Hallo Frau Henkes, unser 3 Jahre alter Sohn hat einige spezielle Verhaltensweisen. Wir haben uns da bisher nicht viel dabei gedacht, aber meine Schwägerin meinte nun, das könnte für Autismus sprechen und dass wir da unbedingt mal mit einem Psychologen sprechen sollten. Bevor ich ihn dem Stress aussetze, in eine psychologische Praxis zu gehen, wollte ich Sie erst einmal nach Ihrer Einschätzung fragen.  Für ihn typische Verhaltensweisen sind:  - Er hat sehr konkrete Vorstellungen, wie und wo sein Spielzeug und andere Dinge stehen müssen und wenn es dann nicht exakt in dieser Position ist, verzweifelt er regelrecht. - Er neigt dazu, manche Sätze in Endlosschleife vor sich hin zu sagen. - Er hat oft eine Art Tunnelblick und reagiert dann überhaupt nicht, wenn wir ihn etwas fragen. - Er möchte andere Kinder immer umarmen und merkt nicht, wenn es ihnen zu viel wird oder wenn diese das gar nicht möchten. - Generell geht er auch immer sehr nah an andere Kinder hin, wenn er mit ihnen redet (sein Gesicht ist dann nur wenige cm von dem Gesicht des anderen Kindes entfernt) und diese fühlen sich dann meist sehr bedrängt. - Er bekommt totale Panik bei Geräuschen von elektrischen Geräten wie Pürierstab, Föhn oder Handrührgerät, da schnellt sein Puls extrem nach oben und er weint bitterlich und fleht uns an, das Geräusch zu stoppen. - Er hat auch so vor vielen Dingen Angst, u.a. auch vor manchen Personen, ohne dass etwas spezielles zwischen ihm und diesen Personen vorgefallen wäre. - Wenn er sich über etwas freut oder sehr aufgeregt ist, bewegt er seinen rechten Unterarm ganz schnell hoch und runter oder stampft wenn er gerade sitzt intensiv mit beiden Füßen. Wenn das ein normaler Teil seiner Entwicklung ist, wovon wir bisher ausgegangen waren, dann ist das für uns natürlich auch OK. Meine Schwägerin meinte nur, dass wir mal mit einem Psychologen darüber sprechen sollten, weil unser Sohn ihrer Meinung nach autistisch sein könnte und dann Unterstützung braucht. Und natürlich wollen wir ihm Hilfe zukommen lassen, falls er wirklich Hilfe braucht.  Er geht seit Oktober in den Kindergarten und auch dort bedrängt er die anderen Kinder häufig und geht immer sehr nah an sie hin. Ich habe ein bisschen Sorge, dass er von anderen Kindern ausgegrenzt wird, weil sie ihn durch diese Verhaltensweise anstrengend oder zu aufdringlich finden könnten. Wenn die Verhaltensweisen so bleiben ist natürlich auch die Frage, ob er später in der Schule Einschränkungen dadurch haben würde und ob man das vermeiden kann, wenn man ihm jetzt irgendwie hilft. Es würde uns sehr helfen, wenn Sie uns Ihre Einschätzung als Spezialistin zu seinem Verhalten geben könnten. Ist das wirklich ein Zeichen für Autismus und wenn ja, wie können wir unserem Sohn helfen, damit zurecht zu kommen und im Alltag möglichst wenig Einschränkungen dadurch zu haben? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!