Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, unser Sohn (21 Monate) beißt manchmal in der KiTa. Bisher gabs die Probleme nur beim Zahnen. Wenn er jetzt beißt, dann richtig heftig, fast aggressiv meint die Erzieherin. Wenn er einen "Beißtag" hat, dann sind oft mehrere Kinder betroffen. Kann ich was tun? In der KiTa bin ich ja nicht dabei. Ich hab es selbst noch nicht gesehen. Ansonsten ist er ein ganz lieber, verschmuster Junge. Ich stille auch noch, da beißt er nie. Danke stillmama
Hallo, auf die Problematik des Langzeitstillens habe ich hier schon öfter hingewiesen und mir damit heftige Repliken eingehandelt. Meiner Auffassung nach steht das Langzeitstillen in einem gewissen Gegensatz zur Loslösung und nötigt die Kleinkinder, aggressive Elemente im Loslösungsprozeß zu entwickeln, da die primäre Bindung sich noch stark bemerkbar macht. Das mag nicht bei allen Kindern so zutreffen, aber doch bei vielen. Die aggressiven Elemente können sich nicht nur gegen die Mutter selbst richten, sondern auch gegen kleiner oder schwächere Kinder in der altersgleichen Gruppe. Beißen ist wie Schlagen oder an den Haaren ziehen ein solches aggressives Element. Ich kann Ihnen das nur so sagen, und muß es Ihnen überlassen, welche Schlüsse Sie daraus ziehen. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
*g* zwei antworten weiter unten ist zu lesen, dass ein solches verhalten durchaus altersüblich ist (c; interessant, dass es bei einem langzeitgestillten kind plötzlich ein symptom für schwierigkeiten mit der loslösung ist und dass schritte eingeleitet werden sollten. lg sandra
Mitglied inaktiv
darf ich fragen, welche (psychologische/pädagogische) theorie ihrer ansicht zugrunde liegt? wo kann man das nachlesen? oder haben sie sich das selbst zusammengereimt? ich finde das ungeheuerlich, so zu tun, als ob langzeitstillen agrressiv mache und die loslösung verhindere. mal abgesehen davon, dass sie mit der art ihrer formulierung dieser mutter ein schlechtes gewissen machen und zum abstillen raten. ines
Mitglied inaktiv
selten so gelacht. danke!!! das hohe aggressionspotential in den kindergärten (und schulen!) könnte also rapide gesenkt werden, wenn die deutsche durchschnittsmutter endlich das langzeitstillen aufgeben würde? *ggg* würde mich nicht wundern, wenn die schlechten pisa-ergebnisse auch da ihren ursprung hätten. und dass sich die leute in afrika mit stammeskriegen die köpfe einschlagen, liegt gewiss auch daran, dass da die frauen so lange stillen. moni, die jetzt ganz dolle schuldgefühle hat.
Liebe Moni, ich weiß nicht, ob Sie die Stillmama der erste Frage sind, ich gehe aber einmal davon aus. Ihre Schlußfolgerungen auf jene Vorstellung von der verstärkt aggressiven Loslösung beim Langzeitstillen sind in umgekehrter Sicht mindestens ebenso interessant. Wie nämlich kann es sein, daß Kinder, die so lange gestillt werden wie in Afrika, zu Völkern werden können, die soviel Aggression untereinander entwickeln. Langzeitstillen soll doch aggressionsmindernd wirken, so wird mir jedenfalls immer wieder versichert. Diese wichtige Frage hat meines Wissens noch keine Ethnopsychologie schlüssig zu beantworten gewagt. Aber die Psycholgie der hiesigen westlichen Industriestaaten benutzt gerne die Ethnologie, um Allesmögliche zu beweisen, gerade wie es im Einzelfall gut hinkommt. Wir sollten diese Methode weder gebrauchen, noch mißbrauchen! Es ist richtig, daß ich sage, Beißen ist bis zu einem gewissen Grad Grundbestandteil menschlich aggressiver Verhaltensstrukturen. Aber darum ist es in Ihrer Frage ja nicht gegangen. Sie haben Sich ja an mich gewandt, weil Ihr Kind ein Verhalten über dieses normale Maß hinaus zeigt, oder habe ich Sie da mißverstanden? Außerdem habe ich nicht gesagt, daß Sie das lange Stillen beenden müssen. Wenn es konfliktfrei verläuft, habe ich überhaupt nichts gegen Langzeitstillen. Ich kann aber nicht immer nur bequemen Antworten geben, um jegliche Konflikte zu vermeiden. Das würde keiner Mutter wirklich helfen. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
hallo, nein, ich bin nicht die ursprüngliche schreiberin. nur kurz zu afrika (was in dieser schlagwortartigen verkürzung eher polemisch als ernst gemeint war): so aggressionsmindernd kann kein stillen wirken, dass die historisch und durch gegenwärtige diktaturen verkorksten lebensbedingungen von den menschen einfach hingenommen werden. derartige stammeskriege sozusagen als beweis dafür anzusehen, dass das stillen "ja doch nicht so toll sein kann", wäre etwas eingleisig gedacht. ...
Mitglied inaktiv
...ganz davon abgesehen, dass afrika als ganzes schon lange kein langzeitstillmekka mehr ist, wie in liedloff und co oft dargestellt. wie auch immer, ich glaube jedenfalls nicht, dass unsere welt daran krankt, dass die kinder zu lange gestillt werden. und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass barbara ihren kleinen george w. nicht auf diese weise verkorkst hat. gruß moni
Mitglied inaktiv
-> www.rabeneltern.org :-)
Hallo, ich glaube, auf diesem Nenner können wir uns schnell einigen. Extreme Verkürzungen werden automatisch oberflächlich und die Polemik ist dann nicht mehr weit. Das Thema Langzeitstillen aber wird bleiben und auch weiterhin mit großer Leidenschaft ausgefochten. Die tiefenpsychologischen Aspekte hierzu und die Psychodymnamik, die sich vielleicht im Kind daraus entwickelt, sind meines Erachtens aber noch zu wenig untersucht und besprochen worden. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Doktor Posth, ich bin mit einem Mann bekannt, der sich seit 25 Jahren mit den "tiefenpsychologischen Aspekten" von Mutter-Kind-Bindung/-Loslösung und Familien- und Gesellschaftsdynamiken beschäftigt. Dieser Mann (der übrigens ein sehr erfolgreicher Psychotherapeut ist) hat interessanterweise im Gegensatz zu Ihnen *kein* wiederkehrendes Problem mit Langzeitstillen.
Mitglied inaktiv
Ich will gar nicht leugnen, dass es in Sonderfällen und unter bestimmten Umständen *auch* beim langen Stillen zu einer ungesunden Dynamik kommen *kann*, aber dann liegen ursächlich ganz andere Dinge schief in der Beziehung. Naja, einigen wir uns auf den Nenner, dass "Afrika" nicht reicht... cleindori
Mitglied inaktiv
Die tiefenpychologische Theorie und die entsprechende Psychodynamik wurde vor allen Dingen NICHT anhand der Arbeit mit Menschen entwickelt, die eine möglichst ursprüngliche Betreeung erfahren haben. Das ist für mich der entscheidende Aspekt daran und daher KANN die analytische Theorie da gar nicht greifen.
Mitglied inaktiv
Um ein anderes Beispiel zu nennen: in einer matriarchalisch organisierten Gesellschaft hätte die Theorie vom Penisneid gar nicht erst entstehen können. Oder: in Familien, die sehr partnerschaftlich organhisiert sind und in denen sich die Eltern die Kinderbetreuung teilen, wird man die ödipale Phase so nicht erleben, wie Freud z.B. sie beschreibt. Und schon ganz anders sieht es in Familien aus, in denen die Rollen umgekehrt sind - also die Mutter ausser Haus arbeitet und der Vater die Kinder versorgt.
Mitglied inaktiv
Ich habe selbst eine analytische Ausbildung, bin mit der Theorie also durchaus vertraut ;-) . Man darf einfach nicht vergessen, dass diese Theorie in einer bestimmten Zeit und anhand der Arbeit mit Patienten aus einer ganz bestimmten Gesellschaftsschicht entwickelt wurden. Sobald die Wissenschaftler versuchten, die Theorie auf andere Gesellschftsformen anzuwenden, wie es z.B. Eriksson tut, dann wird es ganz schnell ganz schräg und sehr bemüht, jedenfalls nicht überzeugend. Viele Grüsse, Christiane
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