Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Eingewöhnung, wir verzweifeln...

Frage: Eingewöhnung, wir verzweifeln...

Radoste

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Guten Morgen, mein Sohn - 2,5 J. ist ein aus meiner Sicht sicher gebundenes Kind. Er hatte von Anfang an sehr viel Nähe zu uns Eltern, schlief im Babybalkon direkt an meinem Bett, wurde viele getragen, schnell getröstet etc. er wurde schnell mobil, lief zeitig, zeigt sich uns als selbstsicheres, entspanntes, gelassenes interessiertes & fröhliches Kind, hat viele Sozialkontakte. Wir haben ihn langsam eingwöhnt, erst spielen am Nachmittag in der Kita, mit uns Vormittags,dann Ablösung f.1/2 Std, 1 Std, bis dahin, dass er 7.30 Uhr geht & wir 11.15 wiederkommen. Aber - er weint, er will nicht hin, nicht bleiben, jammert wenn wir wiederkommen (noch bevor er uns sieht) er ist dann sofort still & will auch nicht sofort los. Alles in allem haben wir jetzt ca. 4Wochen eingewöhnt plus die Spielzeit vorher. Ein Gespräch mit den Erziehern gab es, sie versuchen engere Bindung, was noch nicht gelingt. Wir müssen leider arbeiten & haben nicht viel Spielraum, aber, es macht uns fertig.Was tun? DANKE!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, der Spagat, den jetzt viel Eltern auszführen haben zwischen Joberhalt und Arbeitsplatz und Kinderbetreuung im Kleinkindalter, ist eine Zerreißprobe für die frühkindliche Bindung. Das muss einmal so deutlich gesagt werden (s. a. vorige Antwort). Da der Staat aber den Eltern keinen Ausweg bietet, und vielen Famlien tatsächlich die Armutsfalle droht, wenn nicht beide Eltern arbeiten gehen, muss man bis zu einem gewissen Grade mit den Wölfen heulen. Es gilt also Kompromisse zu finden für eine Sache, die eigentlich keine Kompromisse zulässt. Denn ein Kleinkind ist das absolut schutzbedürftigste Wesen in der Gesellschaft (Bundeskinderschutzgesetz!), mit ihm kann man keine Experimente machen. Trotzdem geschieht das, und die Politik wirbt sogar damit (praktisch unisono), weil sie die Priorität Wohlstand der Gesellschaft und Generationenvertrag zwischen jung und alt über das Kindeswohl stellt. Es gäbe andere Kompromisse, über die man diskutieren muss, aber das lässt die Politik nicht zu. Ihre Lösung ist bekannt und stellt sich zur Wahl. Was jetzt Sie betrifft: 4 Wochen und ein paar Nachmittage vorher sind für einen Beziehungsaufbau bei einigen Kleinkindern eben noch zu kurz. Es ist an den Erzieherinnen, sich hier mehr einubringen, was natürlich schwer ist, weil sie sicherlich auch noch andere Kinder aufzunehmen haben. Das Entscheidende ist, dass der Beziehungsaufbau eigentlich in Ihrem Beisein erfolgen müsste. D.h. Sie müssten mindestens in der Nähe sein, um bei Misslingen einer Aktion einspringen zu können. Vielleicht können sie wenigstens das noch arrangieren. Viele Grüße


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