Frage im Expertenforum Ernährung in der Schwangerschaft an Prof. Dr. med. Serban-Dan Costa:

Risiko von Listerien eher gering?

Frage: Risiko von Listerien eher gering?

laleluna

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Hallo Dr. Costa! Zuallererst herzlichen Dank für Ihre hier immer liebevoll-humorvollen und hilfreichen Antworten an alle werdenden und oft besorgten Mamas hier! Nun habe ich selber auch eine Frage. An Ostersonntag gab es mit meinen Schwiegereltern in spe Kaffee und Kuchen. Da ich weiß, dass diese sich die Milch vom Bauernhof holen (Rohmilch?) und sie es mit der Zubereitung/Hygiene und ganz sicher der Kühlung ihres Kuchens wesentlich lockerer als wirklich jede Schwangere sehen, habe ich ihren Kuchen (Rührteig mit Puddingschicht und Obst und wiederum ganz oben drauf eine Schicht Götterspeise) auch nicht gegessen, sondern mich an den Kuchen gehalten, den ich gebacken hatte. Nun ist es aber leider doch gut möglich, dass die Messer beim Aufschneiden durcheinandergeraten sind, weil mein Freund ("Männer!") dann doch zum anderen Messer griff. Meine Fragen sind nun: 1.) Die Roh??-milch beim Kochen von Pudding wird ja nur kurz erhitzt, reicht dies aus, um die Listeriengefahr zu bändigen? 2.) Wenn dieser Kuchen womöglich sogar die ganze Nacht draußen stand, wäre das doch sicher auch für mich als Schwangere auch ungünstig, oder? 3.) Da aber an dem Messer, das evtl. dann an ein Stück von meinem gebackenen Kuchen, den ich dann aß, kam nur wenig Reste von dem oben beschriebenen Kuchen war, versuche ich mich zu beruhigen: Dass die Ansteckung mit Listerien doch vielleicht eher gering (auch aufgrund der Menge) sind und mein Immunsystem das packen könnte/keine Gefahr für unser Kleines besteht. Wie schätzen Sie dies ein? Man möchte seiner Schwiegermama in spe auch nicht zu Nahe treten und sie über Kühlung, Zubereitung... aushorchen, wenn man schon so unfreundlich ist und den Kuche nicht mitisst... Gestern hatte ich sie leider nicht erreicht, úm zumindest nachzufragen, ob die Milch vom Bauern pasteurisiert ist. 4.) Noch in der Frühschwangerschaft (war erst einen Tag überfällig und dachte nicht, dass ich schwanger bin) waren wir dort auch zu Kaffee und Kuchen. Damals hatte ich sogar auch die Milch vom Bauern im Kaffe gertrunken und Sahne gegessen. Da ich hier ja fleißige Leserin bin, hatte ich es aber so verstanden, dass wenn hier eine Gefahr für unser Kleines bestanden hätte, der Körper dies in der Frühschwangerschaft gelöst hätte (Fehlgeburt). Ist das so richtig? Die Frage kam natürlich nun doch wieder auf... und frau ist etwas beunruhigt. Vielen Dank für Ihre Antworten im Voraus!


Prof. Dr. med. Serban-Dan Costa

Prof. Dr. med. Serban-Dan Costa

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Danke für die netten Worte ! "Milch vom Bauern" ist ziemlich sicher nicht pasteurisiert - alles andere wäre, sagen wir mal, "ziemlich komisch"... Diese Milch sollte man selbst aufkochen - danach ist sie unbedenklich und Sie dürfen sie auch trinken. Zu Ihren Fragen: 1. Wenn man die Milch bei der Zubereitung des Puddings aufkocht, werden die Bakterien eigentlich "erledigt". Insofern spricht nichts gegen den Pudding-Genuß. 2. Wenn der Kuchen Ihrer Schwiegereltern keinen Kontakt zu anderen Speisen oder zu verschmutzten Flächen hatte, kann man ihn auch am nächsten Tag essen. 3. Dadurch erübrigt sich die Frage nach dem selben Messer, mit dem auch Ihr Kuchen geschnitten wurde. Eine Gefahr der Keimübertragung sehe ich nicht. 4. Ganz am Anfang der Schwangerschaft, also in den Tagen nach der Befruchtung, passiert in der Regel nichts, wenn man beim Essen nicht so genau alles beachtet. Es müssten Extremsituationen eintreten, so dass es gar nicht zur Einnistung der Schwangerschaft kommt. Machen Sie sich keine Sorgen und lassen Sie das Ganze auf sich beruhen...


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