Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Trennungsangst beheben

Frage: Trennungsangst beheben

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Lieber Hr. Dr. Posth, das Problem ist die Trennungsangst meiner inzwischen 5 Jährige Tochter. Wir sind seit 1 Jahr auf der Suche nach einen passenden Kinderpsychologen, doch all die Ratschläge die ich von denen bekomme ist der, das ich lernen muss loszulassen.Meine Tochter geht nicht im Kika, weil sie Angst hat wenn ich gehe. Zu Hause bleibt sie auch nicht alleine beim Papa oder Opa, also gehe ich nicht ohne meine Tochter aus dem Haus. Sie lässt sich auch nur von mir Trösten und ins Bett bringen, sie schläft bei uns in Schlafzimmer.Die zweite Ärztin meinte, ich solle solche Trennungen nun aber schrittweise durchführen, sie wird Schreien und Weinen aber ich soll dann trotzdem mal für 15 min. gehen, damit sie es lernt. Ist das der richtige weg?Wenn ich gegen ihren willen gehe und sie bettelt Mama geh nicht oder Mama ich will mitkommen? Die Psychologin meinte aber nur so kann sie es lernen. Das sei doch sanfte Ablösung. Bitte helfen sie mir, nächstes Jahr ist Schule. Gruß Marina


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Trennungsangst Liebe Marina, viele Psycholog(inn)en haben immer noch nicht verstanden, dass ein Mensch eine "Angststörung" nicht verliert, in dem man ihn gezielt dieser Angst aussetzt. Allerdings verliert er "Fucht" dadurch bis zu einem gewissen Grade. Aber Angst und Furcht zu verwechseln ist ein Kardinalirrtum. Ein paar grundlegende Kenntnisse über die verschiedenen Formen der Angst (Jürgen Margraf, versch. Bücher über Angst- und Panikstörung) täten manchem Psychologen gut. Es gibt zwar ein Form der Behandlung von Angst- und Panikzuständen durch gezielte Exposition, sog. fludding, aber das ist eine ganz heftig Behandlungsweise, die nie ohne die permanente Anwesenheit des Psychotherapeuten stattfinden darf und bei Kindern vollkommen unerprobt ist. Alle anderen Behandlungsformen basieren auf schrittweise vollzogenen Trennungssituationen, die immer durch eine andere Bezugsperson abgefedert sein müssen. D.h. die Angst des Kindes, sich von der primären Bezugsperson zu trennen schwindet nur dann, wenn eine Ersatzbezugsperson (siehe sanfte Ablösung!) zur Stelle ist. Jeder Schritt muss bis zur inneren Entspannung des Kindes vollzogen werden. Belohnungen als Anreiz dafür, diesen Prozess überhaupt zu vollziehen, sind dann sinnvoll, wenn sie unmittelbar beim Erfolg vom Kind erhalten werden. So ähnlich können Sie auch schon im privaten Bereich vorgehen. Aber suchen Sie auch noch weiter nach kompetenten Psycholog(inn)en. Viele Grüße


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