Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Ludger Nohr:

Verhalten Kleinkind

Frage: Verhalten Kleinkind

Tina 242

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Unser Sohn ist 2 Jahre. Zu Hause und im Garten rennt er überall hin. Sobald wir unterwegs sind, möchte er nur auf den Arm, bevorzugt bei Papa, kein Buggy, kein Dreirad. Sobald man ihn stellt weint er, streckt die Arme hoch und sagt "heben". Nur wenn etwas sehr spannend für ihn ist, lässt er sich auf den Boden stellen um zu erkunden. Dies ist natürlich bei Ausflügen sehr anstrengend. Er lässt sich ohne Probleme ins Auto setzen, doch sobald wir ein paar Meter gefahren sind, sagt er "Heim", oder beim Anziehen wird schon geschimpft " zu Hause bleiben". Sind wir erst einmal angekommen geht es eine Zeit, dann möchte er wieder nach Hause. Mit viel Ablenkung lässt es sich noch ein bisschen ziehen. Warum möchte er nach Hause? Er möchte keine neuen Schuhe anziehen, die Umstellung von den Winter- auf die Sommerschuhe mussten wir dann mit Konsequenz durchziehen, jetzt werden die Sommerschuhe angezogen, aber nur genau dieses Paar, keine anderen. Warum mag er keine solchen Veränderungen. Er hat zu Ostern ein Bobby Car mit Anhänger bekommen. Der Anhänger darf nicht abgemacht werden. Wenn etwas verschlabbert, zeigt er direkt drauf "weg" und ich muss es gleich aufwischen. Ansonsten lacht und spielt er viel den ganzen Tag mit uns, die Stofftiere werden gefüttert und gekuschelt, Bücher geschaut, getanzt. Ansonsten wirkt er auf mich wie ein normaler kleiner Junge.


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Hallo, das ganze beschriebene Verhalten Ihres Kindes ist auf Sicherheit angelegt. Kinder versuchen durch diese Rituale und fast zwanghaften Festlegungen sichere Inseln in einer verunsichernden Welt zu bauen (Versuchen Sie einmal kurz, sich die Welt aus der Sicht eines Zweijährigen vorzustellen). Alles Neue und Fremde wirkt in dieser Phase ängstigend, bekannt und Zuhause ist entlastend. Ganz wichtig erscheint mir, dieses Bedürfnis nicht als schlecht, falsch oder unzeitgemäß zu behandeln, sondern ernst und wichtig zu nehmen. Nur wenn Ihr Sohn ausreichend (ist bei jedem anders) Zeit hatte, aus der sicheren Position den nächsten Schritt zu machen, wird er längerfristig genügend Stabilität erreichen. Das bedeutet, dass man Neues sehr wohl anbietet, manchmal auch etwas mehr als das, aber dass man es nicht einfach durchsetzt, weil man die Macht dazu hat. (Und natürlich kann man Sommerschuhe einfordern, aber es ist immer die Frage des Wie). Bedeutet sich ein wenig einzufühlen in seine Lage, trotzdem anbieten und auch zumuten, aber in einer wohlwollenden, klaren Haltung. Dr.Ludger Nohr


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