Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

Konsequenz erlernen oder wie werde ich konsequent??

Frage: Konsequenz erlernen oder wie werde ich konsequent??

Mitglied inaktiv

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Hallo, ich benötige dringend Ihren Rat, da ich große Probleme mit der Erziehung meines Sohnes habe. Um mein Problem darlegen zu können, muß ich etwas weiter ausholen....: Mein Sohn Fynn-Robin ist nun 26 Monate alt und Einzelkind. Ich war von seinem ersten Lebenstag an unsicher, was die Konsequenz in der Erziehung anbetrifft. Ich bin mehr der Typ, der viel Verständnis hat und selbst das Unmögliche noch nachvollziehen kann und eben aus diesem Grunde auch gewähren läßt. So habe ich meinen Sohn bisher immer frei erzogen, habe ihm Freiheiten eingeräumt, die eigentlich schon jegliche Grenze überschreiten. Dies nicht im negativen Sinne, es fängt damit an, dass er vielleicht schreiend aufwacht und ich mir denke, naja, er hat schlecht geträumt, lasse ihn 10 Minuten mit uns vorm Fernseher sitzen und versuche ihn dann wieder in den Schlaf zu bringen. Er jedoch nutzt diese Situation hingegen aus und tanzt mir auf der Nase herum, macht nur noch Theater, etc. Jetzt ist es zur Zeit so, dass mein Mann bestens mit ihm klarkommt. Er ist sehr aufgeweckt, sehr bewegungslustig, fast hyperaktiv, braucht viel Beschäftigung. Mein Mann spricht ein Nein aus und er befolgt es. Spreche ich ein Nein aus, lacht er mich aus, macht einfach weiter, oder aber wird wütend, hat und beißt mich, und macht grundsätzlich nur noch Sachen, von denen er weiß, dass ich richtig sauer werde (Herd anschalten, Spülmachine anmachen, Bad überfluten, Cremetuben ausdrücken, etc.) Das gleiche Spiel beim hinlegen. Er schläft momentan bei uns im Bett, was für mich okay ist, ich genieße es auch ein Stück weit und denke mir, die Zeit kommt nie wieder. Jedoch läßt er sich von mir nicht hinlegen. Mein Mann legt ihn hin, innerhalb von 5 Minuten ist Ruhe, bei mir tobt er durchs Bett, haut ab, heult, und von schlafen keine Spur. Inn solchen Momenten geht mein Mann einmal kurz rein und es ist Ruhe!! Ich verstehe einfach die Welt nicht mehr!"! Wenn ich ihm eine auf seinen Windelpopo gebe, was ich nicht gern tue, es dennoch mache, da ich mich in irgendeiner Form durchsetzen möchte, lacht er mich aus oder aber haut zurück. Was kann ich tun, um diese Situation zu ändern??? Was muß ich tun, damit er mich ernst nimmt??? Wie lerne ich, konsequent zu sein und "autoritär" zu werden?? Inzwischen fühle ich mich wie ein Versager. Ich weiß von mir, dass die nötige Strenge in meiner Stimmlage fehlt. Wie lerne ich es?? Vielen lieben Dank, dass Sie sich durch mein Gewusel gekämpft haben. Heike


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Hallo Heike Auch ohne Strenge und ohne autoritär zu sein kann man sein Kind erziehen.- Machen Sie sich keine Vorwürfe. Sie haben sich Gedanken über die Erziehung gemacht und gemeint, dass Fynn-Robin mit gänzlich freier Erziehung in eine angst- und gewaltfreie Selbständigkeit am Besten hineinwachsen wird. Langjährige Erfahrungen haben gezeigt, dass aber ein Kind sich nur dann sicher orientieren kann, wenn man ihm liebevoll aber konsequent begründete Grenzen setzt. Diese begründete Konsequenz ist für uns Mütter meist sehr viel schwieriger zu realisieren als für die Väter, da wir meist rund um die Uhr für die Kleinen da sind, während die Väter, bzw. der andere Erziehende das Kind nur Abschnitt-weise erleben kann. Schließlich sind auch wir Haupt-Bezugspersonen "nur" Menschen mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen und mit Nerven, die viele Dinge gleichzeitg verkraften müssen! Bevor ich Ihnen hier nun einzelne Verhaltens-Tipps gebe, beherzigen Sie Mimas Rat und lesen Sie mal das von ihr genannte Buch: "Kinder brauchen Grenzen". Sie werden dann viel klarer sehen und werden bei entsprechendem Verhalten Ihrem Sohn gegenüber feststellen, dass er geradezu darauf wartet, von Ihnen liebevoll Grenzen gesetzt zu bekommen.- Für anschließende Fragen steht Ihnen unser Forum jeder Zeit mit Tipps zur Verfügung. Liebe Grüße und: bis bald?


Mitglied inaktiv

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Halli Heike, ich glaube jedes Alter birgt seine besonderen Herausforderungen. Du bist wahrscheinlich die Hauptbezugsperson deines Sohnes und er weiß ganz genau, daß er mit etwas Einsatz alles von dir bekommt was er will. Beim Papa ist das was anderes, der ist ja nicht den ganzen Tag da, strahlt deshalb vielleicht auch mehr Ruhe aus. Vielleicht überläßt du ihm jetzt erstmal für eine Weile das "zu Bett gehen" - damit du mal abschalten kannst. Setze dir jetzt nicht zu viele Ziele, in denen du "konsequent" bist. Such dir das wichitgste heraus, von dem du denkst, daß es nötig ist. So stehst du nicht unter diesem Dauerdruck, alles richtig machen zu müssen. Das läßt sich bestimmt leichter durchhalten. Denn je genervter du bist, desto eher gibst du auch nach. Was anderes weiß ich leider auch nicht. Hier kommen bestimmt noch einige gute Ratschläge erfahrenere Mütter zusammen. Starke Nerven und alles Liebe, Andrea


Mitglied inaktiv

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Hallo, vielleicht kein Trost, aber ein paar Zeilen: Bei meiner Freundin ist es genau das Gleiche! Als ich Deine Zeilen las, konnte ich es mir richtig vorstellen, da ich es bei meiner Freundin schon oft miterlebt habe. Beispiel: Der Kleine (jetzt schon 4 Jahre) soll aufräumen. Er tut es natürlich nicht und ignoriert, was Mama gesagt hat. Sie sagt dann, daß sie gleich den Papa (LKW-Fahrer und oft auf Tour) anrufen und es ihm sagen wird, daß er nicht aufräumt. Da kommt ein kurzer nachdenklicher Blick vom Kleinen und schon räumt er auf. Weshalb dies so ist - keine Ahnung. Denn der Papa ist zwar streng, aber nicht böse, sodaß der Kleine Angst haben müßte. Es ist wahrscheinlich wirklich nur die Person mit der tiefen, festen Stimme und der wirklichen Konsequenz. Unser Kleiner (2,5 Jahre) tanzt uns zwar nicht auf der Nase herum, aber man weiß ja noch nicht, was noch alles so kommt. Im Moment klappt es eigentlich ganz gut (nur eben das Aufräumen...). Trotzdem bin ich auch nicht konsequent. In vielen Situationen tut er mir dann wieder leid, wenn er so traurig guckt oder ähnliches. Naja! Tschüß Sabine und Luca


Mitglied inaktiv

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Hallo, nicht Verzweifeln, solche Situationen kennt wahrscheinlich jeder mal! ich finde als Buch zu diesem Thema "Kinder brauchen Grenzen" und "Eltern setzen Grenzen" von Jan Uwe Rogge sehr gut. Läßt sich gut lesen und enthält viele Beispiele zur Umsetzung der Tips. Es steht auch etwas in der Art darin, dass Kinder Grenzen überschreiten, um sie aufgezeigt zu bekommen. Sprich, wenn sie keine Grenzen spüren, fordern sie diese geradezu heraus. Irgendwie hört sich das bei Euch so an. Außerdem finde ich, ist Konsequenz und Grenzen setzen gar nichts Negatives, wie Du es vielleicht (unbewußt) denkst. Wenn man in der Lage ist, seinen Kindern mit klarer Stimme Forderungen zu stellen und direkt zu sagen, was man möchte, profitieren die dann auch davon. "Autoritär", wie Du schreibst, muß man dafür sicher nicht sein und Du bist auch sicher nicht der Typ dafür. Viel Glück und keep cool! Mima


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