Mitglied inaktiv
Lieber Dr. Posth Es geht überhaupt nicht um unsere Kinder (fast 5 und 2), sondern allein um mein Verhalten! Ich sollte eigentlich rundherum zufrieden sein, alle Umstände (familiäre Situation) sind super, wir haben unsere Oma in der Nähe, die uns sehr hilft usw. Ich zähle dies nur auf, um klarzumachn, dass ich keinerlei Grund habe übermäßig gestresst zu sein. Unsere Kinder sind total lieb, der "Große" hat natürlich ab und zu die typischen Anwandlungen eines Vierjährigen, die Lütte ist ein echter Sonnenschein. Warum aber flippe ich von Zeit zu Zeit nur so aus? Ich bin ein echter Gedultsmensch, mich bringt fast nichts so schnell aus der Fassung ;-). Dann aber poltere ich plötzlich los und schreie herum, habe sogar schon mal in diesen Moment unseren Sohn gehauen... Danach schäme ich mich zutiefst und habe so ein schlechtes Gewissen, kenne mich dann selbst nicht mehr. Wer oder was (ev. Buch?) kann mir helfen. Meine eigene Kindheit war gewiss nicht durch Gewalt o.ä. geprägt. Vielen Dank
Hallo, zunächst einmal ist es ausgesprochen selten, daß eine Mutter (oder gar ein Vater) so offen über seine (vermeintlichen?) Schwächen spricht. Ich möchte damit sagen, daß Sie mit großer Sicherheit kein Einzelfall sind, was den Haushalt Ihrer Gefühle angeht. Nur, die meisten geben es nicht zu. So betrachtet ist es also ziemlich normal, wie Sie empfinden, wenngleich ich das Schlagen und Anschreien von Kindern damit keineswegs im Nachhinein entschuldigen möchte. Aber der Fehler Ihres impulsiven Handelns ist Ihnen selbst ja offensichtlich klar. Und das ist der beste Schutz vor Wiederholung. Vermutlich liegt das Problem bei Ihnen tatsächlich in Ihrer Impulsivität und das ist ein Wesenszug, der sich wahrscheinlich nicht nur in der Kindererziehung manifestiert. Mein Forum ist aber keine Plattform für die Analyse und Aufarbeitung der Elternproblematiken. Ich würde sofort zusammenbrechen unter der Zusatzbelastung. Wenn Sie in dieser Hinsicht Rat oder Hilfe brauchen, dann sollten Sie sich in Ihrer Gemeinde oder Stadt umhören, welche Gesprächsangebote dort gemacht werden. Man muß keineswegs das brühmte "broken home" durchlebt haben, um solche Impulsdurchbrüche im eigenen Familieleben bei sich festzustellen. Vielleicht gründen Sie ja auch selbst eine sogenannte Selbsthilfegruppe. Viele Grüße
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