Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Geschwister - Angst vor Vernachlässigung

Frage: Geschwister - Angst vor Vernachlässigung

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Hallo Dr.Posth, die Große ist jetzt 20 Mon. und meine Kleine gerade 1Mon. Eigentlich läuft es recht gut,abgesehen von der Trotz-und "ich will" Phase der Großen. Zu ihrer kleinen Schwester ist sie ganz lieb,streichelt sie und schaut nach ihr wenn sie weint.(noch) Jetzt zu meiner Frage, ich hab ihre Entwicklungtexte oben auf dieser Seite gelesen und bei der Empfindungswelt des Säuglings bin ich beim Thema schreien und Spätfolgen unsicher geworden. Dadurch das die Große auch noch nicht so recht versteht was hier los ist, kommt es sehr oft vor, das beide zur selben Zeit schreien/weinen. Ist es sehr schlimm das Baby mal fünf Minuten weinen zu lassen weil ich erst mal der Großen helfen muß? Ich kann sie doch nicht jedesmal stehen lassen weil das Baby weint,das tut mir immer leid. Sie klammert auch manchmal wenn ich dann zum Baby gehe und es gibt riesen Theater wenn ich nicht mit ihr spiele - beruhigt sich aber recht schnell(meistens)geht ja nicht anders.Will doch keinen vernachlässigen.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, das Problem, das Sie schildern, haben mehr oder weniger alle Mütter. Daher ist es immer wichtig, daß auch der Vater verfügbar ist und sich häufig einschaltet. Sinnvollerweise wendet er sich dann verstärkt dem älteren Kind zu, da er, wenigstens in der Regel, für die Loslösung (s. Langtext, Teil 3) zuständig ist. Tagsüber und an Wochentagen sind die Väter aber normalerwiese nicht da und häufig auch keine Großeltern in Sicht, so daß es unausweichlich ist, daß ein Kind einmal mehrere Minuten weinen muß, bis es dran ist. Da ja für das Kind in solchen Situationen ersichtlich ist, warum es warten muß und auch ein ständiger Mutter-Kontakt vorhanden ist, bei dem beruhigende und beschwichtigende Worte gesprochen werden, dürfte ein dauerhafter Schaden damit ausgeschlossen sein. Die Natur hat uns Menschen einen gewissen Toleranzgrad für Frustrationen mit auf den Weg gegeben. Trotzdem sollte man als Eltern versuchen, die Minuten der Entbehrung nicht allzu lang werden zu lassen (was sicher auch mit dem eigenen "Nervenkostüm" zu tun hat). Viele Grüße


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