Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Ludger Nohr:

Bindung - Problem bei Fremdbetreuung durch Großmutter

Frage: Bindung - Problem bei Fremdbetreuung durch Großmutter

WorkingMom

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Sehr geehrter Herr Dr. Nohr, da ich ab Juli wieder 20 h die Woche arbeiten werde (meine Tochter ist dann 6 Monate alt), wird sich meine Mutter 2,5 Tage die Woche um sie kümmern. Die restliche Woche wäre ich sozusagen 24/7 für meine Tochter da. Seit ihrer Geburt sieht sie ihre Oma fast täglich und ist auch manchmal ein paar Stunden alleine bei ihr. Ab ihrem ersten Lebensjahr wird sie an drei Vormittagen in die KiTa gehen und weiterhin nachmittags auch bei der Oma sein. Der Papa macht die Eingewöhnung - mit natürlich ausreichend langer Zeit. Die KiTa ist wirklich toll, es herrscht ein familiäres Umfeld und auch die Betreuer machen einen wahnsinnig netten und bemühten Eindruck. Die Eltern der KiTa-Kinder sind allesamt begeistert und ihre Kinder würden sehr gerne hingehen. Sehen Sie in dieser Konstellation bzw. in diesem Vorgehen ein Problem - insbesondere, was die Bindung und kindliche Entwicklung anbelangt? Oder hätten Sie vielleicht Vorschläge, wie man es besser machen könnte? Vielleicht lieber länger ganz bei der Oma und KiTa erst ab 1,5 Jahren? Oder lieber auf keinen Fall arbeiten gehen? (Die Alternative wäre: ein ganzes Jahr zu Hause bleiben, dann aber mindestens 60 %, eher mehr, arbeiten.) Vielen Dank im Voraus


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Ihre Lösung scheint der Kompromiss aus vielen Einzelideen zu sein, viele Aspekte müssen berücksichtigt werden. Sechs Monate ist ein früher Zeitpunkt für Mu-Ki-Trennung. Mit einem Jahr ist es oft leichter zu verkraften, auch wenn es dann 60% plus ist. Die primäre Bindung ist dann stabiler und vermittelt mehr Sicherheit. Wenn dann die Oma, die ja auch jetzt schon begleitend eingebaut wird, mehr übernimmt und die KiTa etwas nach hinten geschoben wird, kann das auch eine gute Lösung sein. Wie geht es Ihnen denn mit der frühen Trennung? Wie wichtig ist die Arbeit für Ihr eigenes seelisches Gleichgewicht (eine unzufriedene Mutter ist nämlich weniger hilfreich)? Wieviel Belastung geht für die Oma? Ein paar Fragen, die Ihre Entscheidungsfindung vielleicht erleichtern. Dr.Ludger Nohr


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