Mitglied inaktiv
Guten Abend, ich hoffe, ich bin bei Ihnen mit meinem Problem richtig und belästige Sie nicht unnötigerweise mit meiner Frage. ich habe zwei Töchter. Eine ist6 Jahre die andere ist 16 Monate alt. Bei beiden Kindern habe (hatte) ich das Problem dass sie nicht allein, das heißt ohne Flasche, einschlafen und nachts aufwachen und nicht mehr einschlafen bzw. erst nach einigen Stunden wieder einschlafen. Die Große ist inzwischen problemlos bezüglich Schlafen, war aber im Alter der Kleinen genauso wie die Kleine jetzt. Auf Anraten meiner KiÄrztin habe ich die Große damals weinen lassen und bin nur immer wieder hin. Sie hat nie aufgehört zu weinen und nach 3 Stunden sind wir dann mit ihr aufgestanden weil es 6 Uhr war. Heute habe ich große Probleme mit ihr weil sie kaum Selbstbewußtsein hat und immernoch Daumen lutscht und oft noch in die Hose macht. Nun meine Frage: Kann es sein, dass ich der Großen Unrecht getan habe mit dem weinen lassen nachts? Habe ich ihr nicht genug Liebe und Vetrauen geschenkt so dass sie heute so labil ist? Soll ich die Kleine nun lieber nächtelang im Arm halten anstatt sie weinen zu lassen? Wie kann sie lernen allein einzuschlafen und durchzuschlafen ohne dass ich ihr Vertrauen zerstöre? Ich bin bei einer Psychologin (für mich)in Behandlung und sie sagt: bis zum 3. Lebensjahr können Kinder das nicht verstehen und erleiden Todesängste wenn man sie weinen läßt. Ich solle sie lieber im Arm halten..Aber ganz ehrlich..so langsam kann ich nicht mehr. Ich habe tagsüber keine Gelegenheit mich auszuruhen und bin daher echt, auch gesundheitlich, am Ende. Was versteht die Kleine schon? Was kann ich ihr zumuten? Wennn ich neben ihr stehen bleibe, beruhigt sie sich nicht, nur wenn ich aus dem Zimmer gehe. dann aber erst nach 30 Minuten. Das ist hart. Sie will auch nachts immer Milch weil sie das Abendessen verweigert..weiss sie nachts schon dass sie abends hätte essen sollen???? Sorry für den langen Beitrag aber ich bin echt kaputt und will der Kleinen kein Unrecht antun. Können Sie mir sagen wie weit die Psyche schon ist bei der Kleinen? Liebe, müde Grüsse Kathrin
Liebe Kathrin, das hört sich tatsächlich nicht so gut an. Wie darf ich das verstehen, sind Sie allein erziehend? Gibt es keinen anwesenden Vater? Mit 16 Monaten befindet sich ein Kleinkind in der Loslösungsphase, da ist es wichtig, daß es langsam akzeptiert, daß es außer der primären Bezugsperson Mutter noch andere für es wichtige Bezugspersonen gibt, die ihm helfen, die Unabhängigkeit von der Mutter und Selbständigkeit einzuleiten. sicher war es falsch, was Ihnen damals bei Ihrer älteren Tochter die Kinderärztin geraten hat. Diese damals Ihnen geratene Taktik kommt auf das schädliche Verhaltenstraining des amerikanischen Psychologen Ferber heraus. so funktioniert die Psyche eben nicht. Faktoren wie "sichere Bindung" und "erfolgreiche Loslösung" sind durch nichts zu ersetzen. Daher kann ich für Ihre jetzt 16 Monate alte Tochter nur noch den absoluten Umschwenk in der Zuwendungshaltung anraten, was bedeutet, daß Sie a) die Bindung jetzt noch, wenn auch etwas nachträglich, stabilisieren, z.B. in dem Sie Ihre kleine Tochter bei sich im Zimmer schlafen lassen (besser aber in einem eigenen Bett). Nahrung kann und darf es nachts nicht mehr geben. Ausschleichen hierfür mittels Teefläschen, dann nur noch Nuckel, etc. Bindungsfödernd sind auch alle liebevoll gestalteten Rituale, also die Schlaf- und Trennungsvorbereitung. Nachts werden Sie bald nur noch vielleicht die Hand reichen müssen oder etas Beruhigendes Sagen. Aufstehen mit dem Kind wäre ungünstig, außer im Notfall. Zug um Zug sollte der Vater die nächstlichen Aufgaben mit übernehmen und sich auch tags verstärkt seiner Tochter zuwenden. In diese neue emotionale Umgebung zu Hause müssen Sie auch die ältere Tochter in gewisser Weise mit einbinden. So sollten bald die beiden Mädchen sich ein Zimmer teilen und/oder in einem gemeinsamen Hochbett schlafen. Sie sehen, was alles zu tun ist, um in tiefenpsychologsicher Betrachtungsweise die frühkindlichen Konflikte zu lösen. Das dürfen Sie aber nie als Belastung oder persönliche Herausforderung für sich selbst verstehen, es ist normaler Bestandteil eines Zusammenlebens von Eltern und Kind, der in dieser Lebensphase dominant ist und dem sich andere Lebensinteressen vorläufig unterordnen müssen. So betrachtet wird es auf einmal mit zur größten Bereicherung Ihres Lebens, eine Zeit, an die sie später immer wieder gerne zurück denken werden. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Lieber Dr. Posth, vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Sie hat mir sehr weiter geholfen. Ich werde versuchen das Meiste davon umzusetzen. Bei uns im Zimmer schlafen geht leider aus Platzmangel nicht aber ich habe mir bereits eine Matratze in ihr Zimmer gelegt und schlafe heute nacht zur Not dort. Vorhin habe ich sie nach ihrem Abendritual (Umziehen, Quatsch machen, Milchflasche, kuscheln, dabei fast einschlafen) in ihr Bett gelegt und wie erwartet hat sie sofort losgebrüllt (man kann es nicht anders nennen) die Arme nach mir gestreckt und mich flehendlich angesehen. Normalerweise schläft sie bei der Flasche ein und ich lege sie dann in ihr Bett. Ich habe sie diesmal dann immer wieder hingelegt, beruhigend auf sie eingeredet, dass ich doch da bin und sie lieb habe und nun schlafenszeit ist. Als sie sich nicht beruhigt hat, habe ich sie nochmal rausgenommen und gekuschelt, sie aber dann noch wach wieder hingelegt. WIeder Protest,aber nach einer Weile hat sie sich hinlegen lassen und ist mit meiner Hand auf der Stirn eingeschlafen. Ist das ok so? Dass ich sie weinen lasse während ich aber bei ihr bin? Sie läßt mich sonst absolut nicht gehen. Mal sehen wie die Nacht wird. Werde ihr heute nacht keine Flasche, nur Wasser geben. Schnuller und Tee nimmt sie nicht. Ich muß jetzt einen Weg finden, daß sie allein dh. in ihrem Bett einschlafen lernt und dann hoffentlich bald durchschläft. Länger schaffen wir das nicht mehr. Mein Mann schläft nun schon in einem anderen Raum damit er mal durchschlafen kann falls sie wieder zu uns kommt. Er ist beruflich sehr angespannt. Zu Ihrer Frage noch: Mein Mann kümmert sich rührend um die Kinder, spielt, kuschelt und tobt mit ihnen und sie lieben ihn abgöttisch. Nur nachts ist Mama gefragt, bei ihm dauert das Beruhigen doppelt so lange. Das ist für ihn auch nicht sehr schön. Die Kleine geht auch problemlos einmal in der Woche einen halben Tag zu meinen eltern. Ich weiss nicht warum sie nachts so panisch ist. Warum meinen Sie, daß die Mädels zusammenschlafen sollen? Wegen der Großen oder damit die Kleine sich nicht so allein fühlt? Ich dachte, es wäre , gerade wegen des großen ALtersunteschiedes besser, wenn jede ihren eigenen Bereich hat? Sorry, daß es wieder so lange geworden ist. Grüße und einen schönen Sonntag noch, Kathrin
Liebe Kathrin, sie können natürlich nicht erwarten, daß nach allen Vorerfahrungen das Abendritual auf einmal ganz anders gelingt. Wahrscheinlich müssen sie eine Weile jetzt an Ihrem Bett sitzen bleiben, sie streicheln und ihr z.B. Lieder singen, bis sie tief eingeschlafen ist. Wenn Sie weiß, daß jemand bei ihr ist, falls sie wach wird, und das kann auch die Schwester sein, dann schläft sie ruhiger ein und schläft auch später viel ruhiger tatsächlich allein. Viel Glück und einen langen Atem
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