Karasuma
Lieber Herr Dr. Nohr, mein Sohn (2,5) hat die Planung für den Kindergarten mitbekommen und spricht mich öfters darauf an, dass er nicht in den Kindergarten will bzw. nur in einen Kindergarten ohne Kinder (seine Worte) gehen will. Er geht derzeit zur Tagesmutter und macht keine Probleme, spielt an manchen Tagen "mit" (altersgerecht) den anderen Kindern und will an anderen Tagen nichts mit ihnen zu tun haben. Er mag keinen Lärm und ist für ein Kind eher ruhig, introvertiert und vernünftig. Er sagt häufig, dass er ein anderes Kind nicht mag weil er von diesem einmal geschubst wurde, vielleicht ist er nachtragend. Er selbst ist laut Tagesmutter nicht grob, lässt sich eher etwas gefallen. Ich denke nicht, dass er Angst vor anderen Kindern hat, er würde aber auch nicht auf sie zugehen. Ich bin selbst sehr introvertiert und verstehe ihn daher. Den Kindergarten kann ich ihm da ich arbeite aber nicht ersparen. Kann ich also nichts tun als ihm zu sagen, dass er da halt durch muss? Danke, dass Sie hier individuell Fragen beantworten.
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo, Ihr Schreiben hört sich so an, als stehe der KiGa drohend vor Kind und Mutter. Und dass er "dahin muß", ist ja keine Einladung oder Motivierungshilfe. Wie wäre es, wenn Sie ihm von den Möglichkeiten des KiGas, von den Vorteilen, den Annehmlichkeiten usw. erzählen? Machen Sie, ohne zu übertreiben, ihm den KiGa schmackhaft. Und dass er ja erstmal gucken kann, eingewöhnt wird, neue Kinder trifft usw.. "Dahin müssen" steht ja wie eine Wand vor einem und lässt wenig positives Erwarten zu. Lockern Sie das Bild ein bißchen auf, auch wenn Sie das selbst vielleicht nicht so positiv erlebt haben (habe ich auch nicht). Geben Sie Ihrem Kind die Chance, ganz andere Erfahrungen zu machen, neugierig zu werden und offener für Neues zu sein. Alles so, dass es zu seiner Persönlichkeit passt. Das würde ich versuchen. Dr.Ludger Nohr
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