Quengeln den ganzen Tag

 Christiane Schuster Frage an Christiane Schuster Sozialpädagogin

Frage: Quengeln den ganzen Tag

Mein Sohn (11 Monate) IST wohl wirklich ein bißchen verwöhnt. Das sagte meine Mutter bereits und auch alle anderen Verwandten, die mich damit immer zur Weißglut brachten. Mein Mann und ich waren uns einig, genau das richtige zu tun (man läßt eben seinen Schatz nicht einfach schreien und wenn auch meine Oma das für falsch hält) Nun wird es aber langsam ziemlich anstrengend, ich kann das Zimmer nicht verlassen, ihn nicht mehr in den Laufstall setzen oder sonst irgendetwas tun ohne ihn. Er hatte eine schlimme Grippe hinter sich und in der Zeit haben wir ihn natürlich viel herum getragen. Ist das vielleicht eine ganz normale Phase in dem Alter ?-oder muß ich etwas ändern ? Habe solche Angst etwas grundlegendes falsch zu machen und mir und ihm so das Leben zu erschweren. Danke für Tips und Ratschläge von anderen genervten, angeblich verwöhnenden Mütter.

Mitglied inaktiv - 29.05.2001, 10:17



Antwort auf: Quengeln den ganzen Tag

Hallo Miri Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden. Von Verwöhnen kann erst dann die Rede sein, wenn die Kleinen (mit ca.10Mon.) überhaupt in der Lage sind, fast alles zu verstehen, was man ihnen sagt und kleine Zusammenhänge erkennen zu können. Bis dahin können sie gar nicht genug an emotionaler und körperlicher Zuwendung bekommen, denn: wenn sie z.B. weinen, fühlen sie sich aus irgendeinem Grund unwohl und hilflos. Was ihnen fehlt, können Sie uns leider in diesem Alter nur sehr selten verständlich machen.- Ist ein Kind -so, wie Ihr Sohn- dann auch noch krank- braucht es noch viel mehr das Verständnis seiner vertrautesten Bezugspersonen, da eine Krankheit mit Allem, was an und um die Kinder geschieht, für sie unverständlich ist und sie noch unsicherer werden läßt.- Damit Ihr Sohn nun langsam die Sicherheit gewinnt, dass Sie ihn auch dann beschützen, wenn Sie nicht in unmittelbarer Nähe zu ihm stehen, sollten Sie viel mit ihm sprechen. Informieren Sie ihn, wann und warum Sie sich kurz von ihm entfernen und geben Sie ihm für die Zeit Ihrer Abwesenheit ein konkretes Spielangebot, wie Turm bauen, Becher sortieren, usw. Halten Sie möglichst Blick- und/oder Sprech-Kontakt mit ihm, damit er keine Angst bekommt, in seiner Hilflosigkeit allein zurückgelassen zu werden. Sehr hilfreich ist es, zusätzlich eine CD oder Musik-Kassette einzulegen, damit Ihr Sohn immer etwas zu tun oder zu hören hat. Beginnt er dennoch zu quengeln, versichern Sie ihm, dass Sie gleich wiederkommen und erinnern ihn an sein Spiel. Freuen Sie sich gemeinsam mit ihm, wenn Sie wieder in seiner Nähe sind. Steigern Sie diese Abwesenheit ganz behutsam, wird Ihr Schatz bald die Gewißheit haben, dass Sie immer wieder zurückkommen, sodass er bald selbst dann zufrieden sein wird, wenn Sie mal "einen Schritt ohne ihn" wagen. Probieren Sie`s und: bis bald?

von Christiane Schuster am 29.05.2001



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