Poan
Unsere Wohnsituation ( mit Schwiegereltern im Haus) ist untragbar geworden. Ich ziehe mit unserem Kind im September um. Er ist dann 4. Wie bereitet man sich darauf vor? Welche Gespräche sind sinnvoll und was erklären wir? Der Vater des Kindes zieht derzeit nicht mit. Getrennt sind wir aber auch nicht. Wir wollen die Situation entspannen, haben leider auch wegen den Schwiegereltern ( sein Vater Hauptsächlich) viel gestritten. KutzeInfo: ich war teilweise so belastet, fass ich mi h selbst verletzt habe, wieder bulimisvhes Verhalten gezeigt habe und Antidepressiva nehme, mehrfach wollte ich mir eigentlich schlimmeres antun. Ich fürchte jeden Tag, den Konflikt oder die Schwiegereltern überhaupt zu sehen. Leider bin ich auch ein wenig aufdie Oma angewiesen wegen Arbeit und Vereinbarung mit Kindergarten. Bin ich eigentlich verpflichtet der Oma Spuelzeit zu gewähren? Ich möchte meine 9 wichtigen Ferien ( Österreich, bin Lehrerin) frei nach Lust und Laune gestalten. Symptome Kind: schläft nach wie vor nicht durch, oft bockig, will nicht in den Kindergarten. Abklärung ob eventuell auch adhs läuft erst im Februar weiter. Er darf im Kindergarten bleiben. Fort ist seinbester Freund und ich empfinde es alsseine Konstante
Liebe Poan, danke, dass du uns so offen und ehrlich schreibst. Was du beschreibst, zeigt, wie sehr diese Wohnsituation dich über lange Zeit ausgehöhlt hat. Dass du jetzt einen klaren Schritt gehst und im September auszieht, ist mutig und richtig. Du triffst diese Entscheidung nicht leichtfertig, sondern weil du gespürt hast, dass es so nicht weitergehen kann. Mit etwas Abstand und Erholung kannst du die Situation betrachten und dir überlegen, welche Schritte du noch gehen möchtest. Einen ersten, sehr mutigen, Schritt hast du schon gemacht. Es ist nachvollziehbar, dass du dir Sorgen und Gedanken machst, wie du deinem Kind das gut vermitteln kannst. Viele Kinder haben den Wunsch nach Vorhersehbarkeit du kannst zum Beispiel altersgerecht beschreiben, was passiert, dass ihr in eine Wohnung umzieht und der Papa euch besuchen kommt und dass beide Elternteile weiterhin für ihn da sind, auch wenn sie an unterschiedlichen Orten wohnen. Die Familiensituation und komplexe Gründe musst du hierbei nicht benennen. Da sein bester Freund am alten Ort ist und der Kindergarten bleibt, habt ihr schon eine große Konstante gesichert, was ist ein echtes Geschenk in dieser Übergangszeit ist. Falls du dich aber gerne hierzu austauschen möchtest: In vielen Regionen gibt es Erziehungsberatungsstellen, die auch zu solchen Themen beraten. Mit den Berater*innen könnt ihr besprechen, was altersgerecht ist und wie ihr den Prozess gut begleiten könnt. Hier kannst du eine Anlaufstelle finden: https://www.familienberatung.gv.at/ Wenn du ein gutes Gefühl bei der Beratungsstelle hast, kannst du auch gemeinsam mit deinem Partner dort Gespräche führen, wie die Besuchszeiten und der Alltag zwischen zwei Wohnorten künftig konkret aussehen sollen. Auch das Thema des Umgangs mit der Oma könnte dort gut aufgehoben sein. Großeltern haben unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland und vermutlich in Österreich ein Recht auf Umgang, wenn es dem Kindeswohldient, aber das bedeutet nicht, dass du nun Spieltreffen für die Oma organisieren musst. Wenn du die Oma aus praktischen Gründen (Arbeit, Kindergarten) noch brauchst, kannst du das rein funktional gestalten (Abholzeiten, klare Absprachen) ohne dass daraus automatisch ein Anspruch auf mehr wird. Wende dich aber auch am besten mit diesen Fragen an eine Familienberatungsstelle, um deine Situation genauer einzuordnen. Dass dein Sohn nicht durchschläft, trotzig ist und ungern in den Kindergarten geht, kann in dieser angespannten Familienphase ganz normal sein. Kinder spüren Stress, auch wenn sie ihn nicht benennen können. Die ADHS-Abklärung läuft ja bereits, das ist der richtige Weg, um das professionell einzuordnen. Nach deiner Erschöpfung der letzten Monate sind Ferien kein Luxus, sondern Erholung, die du dir verdient hast. Du musst diese Zeit niemandem erklären oder rechtfertigen. Wenn Betreuung durch die Großeltern in dieser Zeit nicht vorgesehen ist, ist das völlig in Ordnung. Du beschreibst Selbstverletzung, bulimisches Verhalten und Suizidgedanken, das sind keine Nebensächlichkeiten, sondern Zeichen dafür, wie sehr dich diese Situation an deine Grenzen gebracht hat. Es ist gut, dass du in Behandlung bist und Antidepressiva nimmst. Bitte sprich mit deiner behandelnden Ärzt*in oder Therapeut*in auch konkret über den bevorstehenden Umzug als potenziell belastende Phase, damit ihr gemeinsam schauen könnt, wie du dich in dieser Zeit zusätzlich absichern kannst oder welche Unterstützung du erhalten kannst (Tagesklinik, Reha, etc.). Weil du Selbstverletzung und Suizidgedanken angesprochen hast: Das ist ein sensibles Thema. Falls es dir gerade akut nicht gut geht, kannst du dich jederzeit an die Telefonseelsorge wenden (in Österreich: 142, hier die Webseite: https://www.telefonseelsorge.at). Du musst das nicht allein durchstehen, es gibt ein professionelles Hilfesystem, das dich unterstützen kann. Du hast eine wichtige Entscheidung getroffen! Der Umzug ist ein Neuanfang, den du dir und deinem Kind schenkst. Bald hast du hoffentlich einen sicheren, ruhigeren Ort, an dem du wieder atmen kannst. Herzliche Grüße Leonie und Xenia