Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Verhalten Krippe

Frage: Verhalten Krippe

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Hallo Frau Henkes, vorab vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit! Meine Frage bezieht sich auf meine Tochter, gut 2 1/2 Jahre alt, die seit dem sie ein Jahr alt ist die Krippe besucht. Meine Tochter ist sehr sprachbegabt. Ich würde sie außerdem als ziemlich clever bezeichnen. Sie hat kreative Ideen und versucht immer mal, mit kleinen Flunkereien oder Tricks durchzukommen. So fragt sie einen zB, ob man nicht zur Toilette gehen möchte, wenn sie vor hat, in Ruhe Quatsch zu machen (zB mit Wasser rumschmieren oä).    Zuhause gibt es mal einfache, mal schwierigere Tage. Auf Blödsinn oder nicht hören wollen versuchen wir immer mit logischen Konsequenzen zu reagieren. Es wird auch häufiger mal geschimpft - das lässt sich nicht vermeiden. Ansonsten würde ich unser Beisammensein aber als sehr, sehr liebevoll bezeichnen.   Nun bekommen wir in letzter Zeit aus der Krippe häufiger die Rückmeldung, dass sie sich gar nicht an Regeln hält. Sie bewirft andere Kinder mit Sand und schaut dabei noch grinsend die Erzieher an, zieht sich draußen Schuhe und Hose aus, schmiert mit ihrem Wasserbecher usw. Wir wissen ehrlich gesagt nicht, wie wir auf diese Infos durch die Erzieherinnen reagieren sollen. Stunden nach den Vorfällen ergibt es keinen Sinn, meine Tochter durch uns irgendwelche Konsequenzen spüren zu lassen, oder? Sie versteht es, wenn man ihr erklärt, dass ihr Verhalten in der Krippe nicht in Ordnung ist (am nächsten Tag benimmt sie sich meist gut). Aber dann geht es wieder von vorn los. Haben Sie eine Erklärung oder einen Ratschlag, wie wir damit umgehen sollen? Sie kommt im Sommer in die KiTa. Eine Erzieherin äußerte mir gegenüber, dass sie den Wechsel auch für sehr sinnvoll halte. Ich habe leichte Bedenken, dass es dort so weitergeht. Vielen lieben Dank für Ihre Rückmeldung im Voraus!


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, wenn ein zweieinhalbjähriges Kind sich in der Krippe nicht an Regeln hält, ist es meines Erachtens Aufgabe der Erzieher/innen so auf das Kind einzuwirken, dass es lernt, die Regeln besser zu befolgen. Das kann und muss in dem Alter noch nicht perfekt sein. Sie haben Recht, dass es Stunden später zu Hause zu spät ist, um noch geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Für die Kinder besteht dann oft kein Zusammenhang mehr zwischen dem Fehlverhalten und der Konsequenz. Ich denke nicht, dass es in der Kita so weitergehen wird. Ihre Tochter gehört dann nämlich plötzlich zu den Kleinen und die anderen Kinder werden ihr rasch zeigen, was sie davon halten, wenn sie von ihr geärgert werden. Außerdem verunsichert eine neue Gruppe Kinder oft ein wenig und sie zeigen dann ein angepassteres Verhalten. Das können die Erzieher/innen zur positiven Verstärkung nutzen. Sie können auch überlegen, ob das Schimpfen hilfreich ist. Kleine Kinder erleben sich dadurch oft als sehr wirkmächtig. Sie spüren den Ärger der Erwachsenen, evtl. auch Aufregung und eine laute Stimme. Und sie verstehen, dass sie (kleine Menschen) so etwas Effektvolles auslösen können. Diese Bestätigung ihrer "großartigen" Möglichkeiten möchten sie gerne häufiger abrufen. Wenn Sie ruhig, klar und eindeutig auf Ihre Tochter reagieren, merkt sie durchaus, dass es Ihnen ernst ist, sie sich aber durch ein kleines Kind nicht aus der Ruhe bringen lassen. Vielleicht gibt Ihnen der Text von Dr. Nohr zur liebevollen Klarheit auf meiner Seite noch Anregungen dazu. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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