Frage im Expertenforum Beziehungsprobleme an Leonie Traub:

Schlafsituation

Frage: Schlafsituation

Deliz

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Guten Morgen Frau Traub,  ich habe ein Thema was eigentlich kein Beziehungsthema ist, zumindest kein Partnerschaftliches. Aber vielleicht können Sie mir trotzdem helfen. Mein Sohn wird jetzt 3 Jahre, er schläft von Anbeginn in unserem Bett - ich selbst habe ewig lange auch bei meinen Eltern mit im Bett geschlafen und finde es total schön.  Da mein Mann an Schlafapnoe leidet und dadurch extrem schnarcht, haben wir uns sehr bewusst für getrennte Schlafsituationen entschieden (er ist aktuell in Behandlung und möchte dann zurück in unser Bett). Unserer Beziehung schadet diese Situation überhaupt nicht.  Nun ist es so dass mein Sohn sein eigenes Zimmer hat und ab und zu seinem Bett schlafen möchte, außerdem bin ich im 9 Monat schwanger und mein Mann möchte mich gerne entlasten und ist zum Beispiel heute mit unserem Sohn ins Kinderzimmer schlafen gegangen damit unser Sohn sich allmählich daran gewöhnt bei sich zu schlafen. Mein Mann und mein Sohn haben durchgeschlafen, aber ich habe jedesmal das Problem, dass ich absolut kein Auge zu bekomme wenn mein Sohn nicht in meinem Bett schläft. Er ist nur ein Zimmer weiter, egal ob alleine oder mit meinem Mann, ob mit oder ohne Kamera, egal wie müde und eigentlich auch fein ich mit der Situation bin, ich kann nicht schlafen. (Selbes galt übrigens als wir noch keine Kinder hatten und mein Mann mit seinen Jungs unterwegs war). Heute Nacht hab ich um 2:30 Uhr das letzte Mal auf die Uhr geguckt, weil ich nicht einschlafen konnte, um 3:30 bin ich wach geworden und ab da hab ich jede Std auf die Uhr geguckt. Auch nicht schwanger kann ich diese Situationen nur schwer bewältigen. Mein Kopf kommt nicht zur Ruhe. Vielleicht können Sie mir ein bisschen weiterhelfen? 


Leonie Traub

Leonie Traub

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Hallo Deliz,  vielen Dank für deinen Beitrag. Du befindest dich in einer Situation, in der du sehr viel Verantwortung trägst, gleichzeitig aber nicht zur Ruhe kommst. Das klingt sehr anstrengend.   Viele Personen beschreiben, dass sie erstmal nicht durchschlafen können, wenn sich Schlafsituationen verändern. Das gilt insbesondere für Mütter, denn Schlaf-Wach-Rhythmus von Kind und Mutter passen sich einander an, was sich auch hormonell abbildet. Evolutionär sind wir darauf ausgelegt, auf Signale des Kindes zu reagieren, um das Kind möglichst gut schützen und versorgen zu können. Durch die Schlafapnoe deines Partners hast du diese Aufgabe in der letzten Zeit allein getragen. Du hast also verinnerlicht, dass du nachts dafür zuständig bist, wenn dein Kind nachts Bedürfnisse äußert. Dein Körper befindet sich in einem andauernden Alarmmodus. Sich umzugewöhnen braucht Zeit. Denn du musst erstmal wieder lernen, dass du Verantwortung abgeben kannst, wenn dein Partner bei deinem Kind übernachtet. Gleichzeitig ist es ein schöner Schritt, dass dein Sohn nun sein eigenes Zimmer erkundet und dass ihr ihn dabei begleitet und bestärkt, zeigt wie viel Vertrauen er in euch hat.  Es ist gut, dass sich dein Partner Unterstützung für die Schlafapnoe sucht. Denn langfristig brauchst du Entlastung. Gerade, wenn euer zweites Kind auf die Welt kommt, muss er dir Verantwortung abnehmen. Auch nachts! Vielleicht könnt ihr besprechen, was er noch machen kann, damit du dich sicherer fühlst und besser abschalten kannst.   Du könntest versuchen, deinen Körper (also dein Nervensystem, das auf Alarmmodus eingestellt ist) und deinen Kopf durch kleine Übungen zur Ruhe zu bringen. Hier findest du Atem- und Entspannungsübungen, die dabei helfen können, deinen Körper in einen entspannteren Zustand zu bringen: https://www.be-here-now.eu/selbstfursorge   Du beschreibst, dass du auch manchmal unruhig warst, wenn dein Partner unterwegs war. Auch das wird von vielen Personen so beschrieben. Vielleicht fühlt sich das Bett allein anders an oder gewohnte Geräusche fehlen. Wenn du dabei große Ängste empfunden hast (oder jetzt empfindest, wenn dein Kind im Nebenzimmer schläft), kann es auch unterstützend sein, ein paar Gespräche psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Es kann hilfreich sein, zu verstehen woher Ängste kommen können, um besser damit umgehen zu können. Gerade nachts sind wir sehr ungeschützt und empfinden viele Situationen als angsteinflößender als tagsüber. Hier kannst du ein Erstgespräch ausmachen, falls sich das für dich hilfreich anhört: https://arztsuche.116117.de Psychotherapeut*innen kennen auch viele Übungen, die Entspannung einfacher machen können.   Wir wünschen euch Alles Gute!  Xenia und Leonie 


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