ladyred1810
Guten Tag! Ich bin vom Kindesvater meiner 2 kleinen Kinder getrennt (4 Jahre und 6 Monate). Getrennt habe ich mich noch in der letzten SS, weil er gewalttätig mir gegenüber war, ständig nur gelogen hat und für die Familie nichts getan hat. Er nimmt das 2-3 wöchige Besuchsrecht wahr, da kommt er einige Stunden vorbei und versucht den 4jährigen zu manipulieren, die Mama ist böse, die Mama ist nicht gut, die Mama hat zwei Persönlichkeiten etc. Weiters hat er ständig Waffen mit im Auto, welche er letztens auch dem Buben gezeigt hat. Er lässt die Kinder in der Sonne sitzen ohne Hut oder Kappe, fordert sie auf gefährliche Sachen zu machen (hol mir bitte einen Lackentferner- nur zum Beispiel). Ich habe das der Sozialarbeiterin bereits geschildert, sie meinte ein Besuchscafe wäre die optimale Lösung und ich soll die Kinder keinesfalls aus den Augen lassen - was ich auch nie mache. Ich habe Angst vor ihm, ich weiß aus der Vergangenheit, dass psychisch einiges mit ihm nicht stimmt, leider unbehandelt. Wenn ich ihn darauf angesprochen habe, hat er mich immer als verrückt hergestellt, mit ihm wäre alles ok, alle andren sind nicht normal. Habe mich in seinem Umfeld umgehört, leider wurde mir bestätigt, dass er nicht ernst zu nehmen sei und viele denken er habe eine Wahrnehmungsstörung. Jetzt hab ich natürlich Angst, wenn er die Kinder mal allein abholen will übers Wochenende, das kann ich nicht zulassen, es wäre eine vorsätzliche Gefährdung der Kleinen. Ich bitte Sie um Rat, was kann ich tun, wenn er das einfordert, dass er die Kinder mitnehmen will? Vielen Dank!
Hey Du, vielen Dank, dass du hier im Forum schreibst. Deine Situation klingt sehr herausfordernd. Gleichzeitig liest es sich so, als hättest du schon sehr viel geschafft. Du hast dich getrennt und kümmerst dich um eure beiden Kinder. Das ist nicht leicht. Was du beschreibst, sind typische Strategien gewaltausübender Personen. Klein gemacht und abgewertet zu werden, wird von vielen betroffenen Personen beschrieben. Es ist gut, dass du dich an sein Umfeld wenden konntest und deine Wahrnehmung dort auch so bestätigt wurde. Denn viele Frauen fühlen sich mitverantwortlich. Schuld ist aber die Person, die Gewalt ausübt. Nach deinen Beschreibungen ist es sehr verständlich, dass du Angst vor ihm hast. Leider hört Gewalt in Beziehung oft nicht durch die Trennung auf. Gewaltausübende Personen finden neue Wege und Strategien, um Kontrolle und Macht auszuüben. Das Besitzen und auch zur Schau stellen von Waffen ist angsteinflößend und macht etwas mit deinem Sicherheitsbefinden und stellt eine Bedrohung dar. Darüber hinaus instrumentalisieren oder versuchen gewaltausübende Väter auch leider recht häufig die Kinder, um weiterhin Druck und Kontrolle auszuüben. So ist es keine Seltenheit, dass ein Sorgerechtsverfahren selbst zum Schauplatz der Gewaltausübung wird, denn Sorgerechtsverfahren sind emotional aufreibend, kostenintensiv und mit großen (Verlust-)Ängsten verbunden. Das sind Strategien, um Kontrolle und Macht zu sichern und dieses Muster kennen sehr viele betroffene Mütter und deren Kinder. Am besten du wendest dich an eine Frauenberatungsstelle und ihr überlegt gemeinsam, wie du dich und deine Kinder gut schützen kannst. Es gibt viele Möglichkeiten und Berichte von Erfahrungen, die helfen können. Die Angebote sind anonym und kostenfrei und die Beraterinnen kennen sich gut mit Situationen wie deiner aus. Bitte bleib nicht allein damit! Du musst das nicht ohne Unterstützung schaffen! Du kannst hier nach einer Beratungsstelle in deiner Nähe suchen: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/hilfe-vor-ort.html In den meisten Frauenberatungsstellen gibt es auch das Angebot einer kostenfreien Rechtsberatung oder Kontakte zu Anlaufstellen, die dies anbieten. In einer Frauenberatungsstelle vor Ort kann die konkrete Situation und Strategie am besten besprochen werden, denn sie kennen die örtlichen Strukturen sehr gut und können dir auch Informationen zu den zuständigen Jugendämtern und Familiengerichten geben. Denn in manchen Fällen sind Mitarbeitende zunehmend auf Partnerschaftsgewalt sensibilisiert und erkennen diese Manipulation und Instrumentalisierung der Kinder auch als Gewaltausübung an. Alternativ kannst du auch die Familienrechtshotline nutzen. Jeden Donnerstag erscheinen freie Termine, die du online buchen kannst. Einmal im Monta gibt es auch eine open Hotline. Der nächste Termin findet am 07.07. Zwischen 16:00 und 18:00 Uhr statt. Die dort arbeitenden Anwältinnen kennen sich gut mit Fragestellungen wie deiner aus: https://www.hotline-familienrecht.de/#termin Bitte pass gut auf dich auf! Du wuppst gerade sehr viel und kümmerst dich allein um zwei kleine Kinder. Es ist gut, dass du von einer Sozialarbeiterin unterstützt wirst! Der Rat von ihr, dass du deine Kinder nicht aus den Augen lassen sollst, ist wichtig. Gleichzeitig trägst du damit sehr viel Verantwortung. Gibt es Personen aus deinem Umfeld, denen du vertraust und die du mit einbeziehen könntest? Wir wünschen dir alles Gute! Xenia und Leonie