt. Es ist normal, sich in einer Beziehung gegenseitig bei Unsicherheiten zu stützen, problematisch wird es aber, wenn daraus eine feste, einseitige Dynamik wird, bei der er selbst keine Verantwortung übernimmt, etwas zu verändern, notfalls auch mit professioneller Unterstützung. Genau das scheint im Urlaub passiert zu sein: Obwohl du schwanger, erkältet und selbst verletzlich warst, hat er seine schlechte Laune über sein Aussehen an dir und am gemeinsamen Urlaub ausgelassen. Die emotionale Arbeit, seine Unsicherheit aufzufangen, liegt einseitig bei dir. Dasselbe Muster zeigt sich bei seinem Wunsch nach einem Haus und seinen beruflichen Ambitionen. Es ist ein ständiges Streben nach mehr, das nie zur Ruhe kommt. Das kann für dich den bitteren Beigeschmack hinterlassen, dass das, was ihr habt, nie genügt, was traurig machen darf, auch wenn es eher etwas über sein eigenes Muster aussagt als über den Wert eures gemeinsamen Lebens. Diese Unzufriedenheit aufzufangen ist nicht dein Auftrag. Du hast über Monate wiederholt vermutet, dein Mann könnte homosexuell sein, obwohl er das klar verneint hat. Das war auch ihm gegenüber nicht fair, so wie seine Kommentare über andere Männer eine Belastung für dich waren. Ihr habt hier vermutlich beide zur angespannten Dynamik beigetragen. Es kann helfen, für dich zu schauen, was hinter deiner Verunsicherung steckt, vielleicht auch andere Bedürfnisse nach Nähe oder Verlässlichkeit, die zu kurz kommen. Das kann auch ein Anlass sein, für dich zu schauen, was eigentlich hinter deiner Verunsicherung steckt. War es allein sein Verhalten, das dich misstrauisch gemacht hat, oder gibt es auch andere Dinge in der Beziehung, emotionale Nähe, Verlässlichkeit, das Gefühl gesehen zu werden, die dir fehlen und die diese Angst verstärkt haben? Das ist keine Frage, die dir eine Mitschuld an seinem Verhalten zuschreibt, aber es kann dir helfen, für dich zu klären, was du in der Beziehung wirklich brauchst und wo eigene ungestillte Bedürfnisse vielleicht mit hineinspielen. Der Abend bei seiner Schwester zeigt ein bekanntes Muster, denn du hast dich um die Kinder gekümmert, während er sich betrunken hat, und wurdest von seiner Schwester dafür kritisiert, dich nicht genug um ihn zu kümmern. Viele Frauen spüren den Druck, funktionieren sollen, auch wenn sie selbst erschöpft und im Recht sind. Dass du dich gewehrt hast, ist kein Fehler, sondern ein Zeichen, dass du für dich einstehst. Seine Lüge übers Krankenhaus reiht sich zusätzlich in ein Muster von Unehrlichkeit ein. Dass ihr Besuche bei der Schwester meidet, weil du dich im Umgang mit ihrem Mann unwohl fühlst, ist völlig okay. Diese Grenze darfst du setzen, ohne dich dafür zu rechtfertigen. Ob das Fundament eurer Beziehung zerstört ist, kannst nur du für dich beantworten, und du musst diese Antwort auch nicht sofort haben. Vieles, was du beschreibst, postpartale Erschöpfung, seine beruflichen Enttäuschungen, seine Unsicherheiten, seine Familienangelegenheiten, verlangt sehr viel von dir, während deine eigenen Bedürfnisse und dein Bedürfnis nach Ehrlichkeit und Verlässlichkeit oft zu kurz kommen. Regelmäßige Gespräche in einem entspannten Setting oder vielleicht ein paar Termine bei einer Paarberatung können unterstützend sein, um diese Dynamik gemeinsam anzuschauen, gerade die wiederkehrenden Muster aus Verunsicherung, Entschuldigung und erneutem Streit. Ihr könnt euch zum Beispiel jeden zweiten Donnerstagabend zu einer festen Uhrzeit verabreden und euch bewusst Zeit füreinander nehmen. In diesem Rahmen könnt ihr dann Dinge besprechen, an denen ihr arbeiten möchtet oder was gerade auf dem Herzen liegt. Solche festen Termine klingen manchmal unromantisch, aber sie können helfen, im Alltag gemeinsam an Themen dranzubleiben und Dinge anzusprechen, bevor sie sich zu sehr aufstauen. Manchmal kann so auch der Druck aus angespannten Situationen wieder weichen. In allem, was du beschreibst, fällt auf, wie sehr du dich um die Kinder, um seine Unsicherheiten, um seine Stimmungen und um den Familienfrieden kümmerst. Das sollte hier nochmal unabhängig von der aktuellen Konfliktdynamik gesagt werden: Auch als Mutter von zwei kleinen Kindern steht dir eine feste, regelmäßige Zeit zu, die wirklich nur dir gehört, sei es für eine Freizeitbeschäftigung, Sport, Zeit mit Freundinnen oder einfach Ruhe. Das ist kein Werkzeug, um die Beziehung zu reparieren, sondern etwas, das dir grundsätzlich zusteht, ganz unabhängig davon, wie es um euch als Paar steht. Du bist damit nicht allein! Viele Mütter beschreiben eine ähnliche Erschöpfung, und das liegt auch daran, dass ein Großteil der Sorge- und Erziehungsarbeit in unserer Gesellschaft nach wie vor unsichtbar bleibt und selten als das anerkannt wird, was sie ist, nämlich anspruchsvolle, dauerhafte Arbeit. Auch hier kann eine klare Vereinbarung mit deinem Mann helfen. Legt gemeinsam einen festen Tag und eine feste Uhrzeit fest, an dem die Kinderbetreuung gesichert ist und du diese Zeit frei für dich nutzen kannst, ohne organisatorisch nachdenken oder verhandeln zu müssen. So wird diese Zeit zu einem verlässlichen Teil eures Alltags, auf den du dich verlassen kannst. Du musst nicht sofort wissen, wie es weitergehen soll. Aber deine Erschöpfung und deine Enttäuschung sind ein wichtiges Signal, das du ernst nehmen darfst. Alles Gute für dich. Herzliche Grüße Leonie und Xenia