Mitglied inaktiv
Hallo Herr Doktor und andere Eltern, unsere Tochter ist dreieinhalb Jahre alt. Seit einem halben Jahr geht sie für 3,5 Stunden in den Kindergarten. Sie hat sich zwar eingewöhnt, macht aber nicht mit... sie "steht die ganze Zeit da, und guckt zu" - auch bei der heutigen Faschingsfeier. Sie redet kaum im Kindergarten, und wenn, dann flüstert sie. Wir sind gerade umgezogen (gleiche Gegend), und nun hat sie auch ein eigenes Kinderzimmer. Zuhause ist sie wie ausgewechselt: sie schreit laut, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt; ist bockig; schlägt sich selbst, wenn sie wieder einen Wutanfall bekommt. Kein Aussenstehender glaubt uns das... Sie ist ein Mama-Kind, Papa wird ignoriert oder beschimpft. Alle anderen Männer (Opi, Onkel) werden auch nicht besser behandelt. Ihre Geschwister (1,5 Jahre jünger) sind schon von ihr gebissen worden - wir sind wirklich entsetzt, über so ein Verhalten! Im Moment kann man ihr nichts recht machen, und ihre Laune ändert sich manchmal im Minutentakt. Wir sind mit unserem Latein am Ende, wissen uns nicht mehr zu helfen. Können Sie uns bitte einen Rat geben? Können uns andere Eltern antworten, die evtl. ähnliche Probleme hatten? Danke.
Hallo, einiges klingt danach, als sei Ihrer Tochter die Loslösung im zweiten bis dritten Lebenjahr nicht gut gelungen, was damit zusammenhängen könnte, daß der Vater nicht ausreichend verfügbar gewesen ist. Daher das schlechte Verhältnis zum Vater. In mangelhafter Selbständigkeit soll sie nun in den Kindergarten gehen, wo sie sich sozial nicht adäquat verhält. Das frustriert sie selbst und muß es zu Hause aggressiv ausleben. Diese Aggression benutzt sie auch, um doch noch zu ihrer Loslösung und Autonomie zu gelangen. Übrigens ein typischen Verhaltensbild für schlecht Loslösung: Ängstlichkeit, Scheu und Schüchternheit außerhalb der eigenen vier Wände und aggressives Aufdrehen zu Hause. Es wäre sehr wichtig, wenn sich eine erwachsene Person ihr beständig, liebevoll und bestärkend zuwenden würde, am besten natürlich der Vater, der dann das "Eis sprengen" müßte. Auch müssen ihr zu Hause Privilegien der älteren Schwester zugesichert werden, nicht Großartiges, sondern kleine Vorteile. Evtl. muß auch der Ki-ga noch etwas warten, z.B. bis Ihre Tochter sich an die neue häusliche Umgebung mehr gewöhnt hat. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, vielen lieben Dank für Ihre ausführliche Antwort. Das stimmt, der Papa ist nicht immer verfügbar, denn er ist Schichtarbeiter. Kann es sein, das sie ihn dafür nicht mag, da er ständig wechselnde Arbeitszeiten hat (Früh-, Spät- und Nachtschicht)? Wie kann ich meiner Tochter das Loslösen erleichtern? Habe ich Fehler in der Erziehung gemacht, daß so ein Verhalten eintritt? Welche Privilegien können Sie mir empfehlen? Das Verhalten ist trotz aller Schwierigkeiten im Moment normal, oder sollten wir einen Arzt aufsuchen? Vielen Dank im voraus bei der Beantwortung meiner vielen Fragen. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein schönes Wochenende :-) Mama Treelo
Hallo, eigentlich haben Sie nichts falsch gemacht, nur die Umstände Ihres Familienlebens erschweren einzelne Prozesse. Das geht den meisten Eltern so. Es ist schwer für mich, so aus der Ferne und theoretisch Ihnen konkrete Hilfestellung zu geben, am besten ist es, Sie wenden sich dafür an eine Beratungsstelle für Erziehungsfragen, die es in jeder größeren Kommune gibt. Noch einmal viele Grüße
Ähnliche Fragen
Hallo, Schon als Baby hatte ich immer das Gefühl, da stimmt was nicht.Sie reagierte oft nicht auf ihren Namen, lächelte wenig, ich fand sie intressenlos, keine Brabbelgeräusche, bei den U-Untersuchungen hieß es immer, alles gut. Sie hat mit 2 angefangen zu sprechen, mit 3 konnte man schon verstehen, was sie möchte, also als Außenstehender. Jetzt, ...
Hallo Herr Dr. Posth, Sohn, 21 M, offen z. Kindern/Erw., intell., neugierig, "liest" gerne BB, motorisch weit, aber spricht fast noch nicht (hört, versteht alles!!). Problem: Macht bei "Kursen" nicht mit. E-K-Turnen: alle Kinder bilden mit Eltern Kreis, nur mein Sohn rennt in Halle herum, alle K. singen, Sohn zappelt herum, benutzt aufgebauten T ...
Lieber Dr. Posth, ich würde gerne mit meiner Freundin für wenige Tage in den Urlaub fahren. Meine Tochter wäre dann 16 Monate, derzeit ist sie 11 Monate. Sie ist sehr gut an den Papa gebunden, lässt sich auch von ihm in den Schlaf tragen / bringen, vertraut ihm voll. Ich lasse die beiden auch immer wieder stundenweise alleine. Da wir jetzt buch ...
Sehr geehrte Frau Henkes, ich schreibe Ihnen in der Hoffnung mein Kind besser zu verstehen. Mein Sohn(5) lernt sehr schnell und kann auch schon vieles was seine gleichaltrigen noch garnicht können. Eines Tages ist er zu mir gekommen und hat gemeint er will Klavier spielen lernen und wir haben ihn dann in einen Kurs angemeldet. Nun haben wir abe ...
Liebe Frau Henkes, unser Sohn wird im Februar 3, er ist schon seit er ein Baby ist sehr umtriebig, "unabhängig" und viel in Bewegung. Im Vergleich zu anderen Kindern, war er früh mobil und konnte schon mit 11 Monaten laufen. Auch heute kann er sich schwer ruhig halten, zappelt viel umher und ist fast nur in Bewegung. Es fällt ihm schwer länger ...
Guten Tag liebe Frau Henkes, ich hatte vor einigen Wochen bereits in dieses Forum geschrieben, und zwar in Zusammenhang mit meiner Tochter (3,4 Jahre alt) , die sich seit der Eingewöhnung in den KiGa verändert hat. Sie hatte zu meinem Erstaunen plötzlich Angst vor Kindern. Meine Tochter geht jetzt genau einen Monat in den Kindergarten. Nun hab ...
Hallo Frau Henkes, mein Sohn 5 Jahre ist motorisch unruhig. Diese Unruhe hatte er schon immer gezeigt. Dies ist auch in seinem U-Heft vermerkt. Aktuell ist es so schlimm, dass er manchmal richtig aufdreht und ich den Eindruck habe, dass er sich nicht unter Kontrolle hat. Bsp. wenn wir Besuch bekommen oder auch im Kindergarten (verhält sich wie ...
Liebe Frau Henkes! Mein Sohn (2J 3M) treibt mich noch in den Wahnsinn und ich bin am Ende des Tages einfach kraftlos. Ich weiß nicht, ob es eine Phase ist oder mehr dahinter steckt. Es fängt eigentlich schon in der Früh an, bevor wir uns überhaupt fertig gemacht haben, dass er nur quengelt und alles nach seinem Kopf gehen muss. Zum Anziehen und ...
Hallo ich habe 4 kinder 9 jahre 7 jahre und 20 monate und die neue Maus 6 wochen. Erstmal zu Vorgeschichte mein 20monate alter sohn war bis zur Geburt meiner Tochter ein sehr ruhiger Junge ich habe die ganze Schwangerschaft über ihn weiter gestillt bis heute immer noch. Als ich noch schwanger war von der kleinen wollte er aber nicht so oft Brus ...
Sehr geehrte Frau Henkes, erst einmal danke für Ihre Arbeit in diesem Forum. Ich sorge mich um meine beiden Töchter (fünfeinhalb Jahre alt und 13 Monate alt). Meine große Tochter hatte schon immer einen starken Willen und ihren eigenen Kopf. 4 Jahre lang war sie Einzelkind, seit ihre Schwester auf der Welt ist, ist es nochmal anstrengend ...