Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Fragen zur Beikost

Frage: Fragen zur Beikost

Beccy

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Hallo Frau Neumann, ich hoffe, Sie hatten einen schönen Urlaub! Meine kleine ist nun genau 7 Monate alt und ich habe ein paar Fragen: Seit 3 Wochen probiere ichs mit selbstgekochtem Gemüsebrei Mittags. Ich habe ihr 1 Woche Karotte, dann Kürbis und dann Zucchini gegeben. Vom Anfangs 2-3 Löffelchen sind wir nun bei 20g - wobei die Gemüsesorte da keine Rolle spielt. Sie war glaube auch noch nicht wirklich "reif" für Beikost. Sie saß und sitzt zwar gern mit am Tisch wenn wir essen (auf meinem Schoss)und guckt dann in der Gegend rum, aber sie wollte nie was haben. Inzwischen nimmt sie schon mal ne Nudel, ein Stück Apfel etc. und lutscht drauf rum. Aber Brei isst sie eben nur 20g. Ich setze sie dazu in den Maxi Cosi, da sie noch nicht allein im Hochstuhl sitzen kann. Ich kaufe 1x die Woche auf dem Markt frisch ein und koch dann am selben Tag noch den Brei. Einen packe ich in den Kühlschrank für den nächsten Tag, der Rest wird eingefroren. So, nun endlich die Fragen: 1. Kann ich nun Kürbis-Kartoffel anbieten? 2. Wann sollte ich Fleisch beigeben (wirklich erst, wenn sie um die 200g schafft, oder lieber jetzt schon?) 3. Ich habe mit die Avent Via Aufbewahrungsbecher gekauft und koche im Babymoov Dampfgarer+Mixer. Muss ich die Becher vorher immer sterilisieren bevor ich den Brei einfülle? 4. Der Dampfgarer hat auch eine Auftaufunktion. Ich habe nun Mittags die gefrorenen Becher darin in ca. 10 Min. aufgetaut und dann verfüttert. Ist das ok oder soll ich den Brei lieber morgens in den Kühlschrank packen zum auftauen? 5. Muss der gefrorene (und auch der Brei vom Vortag) erst ganz heiß gemacht werden und dann abkühlen oder reicht es, wenn ich ihn auf Esstemperatur bringe? 6. Meinen Sie, ich sollte es mal mit Griesbrei oder Obst probieren? Vielleicht isst sie da mehr?! und dann wieder zurück zum Gemüse? 7. Wir fahren bald in den Urlaub und wollen viel spazieren gehen. Nun bin ich dann wahrscheinlich Mittags nicht immer in der Ferienwohnung um ihr Essen warm zu machen (ich wollte dafür Gläschen kaufen). Wie mache ich die Gläschen dann warm? Soll ich sie morgens warm machen und dann isoliert verpacken, damit sie warm bleiben? Oder kann ich die Gläschen auch bei Raumtemperatur geben? Fragen über Fragen, sorry :-( Viele Grüße, Beccy


Birgit Neumann

Birgit Neumann

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Hallo Beccy versuche es doch mal mit einer zunächst veränderten Position bei Tisch. Du schreibst, dass deine Kleine bei dir sitzt und durchaus ein paar Häppchen vom Tisch probiert - im Maxi Cosi dagegen die vom Löffel gefütterten Breie wenig Anklang finden. Nach wenigen Löffeln scheint deine Kleine nichts mehr zu mögen. Es ist trotzdem richtig und gut, dass du Brei gibst. Auch kleine Mengen sind schon ein Erfolg im Hinblick auf das Wachsen und Gedeihen. Es ist immer häufiger zu beobachten, dass Babys Brei und Löffel ablehnen, Fingerfood dagegen super finden. Um ein Baby an Brei zu gewöhnen, ist es wichtig, eine Kontinuität einzuhalten. Immer am selben Ort, zur selben Zeit, am besten eine ganze lange Weile einen bestimmten Brei. Damit der Gemüsebrei auch sättigt und dadurch gut akzeptiert wird, sollte möglichst nach ca 4 Tagen bereits Öl dazu gegeben werden. Das steigert die Attraktivität. Auch die Kartoffel, die bald dazu genommen werden kann, sorgt für eine Begeisterung beim Brei essen. Denn erst diese Kombi macht satt und zufrieden. Mit dem Fleischzusatz könntest du noch etwas warten. Auch könntest du es versuchen, Obstmus zu geben - in der Hoffnung, dass deine Kleine mit dem leicht süßen Geschmack mehr haben möchte. Und mit diesem Mehr, das deiner Tochter schliesslich mehr Routine beim Brei essen bringen wird, ist sie gewillt, auch den herzhaften Brei zu essen. Apfelmus lässt sich bestens mit Möhrenmus vermischen und allmählich den Geschmackseindruck "süß" mit einem größer werdenden Anteil Möhre schliesslich in die Richtung "herzhaft" umwandeln. Ein anderer Grund für die nicht ganz so große Begeisterung könnte in der Konsistenz begründet liegen. Du könntest es einfach mit Brei aus dem Gläschen versuchen. Dann hast du es auch im Urlaub leichter, weil deine Kleine die Breie im Gläschen schon gut kennt. Selber kochen ist eine wirklich gute Sache. Versuche es mit einer Sorte Gemüse, am besten Möhre, und bleibe dabei. Versuche es mit frisch gekochtem Möhrenmus (gerne schon mit Kartoffel) oder versuche es mit Brei aus dem Gläschen. Die gekauften Breie kannst du selbstverständlich auch schrittweise mit selbstgekochtem Brei ergänzen. Und ganz toll, das hast du auch schon ausprobiert, ist es wenn du deinem Baby sehr weich gekochte Möhrenstückchen zum selbst essen, zum spielerischen Entdecken gibst. Immer mehr Babys wollen Beikost lieber eigenständig kennen lernen. Besonders Stillkinder akzeptieren Löffelkost nicht ganz so, wie Mama sich das vorstellt. Babys, die diesen Weg von Milch zu Beikost wählen, gibt es immer häufiger. Wenn nach Bedarf gestillt wird, ist diese Methode eine gute Möglichkeit die Kleinsten von Beginn an in den Essalltag zu integrieren. Einer neuen Studie zufolge, soll diese Art der Beikosteinführung, d.h. wenn Babys die Art und Menge der Beikost selbst bestimmen, also buchstäblich alles selbst in die Hand nehmen, vor (späterem) Übergewicht schützen. Mit dieser Methode würden gesunde Essgewohnheiten gefördert. Allerdings seien für de Untersuchung nur etwa 150 Babys beobachtet worden. Eine allgemeingültige Empfehlung könne man deshalb noch nicht aussprechen. Auch mögen nicht alle Babys Fingerfood und stillen nach Bedarf sei für diese Beikost wichtig. Dieses Konzept der Beikosteinführung, das sog. "baby-led-weaning", was frei übersetzt soviel bedeutet wie "babygesteuerte Beikosteinführung" bei nach Bedarf gestillten Babys, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Stillen nach Bedarf reiche aus. Auch als kombinierte Form der Beikost ist das eine gute Idee. Denn es führt schon früh, ganz zaghaft an die Familienkost heran. Und viele Babys finden das richtig gut. Aber es sollte individuell gehandelt werden. Stückchen in der Beikost nach Bedarf, - ja - wenn es gut ankommt. Und jetzt noch konkrete Antworten auf deine Fragen :-) 1. Kann ich nun Kürbis-Kartoffel anbieten? ja, kannst du, wenn du willst. Kürbis schmeckt auch mild und wird meistens gut akzeptiert. Süßkartoffel auch. Gib ruhig auch sehr weich gekochte Stückchen, Begründung s.o. Schäle den Hokkaido für den Babybrei, denn so wird er feiner. 2. Wann sollte ich Fleisch beigeben (wirklich erst, wenn sie um die 200g schafft, oder lieber jetzt schon?) Du kannst Fleisch zugeben und mit dieserMischung als Brei geben, den es in Menge zu steigern gilt. Wenn du stillst, kannst du noch warten. 3. Ich habe mit die Avent Via Aufbewahrungsbecher gekauft und koche im Babymoov Dampfgarer+Mixer. Muss ich die Becher vorher immer sterilisieren bevor ich den Brei einfülle? Nein. Gut reinigen und ggf mit kochendem Wasser ausspülen, reicht aus. 4. Der Dampfgarer hat auch eine Auftaufunktion. Ich habe nun Mittags die gefrorenen Becher darin in ca. 10 Min. aufgetaut und dann verfüttert. Ist das ok oder soll ich den Brei lieber morgens in den Kühlschrank packen zum auftauen? Alle bestens. Am nährstoffschonendsten ist es, den tiefgekühlten Brei direkt im Wasserbad zu erwärmen. 5. Muss der gefrorene (und auch der Brei vom Vortag) erst ganz heiß gemacht werden und dann abkühlen oder reicht es, wenn ich ihn auf Esstemperatur bringe? Nein, wenn du hygienisch genug gearbeitet hast, reicht es aus, den Brei einfach zu erwärmen. Nochmaliges Aufkochen zerstört Vitamine und Co. Besser: gekochten Brei sauber veararbeiten, abfüllen und schnell kühlen um schnell in den TK zu wandern. 6. Meinen Sie, ich sollte es mal mit Griesbrei oder Obst probieren? Vielleicht isst sie da mehr?! und dann wieder zurück zum Gemüse? Ja, du kannst es mit Obstmus (ggf weich gegarte Stückchen) versuchen oder mit einem Getreidebrei. 7. Wir fahren bald in den Urlaub und wollen viel spazieren gehen. Nun bin ich dann wahrscheinlich Mittags nicht immer in der Ferienwohnung um ihr Essen warm zu machen (ich wollte dafür Gläschen kaufen). Wie mache ich die Gläschen dann warm? Soll ich sie morgens warm machen und dann isoliert verpacken, damit sie warm bleiben? Oder kann ich die Gläschen auch bei Raumtemperatur geben? Warm halten gilt nicht als optimal, ist aber für eine kurze Zeitspanne möglich. Mit gekauften Gläschen okay, die sind verschlossen. Selbst gekochten Brei solltest du besser nicht längere Zeit warm halten. Prinzipiell spricht nichts gegen Raumtemperatur, ist aber nicht jedermanns (also baby`s) Sache. Funktioniert mit Obst bzw Getreidebrei meist besser als mit Gemüse. Vielleicht könnt ihr die Mahlzeiten vertauschen. Hilfreich ist auch eine mit heißem Wasser gefüllte Thermoskanne. Damit kannst du entweder den Brei leicht erwärmen (im Wasserbad, mit Schüssel) oder einen Getreidebrei vor Ort zubereiten. ja, und nun wünsche ich auch dir, einen schönen Urlaub und wenn du noch mehr Fragen hast... bis dann Grüße B.Neumann


Beccy

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Hallo Birgit, wow danke für die tolle und ausführliche Antwort - du hast mir schon mal super weitergeholfen. Nun habe ich aber ein paar Rückfragen: 1. ich bekomme Obst leider hie nicht unbedingt in Bio Qualität im Supermarkt. Nur einmal pro Woche auf dem Markt. Aber so lang halten sich Bananen, Äpfel und Birnen ja nicht, oder? Ist auch Obst aus dem Supermarkt ok? 2. Ebenso Kartoffeln. Ich habe mir extra kleine (wiegen um die 30 gramm) geben lassen, damit ich täglich eine drunter mischen kann. Wie halten sie sich am besten und was ist, wenn ich mal keine so kleinen bekomme? Dann lieber eine ganze kochen und einen Teil im Kühlschrank lagern? 3. Wie lagere ich am Besten die Karotten, wenn ich mal ein paar Stücke weichkochen will? (im Supermarkt gibt's Bio, aber nur in 1kg Beuteln. Und ich will mich ja nicht ständig von Karotten ernähren, um diese Mengen zu verputzen) Und noch etwas: wir waren gestern auf dem Geb. meiner Schwiegermama in einem Restaurant. Da gabs als Nachtisch Creme Brulee. Ich hatte die kleine auf dem Arm und sie schaute zur Schwiegermutter. Sie gab ihr dann wohl 4 Löffelspitzen Creme (also ohne Kruste) und sie war begeistert. Meine Schwiegermama hat es mir dann ganz stolz gesagt... ich habs ja nicht mitbekommen, was quasi über meiner Schulter passiert. Ist das schlimm? liebe Grüße, Beccy


Birgit Neumann

Birgit Neumann

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Hallo Beccy hab keine Sorge, wegen der kleinen Probiermenge Creme Brulee. Sie ist pappsüß, keine Frage. Aber trotzdem kannst du das Ereignis unter gustatorischer Erfahrung, sinnliches Erlebnis verbuchen. Und erkläre deiner Schwiegermutter, dass du das in Zukunft ggf trotzdem nicht mehr möchtest. Kleine Probiermengen sind von unbedenklichen (rohes Ei wäre bspw weniger gut) Speisen harmlos. Sie vermitteln neue Gesamteindrücke der Umwelt und Mitwelt und sind nicht zur Ernährung bestimmt. Und jetzt zu den anderen Fragen: 1.Äpfel und Birnen sind schon längere Zeit haltbar. Ggf im Kühlschrank oder kühlen Keller lagern. Bananen werden je nach Einkaufszeitpunkt der Reife schneller braun und verderben. Verwende Banane zuerst und zum Schluss, sprich gegen Ende der Woche, dann die Äpfel. 2.Isst du keine Kartoffeln? Die Reste einer Kartoffel, die du halbieren musstest, kannst du für dich verwenden, bzw den Rest in Stückchen geben. 3.Karotten werden im Kühlschrank im Gemüsefach aufbewahrt. Sie halten eine ganze lange Weile. Kauf sie ggf auch auf dem Bio-Markt in kleineren Mengen. Also dann Grüße B.Neumann


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