Gil_Albert
Sehr geehrter Prof. Stefan Wirth und Prof. Michael Radke, vielen Dank für ihre Arbeit hier im Forum! Ich hoffe Sie können mir ebenfalls weiterhelfen: Meine Tochter ist 17 Wochen alt und wird voll gestillt. Vor 4,5 Wochen machte sie ihren ersten kleinen grippalen Infekt durch. (Erhöhte Temperatur von 38°, Schnupfen und Durchfall) Der Infekt heilte nach paar Tagen gut aus, die Durchfälle blieben jedoch (wässrig, schaumig, grün oder braun 5-10x täglich). Nach ca. einer Woche trat Blut im Stuhl auf. In jeder Windel kleine Fäden und Flocken. Stuhluntersuchung beim Kinderarzt: klebsiella pneumoniae wurde überwiegend nachgewiesen. Eine Woche lang Gabe von Lacteol, schlug nicht an. Nun bekommt sie die zweite Woche OmniBiotic Panda, welches ein wenig Besserung der Frequenz und Konsistenz brachte (4-5x in 24h). Der Arzt vermutete eine Kuhmilcheiweißunverträglichkeit. Auf alle Kuhmilchprodukte verzichte ich seit drei Wochen, jedoch blieb Blut in jeder Windel. Seit ein paar Tagen ernähre ich mich zusätzlich ohne Fisch, Nüsse, Ei, Soja und Weizen. Die letzte Stuhlprobe ergab das die Klebsiellen in keiner pathogenen Anzahl mehr nachweisbar sind. Das Blut ist jedoch mehr geworden und vor allem Nachts hat sie sehr wässrige und schaumige Stühle. Bei einer Sprechstunde beim Gastroenterologen, wurde uns emfohlen auf mindestens zwei Wochen Neocate umzusteigen. Ich würde eigentlich sehr gerne weiter stillen und weiß, dass die Umstellung auch eine große Belastung für Alle wird. Ich lese in Ihren Beiträgen immerwieder über die Empfehlung zur Beikost ab vier Monaten. Nun zeigt meine Tochter aber noch nicht die gängigen Reifezeichen. Ist es sinnvoll ohne Reifezeichen trotzdem mit der Beikost zu beginnen? Oder laufen wir dann Gefahr den Darm zu überfordern und noch mehr zu reizen? Welches Gemüse empfehlen Sie? Wenn zwei ersetzte Milchmahlzeiten eine Besserung bringen, ist es dann nicht auch möglich diese mit Neocate zu ersetzen? Und dafür weiterzustillen Meine Tochter wog mit 16 Wochen schon 8kg... Sie nimmt also gut zu und macht ansonsten auch einen fitten und gesunden Eindruck. Hier sehen Sie Fotos vom Blut. https://ibb.co/t43tL6L https://ibb.co/dtVsbpw https://ibb.co/NxNYczV https://ibb.co/sjvr7Sf https://ibb.co/dKPhz88 https://ibb.co/v4r2ywd Sind diese Mengen schon bedenklich? Besteht die Gefahr eines Eisenmangels? Kann ich trotz dieser Blutmengen auch noch weitere 2-6 Wochen mit der Beikost warten und weiter stillen? Vielen herzlichen Dank für ihre Mühen! Mit freundlichen Grüßen Anders
Es handelt sich sicher um eine sog. muttermilchinduzierte Enterokolitis. Die Ihnen gegebenen Empfehlungen sind zunächst einmal folgerichtig und entsprechen dem aktuellen Wissenstand. Sie haben Ihr Kind ja bereits 17 Wochen voll gestillt und damit mehr als 80 % des Wertes der Muttermilch an Ihr Kind gebracht. Haben Sie also keine Bedenken, wenn Sie jetzt weniger oder gar abstillen müßten. Ob dies nötig ist,hängt von der Blutbildsituation, d.h. der Menge des verlorenen Blutes ab. Dazu sollte Sie Ihr Kinderarzt durch Laboruntersuchungen (rotes Blutbild, Eisenparameter im Blut) informieren. Von der Blutmenge im Stuhl kann man vergleichsweise wenig ablesen. Mit Beikost sollten Sie jetzt starten, es zumindest versuchen. Ein Möhrenbrei ist zu empfehlen. Wenn Ihr Kind den akzeptiert, schnell auf einen Gemüse-Fleisch-Brei umsteigen (der die Eisenversorgung stabilisiert). Wenn sich im Blutbild Hinweise für eine Blutarmut (Anämie) durch Verluste ergeben, sollten Sie das Stillen deutlich reduzieren bzw. abstillen.
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