Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Verhalten

Frage: Verhalten

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Lieber Dr. Posth! Ich bin Mutter einer fast dreijährigen Tochter. Im August hat sie eine kleine Schwester bekommen. Zu ihr war und ist sie immer sehr nett. Anfang Oktober kam meine "Große" in den Kindergarten. Sie hatte sich sehr darauf gefreut. Einige Tage ging es gut, doch nun will sie nicht mehr hingehen. Schon beim Gedanken daran weint sie los, und morgens beim Verabschieden ist es ganz schlimm. Die Erzieherinnen meinten, wir sollen schnell gehen, sie würde sich nach kurzer Zeit wieder beruhigen, und dann auch tagsüber gut mitmachen; aber uns zerreißt es wirklich fast das Herz, sie so weinen zu sehen. Mein Mann blieb heute früh etwas länger im Kindergarten bei ihr, es war dann etwas besser. Was können wir noch tun? Zu Hause ist sie neuerdings "wie ausgewechselt". Sie macht alles mögliche, um uns zu provozieren. Wenn etwas nicht nach ihrer Meinung läuft, beschimpft sie uns, manchmal haut sie auch und beißt. Womit könnte dies zusammenhängen, und wie verhalten wir uns richtig?


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, die frühe Fremdbetreuung funktioniert immer nur richtig mit der "sanften Ablösung" (s. gezeilter Suchlauf). Alles andere ist eine extreme seelische Belastung für das Kind und führt sehr schnell zu einer Verhaltensstörung, die man im frühen Kindesalter als Trennungsängstlichkeit (ebenfalls gezielter Suchlauf) bezeichnet. Ihre Tochter muss unglücklicherweise die Geburt einer Schwester mit dem Übergang in den Ki-ga verkraften. So etwas geht selten gut. Die Verhaltensauffälligkeiten, die Ihre Tochter jetzt entwickelt, sind absolut typisch dafür. Das, was Sie empfinden, ist völlig richtig, und Sie sollten Ihre Tochter vorläufig wieder aus dem Ki-ga herausnehmen. In einem halben Jahr können Sie es noch einmal versuchen, aber nur mit sanfter Ablösung. Ihr Mann hat so etwas Ähnliches in Ansätzen gemacht, und es hat geholfen. Viele Grüße


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